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		<title>Das I Ching</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 17:26:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrea0</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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		<description><![CDATA[Das I Ching Das I Ching ist ein mystisches Orakelbuch, das angeblich auf den Kaiser Fu- Hsi zurückzuführen ist (um 2950 v. Chr.). Es wurde von zahlreichen Autoren erweitert und kommentiert. Es ist das einzige Orakelbuch aus dem alten China, das erhalten geblieben ist. Das Orakel wird mittels Schafgarben ausgeführt, die geworfen und zu Hexagrammen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=68&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das I Ching</p>
<p>Das I Ching ist ein mystisches Orakelbuch, das angeblich auf den Kaiser Fu- Hsi zurückzuführen  ist (um 2950 v. Chr.). Es wurde von zahlreichen Autoren erweitert und kommentiert. Es ist das einzige Orakelbuch aus dem alten China, das erhalten geblieben ist. Das Orakel wird mittels Schafgarben ausgeführt, die geworfen und zu Hexagrammen aus durchgehenden und getrennten Linien gelegt werden. Dabei liegt die Idee zu Grunde, dass die Welt konstant im Wandel begriffen ist, der einem festen Gesetz unterworfen ist, und der Mensch mit dem Wandel sozusagen mitgehen muss. Daher kann man feststellen, ob z.B. gerade ein günstiger Zeitpunkt für das Ausführen einer bestimmten Handlung ist. Der Mensch muss sozusagen dem universellen Weltgesetz, dem Zusammenhang aller Dinge gemäß handeln. Auch im Orakel werden die Linien nicht ausschließlich starr gedacht, sie können gerade im Übergang, im Wandel, begriffen sein. Das I Ching übte einen großen Einfluss auf die weitere geistige Entwicklung in China aus, seine Ideen und Grundgedanken finden sich u.a. im Konfuzianismus und Taoismus.</p>
<p>Literatur:<br />
-Bauer, Wolfgang: China und die Hoffnung auf Glück, München 1989<br />
-von Glasenapp, Helmut: Due fünf Weltreligionen, München 1993<br />
-Moritz, Ralf: Die Philosophie im alten China, Berlin 1990</p>
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		<title>Taoismus</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jan 2011 13:24:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrea0</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Lao Tse]]></category>
		<category><![CDATA[Taoismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Das bedeutendste Werk des Taoismus ist das Tao de Ching, das Lao Tse (=“alter Meister“) zugeschrieben wird. Wer er wirklich war, ist umstritten, man geht auf Grund der im Tao de Ching vorhandenen Kritik gegenüber den konfuzianischen und mohistischen Anschauungen allerdings davon aus, dass das Werk ca. 300 v.Chr. entstanden sein muss, folglich muss auch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=65&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das bedeutendste Werk des Taoismus ist das Tao de Ching, das Lao Tse (=“alter Meister“) zugeschrieben wird. Wer er wirklich war, ist umstritten, man geht auf Grund der im Tao de Ching vorhandenen Kritik gegenüber den konfuzianischen und mohistischen Anschauungen allerdings davon aus, dass das Werk ca. 300 v.Chr. entstanden sein muss, folglich muss auch Lao Tse in dieser Zeit gelebt haben. Dies war eine Zeit des Umbruchs und gesellschaftlichen Wandels, was in Teilen der Bevölkerung Unsicherheit und Entwurzelung zur Folge hatte und eine Annahme der Religion der Besinnung des Einzelnen sehr begünstigte. Der Taoismus ist eine sehr mystische Religion, Meditation und Erkennen- oder besser gesagt, instinktives Erfahren, spielen eine zentrale Rolle. Ein Ideal ist das Nicht- Tun, ein Mitgehen mit dem Tao, das der Urgrund der Dinge, das sie hervorgebracht hat, lenkt und ihnen innewohnt, sozusagen das „Weltgesetz“, ist. In den Dingen ist Te, das Tugend bedeutet. Es ist das, was dafür verantwortlich ist, dass sich die Dinge Tao- gemäß verhalten. Tugendhaft handeln, bedeutet also, dem Tao gemäß handeln. Das Tao kann nicht mit Worten erklärt werden, jeder einzelne muss es selbst individuell durch Versenkung erfahren. Da alles aus Tao entstanden ist, im Tao vereint und Tao ist, sind auch alle Gegensätze relativ, derjenige, der Tao erkannt hat, erkennt auch, dass die Gegensätze nicht vorhanden sind. So werden z.B. auch Leben und Tod nur als scheinbare Gegensätze angesehen, weshalb man den Tod nicht fürchten muss. Der Weg des Taoisten ist also zunächst einer des Rückzugs aus der Welt und der Hinkehr zu sich selbst. Das typisch Chinesische am Taoismus ist nun, dass der Weise, hat er einmal die Erkenntnis erlangt, in die Welt zurückkehren soll, um mitzuhelfen, diese neu zu ordnen. Das Ideal der Gesellschaft sind im Taoismus kleine Staaten, die keinen Kontakt mit der Außenwelt pflegen und in denen alle gleich sind. Diese Gleichheit bezieht auch die Tiere mit ein. Ein weiteres wichtiges Werk des Taoismus ist „das wahre Buch vom südlichen Blütenland“, das Chuang Tse (4.-3. Jh v. Chr.) zugeschrieben wird, eine sehr poetische, bildreiche Sprache besitzt und die Geschichte vom Schmetterlingstraum enthält: Chuang Chou träumt, er ist ein Schmetterling. Nachdem er aufgewacht ist, weiß er nicht, ob Chuang Chou geträumt hat, dass er ein Schmetterling ist, oder ob der Schmetterling träumt, dass er Chuang Chou ist. Hier wird wieder Relativität und auch Subjektivität deutlich.</p>
<p>Das Tao des Lao Tse ist kein persönlicher Gott, allerdings bildet sich später ein taoistisches Pantheon mit zahlreichen Göttern heraus. Aus dem Glauben, dass Naturerscheinungen relativ sind, entwickelte sich später auch ein starker magischer Aspekt. Der Weise erkennt die Natur, erkennt, dass die Gegensätze nur scheinbar sind und kann diese aufheben. Die Ansicht, dass Leben und Tod nur scheinbare Gegensätze sind, entartete zur Suche nach der Unsterblichkeitspille bzw. der Suche nach dem Paradies des Westens oder der Insel der Seeligen, wo alle das ewige Leben haben. Hier geht es also darum, das ewige irdische Leben zu erreichen, nicht mehr darum, zu erkennen, dass Leben und Tod nur relativ sind.</p>
<p>Zusammenfassend kann man sagen: der ursprüngliche Taoismus ist im Gegensatz zum Konfuzianismus und den übrigen in China entstandenen Religionen und Anschauungen sehr mystisch geprägt, sieht Aktivismus und Streben nach Wissen und Erfolg als Hindernisse auf dem Weg zum Erkennen des Tao an und stellt das subjektive meditative Erkennen und Erfahren des Einzelnen in den Vordergrund.</p>
<p>Literatur:</p>
<p>-Bauer, Wolfgang: China und die Hoffnung auf Glück, München 1989<br />
-Heiler, Friedrich: Die Religionen der Menschheit, Stuttgart 1999<br />
-von Glasenapp, Helmut: Die fünf Weltreligionen, München 1993<br />
-Lanczkowski, Günter: Geschichte der nichtchristlichen Religionen, Frankfurt 1989<br />
Moritz, Ralf: Die Philosophie im alten China, Berlin 1990</p>
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		<title>Galizisch und Portugiesisch</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Nov 2010 15:24:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrea0</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Galizisch]]></category>
		<category><![CDATA[Portugiesisch]]></category>

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		<description><![CDATA[1.Das Galizisch- Portugiesische: a) Allgemeines Das Galizisch-Portugiesische, Grundlage des Galizischen und des Portugiesischen, entstand im Gebiet der ehemaligen römischen Provinz Gallaecia, deren südliche Grenze der Duero war. Vor allem als Sprache der Lyrik erlangte es eine große Bedeutung (Blüte 13./14. JH). Sogar Alfons der Weise (Regierungszeit 1252-1284), der sich für die Verbreitung des Kastilischen als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=60&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1.Das Galizisch- Portugiesische:</p>
<p>a) Allgemeines</p>
<p>Das Galizisch-Portugiesische, Grundlage des Galizischen und des Portugiesischen, entstand im Gebiet der ehemaligen römischen Provinz Gallaecia, deren südliche Grenze der Duero war. Vor allem als Sprache der Lyrik erlangte es eine große Bedeutung (Blüte 13./14. JH). Sogar Alfons der Weise (Regierungszeit 1252-1284), der sich für die Verbreitung des Kastilischen als Verkehrs- und Handelssprache in ganz Spanien einsetzte, verfasste seine Gedichte in Glaizisch-Portugiesisch (z.B. die „cantigas de Santa Maria). Es gab Einfluss von Seiten der französischen Troubadourenlyrik (provenzalische Sänger kamen mit den Pilgern nach Santiago de Compostela). Die ältesten literarischen Texte sind Verse, die anfangs nur mündlich überliefert und später an den Höfen aufgezeichnet wurden. Von den bekannten Liedersammlungen ist die älteste der „Cancionero de Ajuda“ (vermutlich Ende 13./Anfang 14. Jh am portugiesischen Hof zusammengestellt). Auch Dokumente wurden in Galizisch-Portugiesisch abgefasst, die ältesten stammen aus dem frühen 13. Jh; man findet aber auch schon in früheren lateinischen Texten galizisch-portugiesische Elemente.<br />
Nachdem Portugal ab 1139 (bzw. 1143) unabhängig geworden war, begann sich das Galizisch-Portugiesische in zwei Varianten auseinanderzuentwickeln. Als Lyriksprache erlebte es im 14./15. Jh eine neue Blüte an den kastilischen Höfen, es handelt sich dabei aber um ein mit Kastilismen versetztes, etwas abgedriftetes Galizisch- Portugiesisch, da es ja praktisch nur für die Lyrik verwendet wurde.</p>
<p>b) Substrate:</p>
<p>Über die Völker oder Stämme, die vor der Romanisierung in Gallaecia lebten, ist nicht sehr viel bekannt. Man muss auf archäologische oder Zeugnisse griechisch-lateinischer Schriftsteller zurückgreifen, die allerdings spärlich sind. Bei den Völkern handelte es sich wohl sowohl um indoeuropäische als auch um vorindoeuropäische Stämme. Eine Gemeinsamkeit der Stämme war eine spezielle Siedlungsform: befestigte Bergsiedlungen, um ein Fort gruppiert.Vorindoeuropäischer Herkunft sind einige Vokabeln (z.B. mata, queiroga), indoeuropäisch die Suffixe -asco, -entia, -ace.</p>
<p>c) die Romanisierung</p>
<p>Die Romanisierung wurde in Gallaecia relativ spät abgeschlossen (zwischen 29 und 19 v. Chr.). Den Römern verdankte Gallaecia als Provinz ihre Grenzen und auch ihren Namen. Die Romanisierung und damit auch die Latinisierung gingen relativ schnell voran. Latein war immerhin die Verwaltungssprache der Römer und setzte sich, da es auf der ganzen Iberischen Halbinsel benutzt wurde, schnell als Mittel zur Verständigung, auch der verschiedensprachigen Stämme untereinander, durch. Latein war außerdem die Sprache des Christentums, das allmählich die Religion der Iberischen Halbinsel wurde.</p>
<p>d) Superstrate</p>
<p>-Die Sueben<br />
Im fünften Jahrhundert kamen germanische Stämme über die Pyrenäen auf der Suche nach Land auf die Iberische Halbinsel. Rom hatte 409 den Sueben, Vandalen und Alanen den Weg dorthin freigegeben. Der suebische Einfluss in sprachlicher Hinsicht war allerdings gering. Es handelt sich um Vokabeln und eventuell um die Resistenz gegenüber der Diphtongierung von offenem e und o, was im Gegensatz dazu im Kastilischen diphtongiert wird (z.B. gal. fora, port. fora, kast. Fuera).</p>
<p>-Die Westgoten<br />
Im Jahr 415 kamen die Westgoten als Verbündete Roms auf die Iberische Halbinsel. Sie waren gegen germanische Stämme, die zunehmend die Rechte der Römer beschnitten, um Hilfe gerufen worden. Allerdings lösten sich die Westgoten nach einiger Zeit von Rom und 475 wurde von den Römern die westgotische Oberhoheit in Spanien anerkannt. Im Jahr 585 besiegten die Westgoten auch die Sueben und absorbierten das suebische Reich. Auch die Westgoten, die schon weitgehend romanisiert waren, übten keinen großen direkten Einfluss auf die Sprache aus. Es handelt sich ebenfalls um einige wenige Vokabeln. Sie hatten insofern einen indirekten Einfluss, als sie den Kontakt mit Rom abbrachen. Dadurch beschleunigte sich die spezielle Eigenentwicklung des galizischen Latein und es behielt andererseits einen konservativen, archaischen Charakter, denn viele Neuerungen des Lateinischen machte das Galizische (wie auch das Kastilische) nicht mehr mit.</p>
<p>-Die Araber<br />
Im 8. Jh (711) fielen die Araber, die von einer der Gruppen, die im Westgotenreich um politische Macht kämpften, zu Hilfe gerufen worden waren, in Spanien ein. In kurzer Zeit war Spanien unter ihrer Herrschaft. Der Aufstand gegen die Moslems von christlicher Seite formierte sich in den Bergen von Asturias. Bereits um 750 vertrieben die Aufständischen die Araber aus Galizien. Einflüsse auf die Sprache finden sich wieder im Bereich der Vokabeln; die Wörter waren entweder durch nachbarschaftliche Kontakte oder später über das Kastilische ins Galizische gelangt.</p>
<p>2. Portugal</p>
<p>a) Unabhängigkeit Portugals bis 14. Jh</p>
<p>Alfons VI, König von León und Kastilien, die im Verlauf der Reconquista (Wiedereroberung Spaniens von der Mauren durch die christlichen Spanier) entstanden waren, überließ 1088 seinem Schwiegersohn Raimund von Burgund die Grafschaft Galizien. 1093 überleiß er seinm anderen Schwiegersohn, Bruder von Raimund, Heinrich von Burgund, die Grafschaft Portucale (Gebiet zwischen dem Minho und dem Mondego). Alfons I, Sohn von Heinrich, ließ sich 1139 nach einem Sieg über die Mauren bei Ourique zum König ausrufen. 1143 erkannte Alfons VIII von Kastilien und León die Unabhängigkeit Portugals an. Gleichzeitig dehnte sich der neue Staat mit der Reconquista nach Süden aus. 1250 schloss Alfons III die Eroberung der Algarve ab und Portugal hatte damit die Grenzen von heute. 1288 wurde eine Universität geründet, die erst in Lissabon, später in Coimbra war. König Dionysius (*1261 +1325) erklärte den Dialekt von Porto zur Nationalsprache Portugals. Doch erst ab dem 14. Jh begann das Portugiesische spezielle Züge zu entwickeln, die es vom Galizischen unterscheiden, beeinflusst von mozarabischen (Mozaraber: Christen, die unter arabischer Herrschaft leben) Dialekten, auf die es durch die Reconquista traf.</p>
<p>b) 15. Jh</p>
<p>Schon vor dem 15. Jh war das Zentrum des politischen, religiösen und kulturellen Lebens die Region um Lissabon. Folglich gingen auch von dort die sprachlichen Entwicklungen aus. Die Sprache der Bildung und Wissenschaft war allerdings nach wie vor Latein. Doch obwohl der sprachliche Unterricht theoretisch darin bestand, Latein zu lernen, und die Volkssprache außerhalb der Schulen auf mündlicher Basis angeeignet wurde, bekamen die Lernenden auch Bücher, die portugiesische Texte enthielten, in die Hände. Bei diesen Volkssprachlichen Texten handelte es sich zum großen Teil um Übersetzungen aus dem Lateinischen; wichtig für die portugiesische Sprache waren auch die historischen Werke, die sehr nah an der gesprochenen Sprache waren. Der erste portugiesische Chronist war Fernão Lopes, der die „Crônica de D. Pedro“, die „Crônica de D. Fernando“ und die ersten beiden Teile der „Crônica de D. João schrieb und praktisch der Begründer der portugiesischen Historiographie war. Es muss aber bemerkt werden, dass es noch keine Norm der Orthographie gab (erst ab 1911 bzw. 1916), also findet man bis dahin in den Texten verschiedene Schreibweisen, manchmal sogar innerhalb des selben Textes. Die Sprache der Texte war noch sehr am Latein orientiert, obwohl man anfing, den Wortschatz, die Syntax etc. an die einfachere Volkssprache und die Schreibweise der Wörter an die Aussprache anzupassen.</p>
<p>c) 16.-18. Jh</p>
<p>Im 16. Jh war das Gebiet Portugals mit Ausnahme von Olivenza (Teil von Extremadura), das bis 1657 und erneut von 1668-1801 portugiesisch war, das selbe wie heute. Durch die Ausdehnung Portugals nach Übersee und die Kontakte mit Afrika und dem Orient fanden Wörter von dort Eingang ins Portugiesische, was vor allem in der Sprache der Historiker zum Ausdruck kommt.</p>
<p>c)a)Die Relatinisierung, erste Grammatiken<br />
Unter dem Einfluss des Humanismus und damit der Wiederentdeckung der griechisch- lateinischen Kultur erfuhr das Portugiesische ab dem 16. Jh eine Relatinisierung, die sich bis ins 18. Jh hinzog.<br />
Portugal öffnete sich auch nach Europa hin und es fand reger kultureller Austausch statt. Die sogenannten „estrangeirados“ waren Portugiesen, die verschiedene Universitäten Europas besuchten und als Verbindungsglieder zwischen Europa und Portugal dienten. Die Verständigung erfolgte auf Latein, das überall an den Universitäten gesprochen und verstanden wurde. Der portugiesische Humanismus erreichte in der ersten Hälfte des 16. Jh seine größte Ausdehnung. 1547 wurde das „Colégio das Artes“ in Coimbra gegründet, an dem „estrangeirados“ und ausländische Humanisten unterrichteten. 1540 trafen die ersten Jesuiten auf Ruf des Königs in Portugal ein. Diese hielten bis zu ihrer Vertreibung durch den Marquis von Pombal 1759 zahlreiche Bildungsinstitutionen in ihren Händen und waren auf kulturellem Gebiet von großem Einfluss. So war der bedeutendste Schriftsteller des 17. Jh, António Viera, Jesuit. Auch bei den Jesuiten spielte Latein in der Bildung eine herausragende Rolle. Die Könige Portugals waren ebenfalls vom Humanismus und den klassischen Sprachen eingenommen. Dies alles wirkte sich natürlich auf die Sprache aus. Man tendierte dazu, das Portugiesische zu relatinisieren, orientierte z.B. die Schreibweise der Wörter eher an der Etymologie als an der Aussprache, so schrieb man z.B. crescer statt crecer oder signo statt sino, wobei auch hier wieder die Formen oft nebeneinander verwendet wurden. Als Folge passten sich entweder die Aussprache an die Orthographie an, wie z.B. im Fall von digno (statt dino), oder die beiden Formen nahmen verschiedene Bedeutungen an, wie z.B: bei signo (Zeichen) und sino (Glocke). Manchmal kam es auch vor, dass Wörter, die z.B: aus dem arabischen kamen, fälschlicherweise relatinisiert wurden.<br />
Im 16. Jh entstanden auch die ersten Grammatiken und Wörterbücher der portugiesischen Sprache, angeregt wieder durch die klassischen Sprachen. Man verspürte den Wunsch, auch das Portugiesische zu systematisieren, wobei es nicht nur gegenüber dem Lateinischen als ebenbürtig ausgewiesen werden sollte, sondern auch gegenüber dem Spanischen.</p>
<p>c)b)Portugiesisch-kastilische Zweisprachigkeit<br />
Ab 1450 waren die Beziehungen zwischen Spanien und Portugal sehr intensiv, v.a. Durch Heiraten zwischen den beiden Königshäusern. So entstand am portugiesischen Hof eine Zweisprachigkeit. Das Kastilische besaß außerdem, durch das hohe Niveau der spanischen Wissenschaften, ein großes Ansehen. Bald sprachen die höheren Bevölkerungsschichten neben Portugiesisch auch Spanisch. Da in den niedrigen Schichten praktisch kein Kastilisch gesprochen wurde, sah man es mehr und mehr als Prestigesprache an. Die meisten portugiesischen Schriftsteller schrieben gleichzeitig auch in Kastilisch, so z.B. Gil Vicente und Camões. Zwischen 1580 und 1640, als der König Spaniens gleichzeit König Portugals und somit die beiden Königreiche eng vereint waren, setzte sich dies Zweisprachigkeit verstärkt fprt. Ab 1640 (Beginn des Krieges zwischen Spanien und Portugal, bis 1668 Portugals Unabhängigkeit anerkannt wurde) hörte die Zweisprachigkeit allmählich auf, ein Prozess, der sich allerdings noch bis Ende des 17: Jh hinzog.</p>
<p>d) 18.Jh</p>
<p>Das 18. Jh ist gekennzeichnet durch eine Modernisierung des Denkens und auch der bildung und Kultur, v.a. Durch den Marquis von Pombal, der unter König Josef I (1750-1777) Minister und als „estrangeirado“ der Meinung war, Politik und Bildung müssten von Grund auf modernisiert werden. 1759 wurden die Jesuiten , die bis dahin den Unterricht und die Bildung in Händen hatten, aus Portugal vertrieben. Unter anderem wurde 1770 das Colégio dos Nobres gegründet, dessen Programm auch den Unterricht des Portugiesischen und anderer moderner Sprachen vorsah. Auch die Universität von Coimbra wurde umgestaltet, indem man dort, wie überall, mit der Art des unterrichts der Jesuiten brach. Bei den grammatikalischen Studien hatte nun die Orthographie Vorrang. Es entstanden u.a. die Orthographien von Luis Caetano de Lima (1736) und João Madureira Feijó (1739). Am Rande sei angemerkt, dass der Marques de Pombal, der hier als großer Reformator der Bildung beschrieben wird, auch eine andere Seite hatte, er ging oft mit größter Brutalität zu Werk, um seine Ziele durchzusetzen.</p>
<p>e) Der Einfluss des Französischen</p>
<p>Ab ca. 1750 bis nach dem 2. Weltkrieg übte Frankreich großen kulturellen Einfluss auf Portugal aus. Dieser kam v.a. Über die Literatur. Werke des französischen Neoklassizismus und auch des Antiromantizismus waren von großer Bedeutung. Außerdem wurden in Portugal englischen, deutsche und russische Schriftsteller hauptsächlich in der französischen Übersetzung gelesen. Es gingen zahlreiche Gallizismen in den Portugiesischen Wortschatz ein, der Einfluss erstreckte sich aber auch auf Morphologie und Syntax.</p>
<p>f) 19. Jh</p>
<p>Die liberale Revolution von 1820 übte Einfluss auf den Wortschatz aus, obwohl schon nach 3 Jahren der Absolutismus wieder eingeführt wurde, da diese relativ kurze Zeitspanne den Abschluss einer längeren Entwicklung darstellte. Vor allem die Presse spielte eine große Rolle, Wörter, die dort häufig verwendet wurden sind z.B. liberdade, progresso, razão, opinião, lei.<br />
Auch die Literatur erlebte im 19. Jh eine Blüte. Wichtige Schriftsteller waren u.a. Garret und Queiros.</p>
<p>g) 20.Jh</p>
<p>Geschichtlich waren in Portugal vor allem folgende Faktoren maßgebend: die Einführung der Republik 1911, die Machtergreifung durch Salazar 1926 und das Errichten des Estado Novo (faschistischer Staatstyp), die Teilnahme am 1. und die Neutralität im 2. Weltkrieg, die Revolution von 1974, die die Wiedereinführung der Demokratie zur Folge hatte und schließlich die Dekolonisierung.<br />
Die Regierung von 1910 gab einer von ihr eingesetzten Kommission den Auftrag, eine orthographiereform auszuarbeiten; 1911 wurde sie fertig, 1916 trat sie in Kraft. Während des Estado Novo stagnierte in Portugal die schriftstellerische und sprachwissenschaftliche Tätigkeit. Nach 1974 zeigte die Regierung jedoch großes Interesse an der portugiesischen Sprache und betrieb „linguistische Politik“. Es wurden u.a. Lektoren an ausländische Universitäten geschickt und Kontakte mit Brasilien und den portugiesischsprachigen Ländern Afrikas gepflegt. 1983 fand ein Kongress zur aktuellen Situation des Portugiesischen auf der Welt statt und 1990 unterzeichneten Portugal, Brasilien und fünft Länder Afrikas die Einverständniserklärung zur Vereinheitlichung der orthographie.</p>
<p>h) Der Einfluss des Englischen</p>
<p>Nach dem 2. Weltkrieg beginnt der englisch-amerikanische Einfluss auf das Portugiesische, und es gehen zunehmend Anglizismen in den Wortschatz ein. Vorher waren englische Wörter v.a. Über das Französische ins Portugiesische gekommen, wie z.B. vagão von französisch wagon von englisch waggon. Es wird immer mehr englisch unterrichtet, die Verbreitung englischer Filme nimmt zu. Da Filme in Portugal nicht synchronisiert werden, sondern in Originalfassung mit Untertiteln laufen, trägt dies zur Verbreitung des Englischen bei.</p>
<p>3. Das Galizische</p>
<p>Während Portugal seit 1130 bzw. 1143 ein unabhängiger Staat ist, erreichte Galizien diesen Staus nie. Es gehörte zuerst zu León, dann zu Kastilien und schließlich zu Spanien. Somit war das Galizische auch nie National- und Staats- sondern immer nur Regionalsprache.</p>
<p>a)14.-16- Jh</p>
<p>Das erste galizische Dokument stammt von 1227 und ist eine Schenkungsurkunde. Galizisch wurde zuerst neben dem Lateinischen und später neben dem Kastilischen für Urkunden, in der Kirche, etc. gebraucht. Ab dem 14. Jh spielte das Kastilische eine immer bedeutendere Rolle in Galizien. Es gab Auseinandersetzungen um die Erbfolge in Kastilien. Die sich durchsetzende Partei verringerte die Macht des galizischen Adels, da dieser die Gegenpartei unterstützt hatte. Die Ländereien, die Galiziern abgenommen worden waren, wurden zum Großteil kastilischen Familien überlassen. Auch unter den „katholischen Königen“ wurden weiter fremde Adelige in Galizien angesiedelt. Das die neue Oberschicht weiterhin das Kastilische benutzte, sprach bald der gesamte Adel und auch der Klerus (es wurden auch Bischöfe von außerhalb angesiedelt) im öffentlichen Leben Kastilisch. Im 14. Jh kann man bereits von einer galizisch-kastilischen Zweisprachigkeit in den höheren Bevölkerungsschichten ausgehen, dann nahmen die Bedeutung und das Prestige des Kastilischen immer weiter zu. Ab Mitte des 16. Jh wurde das Galizische für Dokumente praktisch nicht mehr gebraucht.</p>
<p>b) 16.-Mitte 19. Jh</p>
<p>In diesem Zeitraum existierte das Galizische als geschriebene Sprache praktisch nicht. Dafür gab es verschiedene Gründe: da die oberen Gesellschaftsschichten in der Öffentlichkeit das Kastilische benutzten, stand das Galizische in ziemlich geringem Ansehen, als Sprache der Unterschicht sozusagen. Ab dem 17. Jh emigrierten viele Galizier wegen der großen Armut in der Region. Diese Emigranten gehörten ebenfalls niedrigen Schichten an, wodurch das Galizische, auch außerhalb Galiziens noch verstärkt mit Armut und Rückständigkeit assoziiert wurde. Es kam sogar soweit, dass einige Galizier ihre Identität leugneten. Während dieser Zeitspanne wollten die Schriftsteller natürlich nicht das Galizische für ihre Arbeiten verwenden. Eine Ausnahme war Frai Martin Sarmiento (1695-1772), ein Benediktinermönch, der sich sehr für das Galizische interessierte und es auch erforschte. Allerdings schrieb er seinen Arbeiten in Kastilisch, von denen aber damals keine einzige veröffentlicht wurde. Allerdings stammen heute alle Informationen über das Galizische des 18.Jh von Sarmiento. Ab dem 18. Jh waren Unterricht, Zeitungen, Bücher, etc, auf Kastilisch und der soziale Aufstieg nur über diese Sprache möglich.</p>
<p>c) 19. Jh</p>
<p>Beeinflusst durch die Romantik und ihr Interesse für das Volkstümliche, erwachte auch in Galizien wieder das Bewusstsein der eigenen Region, Sprache und Geschichte. Ab Mitte des 19. Jh versuchte man nach langer Zeit wiedr, Galizisch in der Literatur zu verwenden. Im Jahr 1861 fanden z.B. die Xogos Florais da Coruna statt, ein Dichterwettbewerb, um das Galizische zu fördern. Die Eröffnungsansprache wurde auf Galizisch gehalten, im Wettbewerb gab es allerdings auch Gedichte in Kastilischer Sprache. Das wichtigste Jahr in diesem Zeitraum ist jedoch 1863. In jenem Jahr veröffentlichte Rosalía de Castro die „Cantares Gallegas“, einen Gedichtband, das erste Werk in jener Zeit mit hohem literarischem Wert. 1880 veröffentlichte sie die „Follas Novas“ ebefalls Gedichte, und es wurde der erste galizische Roman, „Maxina ou a filla espúrea“ von Marcial Valladares publiziert. Am Anfang der schriftlichen Schaffensphase in galizischer Sprache stellte sich allerdings das Problem, dass sich die Schriftsteller nach keinem Vorbild richten konnten; die mittelalterlichen Liedersammlungen wurden erst 1875-1904 wiederentdeckt. So orientierte man sich an der gesprochenen Sprache. Es gab keine feste Norm und das blieb noch lange Zeit so. Man findet also verschiedene Schreibweisen eines Wortes nebeneinander. Auch fehlten dem Galizischen bestimmte Begriffe, die in der Dichtung benötigt wurden, es war ja vorher mehrere hundert Jahre lang nur auf umgangssprachlicher Basis benutzt worden. Man bediente sich deshalb oft kastilischer Ausrücke. Der Gebrauch blieb in dieser Zeit weitgehend auf die Lyrik beschränkt. Man begann auch wissenschaftliches Interesse am Galizischen zu zeigen, erste Grammatiken und Wörterbücher entstanden, z.B. „Compendio de gramática gallega-castellana“ von Francisco Mirás 1864 oder das „Diccionario gallego castellano“ von Francisco Javier Rodrígues 1865.<br />
Seit dem Wiedererstarken des Galizischen in der Literatur gab es bei vielen Schriftstellern die Tendenz, in reinem Galizisch zu schreiben und es von möglichst vielen Kastilismen zu befreien. Einen damit verbundene Erscheinung ist die Bildung von „Hypergalegismen“. Das sind Wörter, die einer falsch angenommenen Etymologiezu Folge, fälschlicherweise „von der kastilischen in die galizische Form zurückgebracht wurden“.</p>
<p>d) 20. Jh</p>
<p>Anfang des 20. Jh erlangte das Galizische eine immer größere Bedeutung. Es wurde nun nicht mehr nur vorwiegend für Gedichte sondern zunehmend für Prosastücke, Dramen, Essays und wissenschaftliche Aufsätze benutzt. 1906 wurde die Real Academia Gallega (RAG) mit dem Ziel gegründet, das Galizische wissenschaftlich zu untersuchen und die galizische Sprache und Kultur zu fördern. Es entstanden auch andere Vereinigungen zur Förderung des Galizischen. 1916 wurde in Coruña die „Hirmandá de Amigos da Cruña“ gegründet, die die Zeitschrift „A nossa terra“ herausgab, die das Sprachrohr der Irmandades war, die sich hier und in anderen Städten gebildet hatten. 1920 wurde die Zeitschrift „Nós“ gegründet, die von 1920-1935 bestand und deren Artikel, die unterschiedliche Themen behandelten. Fast nur in Galizisch verfasst waren. 1923 entstand das Seminario des Estudos Galegos an der Universität von Santiago. 1931 wurde die Partido Gelegista gegründet, die sich auf politischem Gebiet für Galizien und die Autonomie einsetzte. Das Autonomiestatut von 1936 trat wegen des Bürgerkriegs nicht mehr in Kraft. Mit der Regierung Francos und der Unterdrückung der Autonomiebewegungen in den einzelnen Regionen verschwanden auch für einige zeit die Publikationen in galizischer Sprache.<br />
Buenos Aires, wohin viele Galizier, darunter auch Schriftsteller, emigriert waren, war ein wichtiges Zentrum der galizischen Sprache und Kultur. Dort wurden auch Bücher und Zeitschriften in galizisch veröffentlicht.<br />
Ein wichtiges Ereignis ist die Gründung des Verlags „Galaxia“ 1950 in Galizien. Dieser Verlag setzte sich sehr für das Ansehen und den Gebrauch des Galizischen ein. 1971 wurde an der Universität von Santiago das „Instituto da Lingua Galega (ILG)“ gegründet, das das Galizische erforschte und das erste Galizisch- Lehrbuch (Galego I, 1971) veröffentlichte, zahlreiche Arbeiten ins Galizische übersetzte und sich für Galizisch in Unterricht und Bildung einsetzte. Galizisch wurde auch in der Politik mehr und mehr verwendet (1965 erstes Flugblatt auf Galizisch). 1982 wurde die Orthographie gesetzlich normiert. Es entstanden in Zusammenarbeit von RAG und ILG die „Normas ortográficas e marfolóxicas do idiomas galego“, die von der Xunta de Galicia für verbindlich erklärt wurden. 1983, in der „Lei de Normalización“, wurde erklärt, dass jeder Galizier das Recht hat, Galizisch zu gebrauchen. Früher hatte man das Galizische in Bildung und Unterricht auf die jüngeren Klassen beschränkt, seit diesem Gesetz hat allerdings jeder das Recht, Galizisch zu benutzen, also auch Studenten, Professoren etc., und zwar mündlich wie schriftlich. Trotzdem spielt das Galizische immer noch eine dem Kastilischen untergeordnete Rolle. Es bleibt wohl vornehmlich auf den privaten Bereich beschränkt, während man sich bei offiziellen, formellen Anlässen oft des Kastilischen bedient. Dadurch fehlen dem Galizischen viele Begriffe, z.B. aus den Bereichen Forschung und Technik; diese Lücken werden meist mit den Kastilischen Wörtern gefüllt.</p>
<p>4. Sprachvergleich</p>
<p>a) Spezielle phonetische Züge, die das Galizisch- Portugiesische zwischen dem 8. und 12. Jh entwickelte:</p>
<p>-aus lateinisch cl-, pl,- fl- im Anlaut wird ch-, z.B. pluvia &gt; chuva (kast. Lluvia). Im Galizischen entstand in der Aussprache das Affrikat ĉ, im Portugiesischen ʃ. Beide Laute gibt es in der jeweils anderen Sprache nicht.</p>
<p>-intervokalisches -n- und -l- entfällt: luna &gt; lua (kast. Luna), palu &gt; pau (kast. palo)</p>
<p>-die Gruppe -mn- wird zu -m- reduziert: hominem &gt; homem</p>
<p>-das lateinische Anfangs-f bleibt erhalten: facere &gt; gal. facer, port. fazer (kast. hacer)</p>
<p>b) Phoneme des Galizischen, die es im Portugiesischen nicht gibt:</p>
<p>- ĉ wie z.B. in chamar, chuva</p>
<p>-Ɵ, wie z.B. in cedo</p>
<p>Diese beiden Phoneme hat das Galizische mit dem Kastilischen gemein.</p>
<p>- ƞ, wie z.B. in unha; dieses Phonem existiert weder im Kastilischen noch im Portugiesischen.</p>
<p>c) Phoneme des Portugiesischen, die es im Galizischen nicht gibt:</p>
<p>-v, wie z.B. in vida; das Portugiesische behält also den Unterschied b-v bei, während das Galizische, wohl vom Kastilischen beeinflusst, ihn aufhob</p>
<p>-z, wie z.B. in dizer</p>
<p>-Ʒ, wie z.B. in hoje</p>
<p>Beide Sprachen kennen im Unterschied zum Kastilischen den Laut ʃ.</p>
<p>d) Morphosyntax</p>
<p>d)a)Merkmale, die das Galizische und das Portugiesische im Gegensatz zum Kastilischen besitzen:</p>
<p>-Possesivepronomen werden mit bestimmtem Artikel gebraucht: port. o meu irmão kast. mi hermano</p>
<p>-Die unbetonten Pronomina werden den Verben in bejahten Hauptsätzen nachgestellt: port. eu chamo-me kast. yo me llamo</p>
<p>-Synthetisch gebildete Zeiten werden den zusammengesetzten vorgezogen</p>
<p>-Es existieren ein synthetisches Plusquamperfekt und ein persönlicher Infinitiv, außerdem ein Konjunktiv Futur</p>
<p>-“Lenguaje-eco“: auf Fragen wird nicht einfach mit ja oder nein geantwortet, sondern das Verb wiederholt: tu es Bruno?- Sou (sim)/ Não sou</p>
<p>-Das Galizische und das Portugiesische weichen in eingigen Fällen bei substantiven im Genus vom Kastilischen ab: gal./port. a cor kast. el color; port. a árvore, gal. a arbre kast. el árbol</p>
<p>d)b) Bei den Personalpronomina besitzt das Galizische im Gegensatz zum Portugiesischen und Kastilischen eine eigene Form für den Dativ der zweiten Person Singular (che). Im Portugiesischen und Kastilischen haben Dativ und Akkusativ beide die Form te. Eine weitere srpachliche Eigenheit, die nur das Galizische besitzt, ist der sog. „ethische Dativ“, damit wird amotionales Interesse an der Handlung ausgedrückt.</p>
<p>e) Lexikon:</p>
<p>Das Galizische besitzt im Vergleich zum Portugiesischen eine sehr hohe Anzahl an Kastilismen. Der galizische Wortschatz ist außerdem archaischer als der portugiesische, so dass viele Wörter, die im Galizischen noch gebraucht werden, in Portugal als veraltet gelten, bzw. überhaupt nicht mehr gebraucht werden.</p>
<p>5. Literatur</p>
<p>-Armado, W.G.: Geschichte Portugals, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz, 1966</p>
<p>-Berschin, H.; Fernández-Sevilla, Felixberger, J.: Die spanische Sprache, München 1987</p>
<p>-Historia da Lingua Portuguesa, Bd 1-6, Séc. XII-XX, São Paolo</p>
<p>-Hotus, G.; Metzeltin, M. (Hsrg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL), Band/Volume VI, 2, Galegisch, Portugiesisch, Tübingen 1994</p>
<p>-Jover, J.-M-; Reglá, J.; Seco, C.; Ubieto, A.: Introducción a la Historia de España, Barcelona 1969</p>
<p>-Luyken, M.: Das Galizische, Wilhelmsfeld 1994</p>
<p>-Messner, D.: Müller, H.-J.: Ibero- Romanisch, Darmstadt 1983</p>
<p>Ruhl, K.-J.: Spanien PLOETZ, Freiburg, Würzburg 1986<br />
1.Das Galizisch- Portugiesische:</p>
<p>a) Allgemeines</p>
<p>Das Galizisch-Portugiesische, Grundlage des Galizischen und des Portugiesischen, entstand im Gebiet der ehemaligen römischen Provinz Gallaecia, deren südliche Grenze der Duero war. Vor allem als Sprache der Lyrik erlangte es eine große Bedeutung (Blüte 13./14. JH). Sogar Alfons der Weise (Regierungszeit 1252-1284), der sich für die Verbreitung des Kastilischen als Verkehrs- und Handelssprache in ganz Spanien einsetzte, verfasste seine Gedichte in Glaizisch-Portugiesisch (z.B. die „cantigas de Santa Maria). Es gab Einfluss von Seiten der französischen Troubadourenlyrik (provenzalische Sänger kamen mit den Pilgern nach Santiago de Compostela). Die ältesten literarischen Texte sind Verse, die anfangs nur mündlich überliefert und später an den Höfen aufgezeichnet wurden. Von den bekannten Liedersammlungen ist die älteste der „Cancionero de Ajuda“ (vermutlich Ende 13./Anfang 14. Jh am portugiesischen Hof zusammengestellt). Auch Dokumente wurden in Galizisch-Portugiesisch abgefasst, die ältesten stammen aus dem frühen 13. Jh; man findet aber auch schon in früheren lateinischen Texten galizisch-portugiesische Elemente.<br />
Nachdem Portugal ab 1139 (bzw. 1143) unabhängig geworden war, begann sich das Galizisch-Portugiesische in zwei Varianten auseinanderzuentwickeln. Als Lyriksprache erlebte es im 14./15. Jh eine neue Blüte an den kastilischen Höfen, es handelt sich dabei aber um ein mit Kastilismen versetztes, etwas abgedriftetes Galizisch- Portugiesisch, da es ja praktisch nur für die Lyrik verwendet wurde.</p>
<p>b) Substrate:</p>
<p>Über die Völker oder Stämme, die vor der Romanisierung in Gallaecia lebten, ist nicht sehr vile bekannt. Man muss auf archäologische oder Zeugnisse griechisch-lateinischer Schriftsteller zurückgreifen, die allerdings spärlich sind. Bei den Völkern handelte es sich wohl sowohl um indoeuropäische als auch um vorindoeuropäische Stämme. Eine Gemeinsamkeit der Stämme war eine spezielle Siedlungsform: befestigte Bergsiedlungen, um ein Fort gruppiert.Vorindoeuropäischer Herkunft sind einige Vokabeln (z.B. mata, queiroga), indoeuropäisch die Suffixe -asco, -entia, -ace.</p>
<p>c) die Romanisierung</p>
<p>Die Romanisierung wurde in Gallaecia relativ spät abgeschlossen (zwischen 29 und 19 v. Chr.). Den Römern verdankte Gallaecia als Provinz ihre Grenzen und auch ihren Namen. Die Romanisierung und damit auch die Latinisierung gingen relativ schnell voran. Latein war immerhin die Verwaltungssprache der Römer und setzte sich, da es auf der ganzen Iberischen Halbinsel benutzt wurde, schnell als Mittel zur Verständigung, auch der verschiedensprachigen Stämme untereinander, durch. Latein war außerdem die Sprache des Christentums, das allmählich die Religion der Iberischen Halbinsel wurde.</p>
<p>d) Superstrate</p>
<p>-Die Sueben<br />
Im fünften Jahrhundert kamen germanische Stämme über die Pyrenäen auf der Suche nach Land auf die Iberische Halbinsel. Rom hatte 409 den Sueben, Vandalen und Alanen den Weg dorthin freigegeben. Der suebische Einfluss in sprachlicher Hinsicht war allerdings gering. Es handelt sich um Vokabeln und eventuell um die Resistenz gegenüber der Diphtongierung von offenem e und o, was im Gegensatz dazu im Kastilischen diphtongiert wird (z.B. gal. fora, port. fora, kast. Fuera).</p>
<p>-Die Westgoten<br />
Im Jahr 415 kamen die Westgoten als Verbündete Roms auf die Iberische Halbinsel. Sie waren gegen germanische Stämme, die zunehmend die Rechte der Römer beschnitten, um Hilfe gerufen worden. Allerdings lösten sich die Westgoten nach einiger Zeit von Rom und 475 wurde von den Römern die westgotische Oberhoheit in Spanien anerkannt. Im Jahr 585 besiegten die Westgoten auch die Sueben und absorbierten das suebische Reich. Auch die Westgoten, die schon weitgehend romanisiert waren, übten keinen großen direkten Einfluss auf die Sprache aus. Es handelt sich ebenfalls um einige wenige Vokabeln. Sie hatten insofern einen indirekten Einfluss, als sie den Kontakt mit Rom abbrachen. Dadurch beschleunigte sich die spezielle Eigenentwicklung des galizischen Latein und es behielt andererseits einen konservativen, archaischen Charakter, denn viele Neuerungen des Lateinischen machte das Galizische (wie auch das Kastilische) nicht mehr mit.</p>
<p>-Die Araber<br />
Im 8. Jh (711) fielen die Araber, die von einer der Gruppen, die im Westgotenreich um politische Macht kämpften, zu Hilfe gerufen worden waren, in Spanien ein. In kurzer Zeit war Spanien unter ihrer Herrschaft. Der Aufstand gegen die Moslems von christlicher Seite formierte sich in den Bergen von Asturias. Bereits um 750 vertrieben die Aufständischen die Araber aus Galizien. Einflüsse auf die Sprache finden sich wieder im Bereich der Vokabeln; die Wörter waren entweder durch nachbarschaftliche Kontakte oder später über das Kastilische ins Galizische gelangt.</p>
<p>2. Portugal</p>
<p>a) Unabhängigkeit Portugals bis 14. Jh</p>
<p>Alfons VI, König von León und Kastilien, die im Verlauf der Reconquista (Wiedereroberung Spaniens von der Mauren durch die christlichen Spanier) entstanden waren, überließ 1088 seinem Schwiegersohn Raimund von Burgund die Grafschaft Galizien. 1093 überleiß er seinm anderen Schwiegersohn, Bruder von Raimund, Heinrich von Burgund, die Grafschaft Portucale (Gebiet zwischen dem Minho und dem Mondego). Alfons I, Sohn von Heinrich, ließ sich 1139 nach einem Sieg über die Mauren bei Ourique zum König ausrufen. 1143 erkannte Alfons VIII von Kastilien und León die Unabhängigkeit Portugals an. Gleichzeitig dehnte sich der neue Staat mit der Reconquista nach Süden aus. 1250 schloss Alfons III die Eroberung der Algarve ab und Portugal hatte damit die Grenzen von heute. 1288 wurde eine Universität geründet, die erst in Lissabon, später in Coimbra war. König Dionysius (*1261 +1325) erklärte den Dialekt von Porto zur Nationalsprache Portugals. Doch erst ab dem 14. Jh begann das Portugiesische spezielle Züge zu entwickeln, die es vom Galizischen unterscheiden, beeinflusst von mozarabischen (Mozaraber: Christen, die unter arabischer Herrschaft leben) Dialekten, auf die es durch die Reconquista traf.</p>
<p>b) 15. Jh</p>
<p>Schon vor dem 15. Jh war das Zentrum des politischen, religiösen und kulturellen Lebens die Region um Lissabon. Folglich gingen auch von dort die sprachlichen Entwicklungen aus. Die Sprache der Bildung und Wissenschaft war allerdings nach wie vor Latein. Doch obwohl der sprachliche Unterricht theoretisch darin bestand, Latein zu lernen, und die Volkssprache außerhalb der Schulen auf mündlicher Basis angeeignet wurde, bekamen die Lernenden auch Bücher, die portugiesische Texte enthielten, in die Hände. Bei diesen Volkssprachlichen Texten handelte es sich zum großen Teil um Übersetzungen aus dem Lateinischen; wichtig für die portugiesische Sprache waren auch die historischen Werke, die sehr nah an der gesprochenen Sprache waren. Der erste portugiesische Chronist war Fernão Lopes, der die „Crônica de D. Pedro“, die „Crônica de D. Fernando“ und die ersten beiden Teile der „Crônica de D. João schrieb und praktisch der Begründer der portugiesischen Historiographie war. Es muss aber bemerkt werden, dass es noch keine Norm der Orthographie gab (erst ab 1911 bzw. 1916), also findet man bis dahin in den Texten verschiedene Schreibweisen, manchmal sogar innerhalb des selben Textes. Die Sprache der Texte war noch sehr am Latein orientiert, obwohl man anfing, den Wortschatz, die Syntax etc. an die einfachere Volkssprache und die Schreibweise der Wörter an die Aussprache anzupassen.</p>
<p>c) 16.-18. Jh</p>
<p>Im 16. Jh war das Gebiet Portugals mit Ausnahme von Olivenza (Teil von Extremadura), das bis 1657 und erneut von 1668-1801 portugiesisch war, das selbe wie heute. Durch die Ausdehnung Portugals nach Übersee und die Kontakte mit Afrika und dem Orient fanden Wörter von dort Eingang ins Portugiesische, was vor allem in der Sprache der Historiker zum Ausdruck kommt.</p>
<p>c)a)Die Relatinisierung, erste Grammatiken<br />
Unter dem Einfluss des Humanismus und damit der Wiederentdeckung der griechisch- lateinischen Kultur erfuhr das Portugiesische ab dem 16. Jh eine Relatinisierung, die sich bis ins 18. Jh hinzog.<br />
Portugal öffnete sich auch nach Europa hin und es fand reger kultureller Austausch statt. Die sogenannten „estrangeirados“ waren Portugiesen, die verschiedene Universitäten Europas besuchten und als Verbindungsglieder zwischen Europa und Portugal dienten. Die Verständigung erfolgte auf Latein, das überall an den Universitäten gesprochen und verstanden wurde. Der portugiesische Humanismus erreichte in der ersten Hälfte des 16. Jh seine größte Ausdehnung. 1547 wurde das „Colégio das Artes“ in Coimbra gegründet, an dem „estrangeirados“ und ausländische Humanisten unterrichteten. 1540 trafen die ersten Jesuiten auf Ruf des Königs in Portugal ein. Diese hielten bis zu ihrer Vertreibung durch den Marquis von Pombal 1759 zahlreiche Bildungsinstitutionen in ihren Händen und waren auf kulturellem Gebiet von großem Einfluss. So war der bedeutendste Schriftsteller des 17. Jh, António Viera, Jesuit. Auch bei den Jesuiten spielte Latein in der Bildung eine herausragende Rolle. Die Könige Portugals waren ebenfalls vom Humanismus und den klassischen Sprachen eingenommen. Dies alles wirkte sich natürlich auf die Sprache aus. Man tendierte dazu, das Portugiesische zu relatinisieren, orientierte z.B. die Schreibweise der Wörter eher an der Etymologie als an der Aussprache, so schrieb man z.B. crescer statt crecer oder signo statt sino, wobei auch hier wieder die Formen oft nebeneinander verwendet wurden. Als Folge passten sich entweder die Aussprache an die Orthographie an, wie z.B. im Fall von digno (statt dino), oder die beiden Formen nahmen verschiedene Bedeutungen an, wie z.B: bei signo (Zeichen) und sino (Glocke). Manchmal kam es auch vor, dass Wörter, die z.B: aus dem arabischen kamen, fälschlicherweise relatinisiert wurden.<br />
Im 16. Jh entstanden auch die ersten Grammatiken und Wörterbücher der portugiesischen Sprache, angeregt wieder durch die klassischen Sprachen. Man verspürte den Wunsch, auch das Portugiesische zu systematisieren, wobei es nicht nur gegenüber dem Lateinischen als ebenbürtig ausgewiesen werden sollte, sondern auch gegenüber dem Spanischen.</p>
<p>c)b)Portugiesisch-kastilische Zweisprachigkeit<br />
Ab 1450 waren die Beziehungen zwischen Spanien und Portugal sehr intensiv, v.a. Durch Heiraten zwischen den beiden Königshäusern. So entstand am portugiesischen Hof eine Zweisprachigkeit. Das Kastilische besaß außerdem, durch das hohe Niveau der spanischen Wissenschaften, ein großes Ansehen. Bald sprachen die höheren Bevölkerungsschichten neben Portugiesisch auch Spanisch. Da in den niedrigen Schichten praktisch kein Kastilisch gesprochen wurde, sah man es mehr und mehr als Prestigesprache an. Die meisten portugiesischen Schriftsteller schrieben gleichzeitig auch in Kastilisch, so z.B. Gil Vicente und Camões. Zwischen 1580 und 1640, als der König Spaniens gleichzeit König Portugals und somit die beiden Königreiche eng vereint waren, setzte sich dies Zweisprachigkeit verstärkt fprt. Ab 1640 (Beginn des Krieges zwischen Spanien und Portugal, bis 1668 Portugals Unabhängigkeit anerkannt wurde) hörte die Zweisprachigkeit allmählich auf, ein Prozess, der sich allerdings noch bis Ende des 17: Jh hinzog.</p>
<p>d) 18.Jh</p>
<p>Das 18. Jh ist gekennzeichnet durch eine Modernisierung des Denkens und auch der bildung und Kultur, v.a. Durch den Marquis von Pombal, der unter König Josef I (1750-1777) Minister und als „estrangeirado“ der Meinung war, Politik und Bildung müssten von Grund auf modernisiert werden. 1759 wurden die Jesuiten , die bis dahin den Unterricht und die Bildung in Händen hatten, aus Portugal vertrieben. Unter anderem wurde 1770 das Colégio dos Nobres gegründet, dessen Programm auch den Unterricht des Portugiesischen und anderer moderner Sprachen vorsah. Auch die Universität von Coimbra wurde umgestaltet, indem man dort, wie überall, mit der Art des unterrichts der Jesuiten brach. Bei den grammatikalischen Studien hatte nun die Orthographie Vorrang. Es entstanden u.a. die Orthographien von Luis Caetano de Lima (1736) und João Madureira Feijó (1739). Am Rande sei angemerkt, dass der Marques de Pombal, der hier als großer Reformator der Bildung beschrieben wird, auch eine andere Seite hatte, er ging oft mit größter Brutalität zu Werk, um seine Ziele durchzusetzen.</p>
<p>e) Der Einfluss des Französischen</p>
<p>Ab ca. 1750 bis nach dem 2. Weltkrieg übte Frankreich großen kulturellen Einfluss auf Portugal aus. Dieser kam v.a. Über die Literatur. Werke des französischen Neoklassizismus und auch des Antiromantizismus waren von großer Bedeutung. Außerdem wurden in Portugal englischen, deutsche und russische Schriftsteller hauptsächlich in der französischen Übersetzung gelesen. Es gingen zahlreiche Gallizismen in den Portugiesischen Wortschatz ein, der Einfluss erstreckte sich aber auch auf Morphologie und Syntax.</p>
<p>f) 19. Jh</p>
<p>Die liberale Revolution von 1820 übte Einfluss auf den Wortschatz aus, obwohl schon nach 3 Jahren der Absolutismus wieder eingeführt wurde, da diese relativ kurze Zeitspanne den Abschluss einer längeren Entwicklung darstellte. Vor allem die Presse spielte eine große Rolle, Wörter, die dort häufig verwendet wurden sind z.B. liberdade, progresso, razão, opinião, lei.<br />
Auch die Literatur erlebte im 19. Jh eine Blüte. Wichtige Schriftsteller waren u.a. Garret und Queiros.</p>
<p>g) 20.Jh</p>
<p>Geschichtlich waren in Portugal vor allem folgende Faktoren maßgebend: die Einführung der Republik 1911, die Machtergreifung durch Salazar 1926 und das Errichten des Estado Novo (faschistischer Staatstyp), die Teilnahme am 1. und die Neutralität im 2. Weltkrieg, die Revolution von 1974, die die Wiedereinführung der Demokratie zur Folge hatte und schließlich die Dekolonisierung.<br />
Die Regierung von 1910 gab einer von ihr eingesetzten Kommission den Auftrag, eine orthographiereform auszuarbeiten; 1911 wurde sie fertig, 1916 trat sie in Kraft. Während des Estado Novo stagnierte in Portugal die schriftstellerische und sprachwissenschaftliche Tätigkeit. Nach 1974 zeigte die Regierung jedoch großes Interesse an der portugiesischen Sprache und betrieb „linguistische Politik“. Es wurden u.a. Lektoren an ausländische Universitäten geschickt und Kontakte mit Brasilien und den portugiesischsprachigen Ländern Afrikas gepflegt. 1983 fand ein Kongress zur aktuellen Situation des Portugiesischen auf der Welt statt und 1990 unterzeichneten Portugal, Brasilien und fünft Länder Afrikas die Einverständniserklärung zur Vereinheitlichung der orthographie.</p>
<p>h) Der Einfluss des Englischen</p>
<p>Nach dem 2. Weltkrieg beginnt der englisch-amerikanische Einfluss auf das Portugiesische, und es gehen zunehmend Anglizismen in den Wortschatz ein. Vorher waren englische Wörter v.a. Über das Französische ins Portugiesische gekommen, wie z.B. vagão von französisch wagon von englisch waggon. Es wird immer mehr englisch unterrichtet, die Verbreitung englischer Filme nimmt zu. Da Filme in Portugal nicht synchronisiert werden, sondern in Originalfassung mit Untertiteln laufen, trägt dies zur Verbreitung des Englischen bei.</p>
<p>3. Das Galizische</p>
<p>Während Portugal seit 1130 bzw. 1143 ein unabhängiger Staat ist, erreichte Galizien diesen Staus nie. Es gehörte zuerst zu León, dann zu Kastilien und schließlich zu Spanien. Somit war das Galizische auch nie National- und Staats- sondern immer nur Regionalsprache.</p>
<p>a)14.-16- Jh</p>
<p>Das erste galizische Dokument stammt von 1227 und ist eine Schenkungsurkunde. Galizisch wurde zuerst neben dem Lateinischen und später neben dem Kastilischen für Urkunden, in der Kirche, etc. gebraucht. Ab dem 14. Jh spielte das Kastilische eine immer bedeutendere Rolle in Galizien. Es gab Auseinandersetzungen um die Erbfolge in Kastilien. Die sich durchsetzende Partei verringerte die Macht des galizischen Adels, da dieser die Gegenpartei unterstützt hatte. Die Ländereien, die Galiziern abgenommen worden waren, wurden zum Großteil kastilischen Familien überlassen. Auch unter den „katholischen Königen“ wurden weiter fremde Adelige in Galizien angesiedelt. Das die neue Oberschicht weiterhin das Kastilische benutzte, sprach bald der gesamte Adel und auch der Klerus (es wurden auch Bischöfe von außerhalb angesiedelt) im öffentlichen Leben Kastilisch. Im 14. Jh kann man bereits von einer galizisch-kastilischen Zweisprachigkeit in den höheren Bevölkerungsschichten ausgehen, dann nahmen die Bedeutung und das Prestige des Kastilischen immer weiter zu. Ab Mitte des 16. Jh wurde das Galizische für Dokumente praktisch nicht mehr gebraucht.</p>
<p>b) 16.-Mitte 19. Jh</p>
<p>In diesem Zeitraum existierte das Galizische als geschriebene Sprache praktisch nicht. Dafür gab es verschiedene Gründe: da die oberen Gesellschaftsschichten in der Öffentlichkeit das Kastilische benutzten, stand das Galizische in ziemlich geringem Ansehen, als Sprache der Unterschicht sozusagen. Ab dem 17. Jh emigrierten viele Galizier wegen der großen Armut in der Region. Diese Emigranten gehörten ebenfalls niedrigen Schichten an, wodurch das Galizische, auch außerhalb Galiziens noch verstärkt mit Armut und Rückständigkeit assoziiert wurde. Es kam sogar soweit, dass einige Galizier ihre Identität leugneten. Während dieser Zeitspanne wollten die Schriftsteller natürlich nicht das Galizische für ihre Arbeiten verwenden. Eine Ausnahme war Frai Martin Sarmiento (1695-1772), ein Benediktinermönch, der sich sehr für das Galizische interessierte und es auch erforschte. Allerdings schrieb er seinen Arbeiten in Kastilisch, von denen aber damals keine einzige veröffentlicht wurde. Allerdings stammen heute alle Informationen über das Galizische des 18.Jh von Sarmiento. Ab dem 18. Jh waren Unterricht, Zeitungen, Bücher, etc, auf Kastilisch und der soziale Aufstieg nur über diese Sprache möglich.</p>
<p>c) 19. Jh</p>
<p>Beeinflusst durch die Romantik und ihr Interesse für das Volkstümliche, erwachte auch in Galizien wieder das Bewusstsein der eigenen Region, Sprache und Geschichte. Ab Mitte des 19. Jh versuchte man nach langer Zeit wiedr, Galizisch in der Literatur zu verwenden. Im Jahr 1861 fanden z.B. die Xogos Florais da Coruna statt, ein Dichterwettbewerb, um das Galizische zu fördern. Die Eröffnungsansprache wurde auf Galizisch gehalten, im Wettbewerb gab es allerdings auch Gedichte in Kastilischer Sprache. Das wichtigste Jahr in diesem Zeitraum ist jedoch 1863. In jenem Jahr veröffentlichte Rosalía de Castro die „Cantares Gallegas“, einen Gedichtband, das erste Werk in jener Zeit mit hohem literarischem Wert. 1880 veröffentlichte sie die „Follas Novas“ ebefalls Gedichte, und es wurde der erste galizische Roman, „Maxina ou a filla espúrea“ von Marcial Valladares publiziert. Am Anfang der schriftlichen Schaffensphase in galizischer Sprache stellte sich allerdings das Problem, dass sich die Schriftsteller nach keinem Vorbild richten konnten; die mittelalterlichen Liedersammlungen wurden erst 1875-1904 wiederentdeckt. So orientierte man sich an der gesprochenen Sprache. Es gab keine feste Norm und das blieb noch lange Zeit so. Man findet also verschiedene Schreibweisen eines Wortes nebeneinander. Auch fehlten dem Galizischen bestimmte Begriffe, die in der Dichtung benötigt wurden, es war ja vorher mehrere hundert Jahre lang nur auf umgangssprachlicher Basis benutzt worden. Man bediente sich deshalb oft kastilischer Ausrücke. Der Gebrauch blieb in dieser Zeit weitgehend auf die Lyrik beschränkt. Man begann auch wissenschaftliches Interesse am Galizischen zu zeigen, erste Grammatiken und Wörterbücher entstanden, z.B. „Compendio de gramática gallega-castellana“ von Francisco Mirás 1864 oder das „Diccionario gallego castellano“ von Francisco Javier Rodrígues 1865.<br />
Seit dem Wiedererstarken des Galizischen in der Literatur gab es bei vielen Schriftstellern die Tendenz, in reinem Galizisch zu schreiben und es von möglichst vielen Kastilismen zu befreien. Einen damit verbundene Erscheinung ist die Bildung von „Hypergalegismen“. Das sind Wörter, die einer falsch angenommenen Etymologiezu Folge, fälschlicherweise „von der kastilischen in die galizische Form zurückgebracht wurden“.</p>
<p>d) 20. Jh</p>
<p>Anfang des 20. Jh erlangte das Galizische eine immer größere Bedeutung. Es wurde nun nicht mehr nur vorwiegend für Gedichte sondern zunehmend für Prosastücke, Dramen, Essays und wissenschaftliche Aufsätze benutzt. 1906 wurde die Real Academia Gallega (RAG) mit dem Ziel gegründet, das Galizische wissenschaftlich zu untersuchen und die galizische Sprache und Kultur zu fördern. Es entstanden auch andere Vereinigungen zur Förderung des Galizischen. 1916 wurde in Coruña die „Hirmandá de Amigos da Cruña“ gegründet, die die Zeitschrift „A nossa terra“ herausgab, die das Sprachrohr der Irmandades war, die sich hier und in anderen Städten gebildet hatten. 1920 wurde die Zeitschrift „Nós“ gegründet, die von 1920-1935 bestand und deren Artikel, die unterschiedliche Themen behandelten. Fast nur in Galizisch verfasst waren. 1923 entstand das Seminario des Estudos Galegos an der Universität von Santiago. 1931 wurde die Partido Gelegista gegründet, die sich auf politischem Gebiet für Galizien und die Autonomie einsetzte. Das Autonomiestatut von 1936 trat wegen des Bürgerkriegs nicht mehr in Kraft. Mit der Regierung Francos und der Unterdrückung der Autonomiebewegungen in den einzelnen Regionen verschwanden auch für einige zeit die Publikationen in galizischer Sprache.<br />
Buenos Aires, wohin viele Galizier, darunter auch Schriftsteller, emigriert waren, war ein wichtiges Zentrum der galizischen Sprache und Kultur. Dort wurden auch Bücher und Zeitschriften in galizisch veröffentlicht.<br />
Ein wichtiges Ereignis ist die Gründung des Verlags „Galaxia“ 1950 in Galizien. Dieser Verlag setzte sich sehr für das Ansehen und den Gebrauch des Galizischen ein. 1971 wurde an der Universität von Santiago das „Instituto da Lingua Galega (ILG)“ gegründet, das das Galizische erforschte und das erste Galizisch- Lehrbuch (Galego I, 1971) veröffentlichte, zahlreiche Arbeiten ins Galizische übersetzte und sich für Galizisch in Unterricht und Bildung einsetzte. Galizisch wurde auch in der Politik mehr und mehr verwendet (1965 erstes Flugblatt auf Galizisch). 1982 wurde die Orthographie gesetzlich normiert. Es entstanden in Zusammenarbeit von RAG und ILG die „Normas ortográficas e marfolóxicas do idiomas galego“, die von der Xunta de Galicia für verbindlich erklärt wurden. 1983, in der „Lei de Normalización“, wurde erklärt, dass jeder Galizier das Recht hat, Galizisch zu gebrauchen. Früher hatte man das Galizische in Bildung und Unterricht auf die jüngeren Klassen beschränkt, seit diesem Gesetz hat allerdings jeder das Recht, Galizisch zu benutzen, also auch Studenten, Professoren etc., und zwar mündlich wie schriftlich. Trotzdem spielt das Galizische immer noch eine dem Kastilischen untergeordnete Rolle. Es bleibt wohl vornehmlich auf den privaten Bereich beschränkt, während man sich bei offiziellen, formellen Anlässen oft des Kastilischen bedient. Dadurch fehlen dem Galizischen viele Begriffe, z.B. aus den Bereichen Forschung und Technik; diese Lücken werden meist mit den Kastilischen Wörtern gefüllt.</p>
<p>4. Sprachvergleich</p>
<p>a) Spezielle phonetische Züge, die das Galizisch- Portugiesische zwischen dem 8. und 12. Jh entwickelte:</p>
<p>-aus lateinisch cl-, pl,- fl- im Anlaut wird ch-, z.B. pluvia &gt; chuva (kast. Lluvia). Im Galizischen entstand in der Aussprache das Affrikat ĉ, im Portugiesischen ʃ. Beide Laute gibt es in der jeweils anderen Sprache nicht.</p>
<p>-intervokalisches -n- und -l- entfällt: luna &gt; lua (kast. Luna), palu &gt; pau (kast. palo)</p>
<p>-die Gruppe -mn- wird zu -m- reduziert: hominem &gt; homem</p>
<p>-das lateinische Anfangs-f bleibt erhalten: facere &gt; gal. facer, port. fazer (kast. hacer)</p>
<p>b) Phoneme des Galizischen, die es im Portugiesischen nicht gibt:</p>
<p>- ĉ wie z.B. in chamar, chuva</p>
<p>-Ɵ, wie z.B. in cedo</p>
<p>Diese beiden Phoneme hat das Galizische mit dem Kastilischen gemein.</p>
<p>- ƞ, wie z.B. in unha; dieses Phonem existiert weder im Kastilischen noch im Portugiesischen.</p>
<p>c) Phoneme des Portugiesischen, die es im Galizischen nicht gibt:</p>
<p>-v, wie z.B. in vida; das Portugiesische behält also den Unterschied b-v bei, während das Galizische, wohl vom Kastilischen beeinflusst, ihn aufhob</p>
<p>-z, wie z.B. in dizer</p>
<p>-Ʒ, wie z.B. in hoje</p>
<p>Beide Sprachen kennen im Unterschied zum Kastilischen den Laut ʃ.</p>
<p>d) Morphosyntax</p>
<p>d)a)Merkmale, die das Galizische und das Portugiesische im Gegensatz zum Kastilischen besitzen:</p>
<p>-Possesivepronomen werden mit bestimmtem Artikel gebraucht: port. o meu irmão kast. mi hermano</p>
<p>-Die unbetonten Pronomina werden den Verben in bejahten Hauptsätzen nachgestellt: port. eu chamo-me kast. yo me llamo</p>
<p>-Synthetisch gebildete Zeiten werden den zusammengesetzten vorgezogen</p>
<p>-Es existieren ein synthetisches Plusquamperfekt und ein persönlicher Infinitiv, außerdem ein Konjunktiv Futur</p>
<p>-“Lenguaje-eco“: auf Fragen wird nicht einfach mit ja oder nein geantwortet, sondern das Verb wiederholt: tu es Bruno?- Sou (sim)/ Não sou</p>
<p>-Das Galizische und das Portugiesische weichen in eingigen Fällen bei substantiven im Genus vom Kastilischen ab: gal./port. a cor kast. el color; port. a árvore, gal. a arbre kast. el árbol</p>
<p>d)b) Bei den Personalpronomina besitzt das Galizische im Gegensatz zum Portugiesischen und Kastilischen eine eigene Form für den Dativ der zweiten Person Singular (che). Im Portugiesischen und Kastilischen haben Dativ und Akkusativ beide die Form te. Eine weitere srpachliche Eigenheit, die nur das Galizische besitzt, ist der sog. „ethische Dativ“, damit wird amotionales Interesse an der Handlung ausgedrückt.</p>
<p>e) Lexikon:</p>
<p>Das Galizische besitzt im Vergleich zum Portugiesischen eine sehr hohe Anzahl an Kastilismen. Der galizische Wortschatz ist außerdem archaischer als der portugiesische, so dass viele Wörter, die im Galizischen noch gebraucht werden, in Portugal als veraltet gelten, bzw. überhaupt nicht mehr gebraucht werden.</p>
<p>5. Literatur</p>
<p>-Armado, W.G.: Geschichte Portugals, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz, 1966</p>
<p>-Berschin, H.; Fernández-Sevilla, Felixberger, J.: Die spanische Sprache, München 1987</p>
<p>-Historia da Lingua Portuguesa, Bd 1-6, Séc. XII-XX, São Paolo</p>
<p>-Hotus, G.; Metzeltin, M. (Hsrg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL), Band/Volume VI, 2, Galegisch, Portugiesisch, Tübingen 1994</p>
<p>-Jover, J.-M-; Reglá, J.; Seco, C.; Ubieto, A.: Introducción a la Historia de España, Barcelona 1969</p>
<p>-Luyken, M.: Das Galizische, Wilhelmsfeld 1994</p>
<p>-Messner, D.: Müller, H.-J.: Ibero- Romanisch, Darmstadt 1983</p>
<p>Ruhl, K.-J.: Spanien PLOETZ, Freiburg, Würzburg 1986</p>
<p>1.Das Galizisch- Portugiesische:</p>
<p>a) Allgemeines</p>
<p>Das Galizisch-Portugiesische, Grundlage des Galizischen und des Portugiesischen, entstand im Gebiet der ehemaligen römischen Provinz Gallaecia, deren südliche Grenze der Duero war. Vor allem als Sprache der Lyrik erlangte es eine große Bedeutung (Blüte 13./14. JH). Sogar Alfons der Weise (Regierungszeit 1252-1284), der sich für die Verbreitung des Kastilischen als Verkehrs- und Handelssprache in ganz Spanien einsetzte, verfasste seine Gedichte in Glaizisch-Portugiesisch (z.B. die „cantigas de Santa Maria). Es gab Einfluss von Seiten der französischen Troubadourenlyrik (provenzalische Sänger kamen mit den Pilgern nach Santiago de Compostela). Die ältesten literarischen Texte sind Verse, die anfangs nur mündlich überliefert und später an den Höfen aufgezeichnet wurden. Von den bekannten Liedersammlungen ist die älteste der „Cancionero de Ajuda“ (vermutlich Ende 13./Anfang 14. Jh am portugiesischen Hof zusammengestellt). Auch Dokumente wurden in Galizisch-Portugiesisch abgefasst, die ältesten stammen aus dem frühen 13. Jh; man findet aber auch schon in früheren lateinischen Texten galizisch-portugiesische Elemente.<br />
Nachdem Portugal ab 1139 (bzw. 1143) unabhängig geworden war, begann sich das Galizisch-Portugiesische in zwei Varianten auseinanderzuentwickeln. Als Lyriksprache erlebte es im 14./15. Jh eine neue Blüte an den kastilischen Höfen, es handelt sich dabei aber um ein mit Kastilismen versetztes, etwas abgedriftetes Galizisch- Portugiesisch, da es ja praktisch nur für die Lyrik verwendet wurde.</p>
<p>b) Substrate:</p>
<p>Über die Völker oder Stämme, die vor der Romanisierung in Gallaecia lebten, ist nicht sehr vile bekannt. Man muss auf archäologische oder Zeugnisse griechisch-lateinischer Schriftsteller zurückgreifen, die allerdings spärlich sind. Bei den Völkern handelte es sich wohl sowohl um indoeuropäische als auch um vorindoeuropäische Stämme. Eine Gemeinsamkeit der Stämme war eine spezielle Siedlungsform: befestigte Bergsiedlungen, um ein Fort gruppiert.Vorindoeuropäischer Herkunft sind einige Vokabeln (z.B. mata, queiroga), indoeuropäisch die Suffixe -asco, -entia, -ace.</p>
<p>c) die Romanisierung</p>
<p>Die Romanisierung wurde in Gallaecia relativ spät abgeschlossen (zwischen 29 und 19 v. Chr.). Den Römern verdankte Gallaecia als Provinz ihre Grenzen und auch ihren Namen. Die Romanisierung und damit auch die Latinisierung gingen relativ schnell voran. Latein war immerhin die Verwaltungssprache der Römer und setzte sich, da es auf der ganzen Iberischen Halbinsel benutzt wurde, schnell als Mittel zur Verständigung, auch der verschiedensprachigen Stämme untereinander, durch. Latein war außerdem die Sprache des Christentums, das allmählich die Religion der Iberischen Halbinsel wurde.</p>
<p>d) Superstrate</p>
<p>-Die Sueben<br />
Im fünften Jahrhundert kamen germanische Stämme über die Pyrenäen auf der Suche nach Land auf die Iberische Halbinsel. Rom hatte 409 den Sueben, Vandalen und Alanen den Weg dorthin freigegeben. Der suebische Einfluss in sprachlicher Hinsicht war allerdings gering. Es handelt sich um Vokabeln und eventuell um die Resistenz gegenüber der Diphtongierung von offenem e und o, was im Gegensatz dazu im Kastilischen diphtongiert wird (z.B. gal. fora, port. fora, kast. Fuera).</p>
<p>-Die Westgoten<br />
Im Jahr 415 kamen die Westgoten als Verbündete Roms auf die Iberische Halbinsel. Sie waren gegen germanische Stämme, die zunehmend die Rechte der Römer beschnitten, um Hilfe gerufen worden. Allerdings lösten sich die Westgoten nach einiger Zeit von Rom und 475 wurde von den Römern die westgotische Oberhoheit in Spanien anerkannt. Im Jahr 585 besiegten die Westgoten auch die Sueben und absorbierten das suebische Reich. Auch die Westgoten, die schon weitgehend romanisiert waren, übten keinen großen direkten Einfluss auf die Sprache aus. Es handelt sich ebenfalls um einige wenige Vokabeln. Sie hatten insofern einen indirekten Einfluss, als sie den Kontakt mit Rom abbrachen. Dadurch beschleunigte sich die spezielle Eigenentwicklung des galizischen Latein und es behielt andererseits einen konservativen, archaischen Charakter, denn viele Neuerungen des Lateinischen machte das Galizische (wie auch das Kastilische) nicht mehr mit.</p>
<p>-Die Araber<br />
Im 8. Jh (711) fielen die Araber, die von einer der Gruppen, die im Westgotenreich um politische Macht kämpften, zu Hilfe gerufen worden waren, in Spanien ein. In kurzer Zeit war Spanien unter ihrer Herrschaft. Der Aufstand gegen die Moslems von christlicher Seite formierte sich in den Bergen von Asturias. Bereits um 750 vertrieben die Aufständischen die Araber aus Galizien. Einflüsse auf die Sprache finden sich wieder im Bereich der Vokabeln; die Wörter waren entweder durch nachbarschaftliche Kontakte oder später über das Kastilische ins Galizische gelangt.</p>
<p>2. Portugal</p>
<p>a) Unabhängigkeit Portugals bis 14. Jh</p>
<p>Alfons VI, König von León und Kastilien, die im Verlauf der Reconquista (Wiedereroberung Spaniens von der Mauren durch die christlichen Spanier) entstanden waren, überließ 1088 seinem Schwiegersohn Raimund von Burgund die Grafschaft Galizien. 1093 überleiß er seinm anderen Schwiegersohn, Bruder von Raimund, Heinrich von Burgund, die Grafschaft Portucale (Gebiet zwischen dem Minho und dem Mondego). Alfons I, Sohn von Heinrich, ließ sich 1139 nach einem Sieg über die Mauren bei Ourique zum König ausrufen. 1143 erkannte Alfons VIII von Kastilien und León die Unabhängigkeit Portugals an. Gleichzeitig dehnte sich der neue Staat mit der Reconquista nach Süden aus. 1250 schloss Alfons III die Eroberung der Algarve ab und Portugal hatte damit die Grenzen von heute. 1288 wurde eine Universität geründet, die erst in Lissabon, später in Coimbra war. König Dionysius (*1261 +1325) erklärte den Dialekt von Porto zur Nationalsprache Portugals. Doch erst ab dem 14. Jh begann das Portugiesische spezielle Züge zu entwickeln, die es vom Galizischen unterscheiden, beeinflusst von mozarabischen (Mozaraber: Christen, die unter arabischer Herrschaft leben) Dialekten, auf die es durch die Reconquista traf.</p>
<p>b) 15. Jh</p>
<p>Schon vor dem 15. Jh war das Zentrum des politischen, religiösen und kulturellen Lebens die Region um Lissabon. Folglich gingen auch von dort die sprachlichen Entwicklungen aus. Die Sprache der Bildung und Wissenschaft war allerdings nach wie vor Latein. Doch obwohl der sprachliche Unterricht theoretisch darin bestand, Latein zu lernen, und die Volkssprache außerhalb der Schulen auf mündlicher Basis angeeignet wurde, bekamen die Lernenden auch Bücher, die portugiesische Texte enthielten, in die Hände. Bei diesen Volkssprachlichen Texten handelte es sich zum großen Teil um Übersetzungen aus dem Lateinischen; wichtig für die portugiesische Sprache waren auch die historischen Werke, die sehr nah an der gesprochenen Sprache waren. Der erste portugiesische Chronist war Fernão Lopes, der die „Crônica de D. Pedro“, die „Crônica de D. Fernando“ und die ersten beiden Teile der „Crônica de D. João schrieb und praktisch der Begründer der portugiesischen Historiographie war. Es muss aber bemerkt werden, dass es noch keine Norm der Orthographie gab (erst ab 1911 bzw. 1916), also findet man bis dahin in den Texten verschiedene Schreibweisen, manchmal sogar innerhalb des selben Textes. Die Sprache der Texte war noch sehr am Latein orientiert, obwohl man anfing, den Wortschatz, die Syntax etc. an die einfachere Volkssprache und die Schreibweise der Wörter an die Aussprache anzupassen.</p>
<p>c) 16.-18. Jh</p>
<p>Im 16. Jh war das Gebiet Portugals mit Ausnahme von Olivenza (Teil von Extremadura), das bis 1657 und erneut von 1668-1801 portugiesisch war, das selbe wie heute. Durch die Ausdehnung Portugals nach Übersee und die Kontakte mit Afrika und dem Orient fanden Wörter von dort Eingang ins Portugiesische, was vor allem in der Sprache der Historiker zum Ausdruck kommt.</p>
<p>c)a)Die Relatinisierung, erste Grammatiken<br />
Unter dem Einfluss des Humanismus und damit der Wiederentdeckung der griechisch- lateinischen Kultur erfuhr das Portugiesische ab dem 16. Jh eine Relatinisierung, die sich bis ins 18. Jh hinzog.<br />
Portugal öffnete sich auch nach Europa hin und es fand reger kultureller Austausch statt. Die sogenannten „estrangeirados“ waren Portugiesen, die verschiedene Universitäten Europas besuchten und als Verbindungsglieder zwischen Europa und Portugal dienten. Die Verständigung erfolgte auf Latein, das überall an den Universitäten gesprochen und verstanden wurde. Der portugiesische Humanismus erreichte in der ersten Hälfte des 16. Jh seine größte Ausdehnung. 1547 wurde das „Colégio das Artes“ in Coimbra gegründet, an dem „estrangeirados“ und ausländische Humanisten unterrichteten. 1540 trafen die ersten Jesuiten auf Ruf des Königs in Portugal ein. Diese hielten bis zu ihrer Vertreibung durch den Marquis von Pombal 1759 zahlreiche Bildungsinstitutionen in ihren Händen und waren auf kulturellem Gebiet von großem Einfluss. So war der bedeutendste Schriftsteller des 17. Jh, António Viera, Jesuit. Auch bei den Jesuiten spielte Latein in der Bildung eine herausragende Rolle. Die Könige Portugals waren ebenfalls vom Humanismus und den klassischen Sprachen eingenommen. Dies alles wirkte sich natürlich auf die Sprache aus. Man tendierte dazu, das Portugiesische zu relatinisieren, orientierte z.B. die Schreibweise der Wörter eher an der Etymologie als an der Aussprache, so schrieb man z.B. crescer statt crecer oder signo statt sino, wobei auch hier wieder die Formen oft nebeneinander verwendet wurden. Als Folge passten sich entweder die Aussprache an die Orthographie an, wie z.B. im Fall von digno (statt dino), oder die beiden Formen nahmen verschiedene Bedeutungen an, wie z.B: bei signo (Zeichen) und sino (Glocke). Manchmal kam es auch vor, dass Wörter, die z.B: aus dem arabischen kamen, fälschlicherweise relatinisiert wurden.<br />
Im 16. Jh entstanden auch die ersten Grammatiken und Wörterbücher der portugiesischen Sprache, angeregt wieder durch die klassischen Sprachen. Man verspürte den Wunsch, auch das Portugiesische zu systematisieren, wobei es nicht nur gegenüber dem Lateinischen als ebenbürtig ausgewiesen werden sollte, sondern auch gegenüber dem Spanischen.</p>
<p>c)b)Portugiesisch-kastilische Zweisprachigkeit<br />
Ab 1450 waren die Beziehungen zwischen Spanien und Portugal sehr intensiv, v.a. Durch Heiraten zwischen den beiden Königshäusern. So entstand am portugiesischen Hof eine Zweisprachigkeit. Das Kastilische besaß außerdem, durch das hohe Niveau der spanischen Wissenschaften, ein großes Ansehen. Bald sprachen die höheren Bevölkerungsschichten neben Portugiesisch auch Spanisch. Da in den niedrigen Schichten praktisch kein Kastilisch gesprochen wurde, sah man es mehr und mehr als Prestigesprache an. Die meisten portugiesischen Schriftsteller schrieben gleichzeitig auch in Kastilisch, so z.B. Gil Vicente und Camões. Zwischen 1580 und 1640, als der König Spaniens gleichzeit König Portugals und somit die beiden Königreiche eng vereint waren, setzte sich dies Zweisprachigkeit verstärkt fprt. Ab 1640 (Beginn des Krieges zwischen Spanien und Portugal, bis 1668 Portugals Unabhängigkeit anerkannt wurde) hörte die Zweisprachigkeit allmählich auf, ein Prozess, der sich allerdings noch bis Ende des 17: Jh hinzog.</p>
<p>d) 18.Jh</p>
<p>Das 18. Jh ist gekennzeichnet durch eine Modernisierung des Denkens und auch der bildung und Kultur, v.a. Durch den Marquis von Pombal, der unter König Josef I (1750-1777) Minister und als „estrangeirado“ der Meinung war, Politik und Bildung müssten von Grund auf modernisiert werden. 1759 wurden die Jesuiten , die bis dahin den Unterricht und die Bildung in Händen hatten, aus Portugal vertrieben. Unter anderem wurde 1770 das Colégio dos Nobres gegründet, dessen Programm auch den Unterricht des Portugiesischen und anderer moderner Sprachen vorsah. Auch die Universität von Coimbra wurde umgestaltet, indem man dort, wie überall, mit der Art des unterrichts der Jesuiten brach. Bei den grammatikalischen Studien hatte nun die Orthographie Vorrang. Es entstanden u.a. die Orthographien von Luis Caetano de Lima (1736) und João Madureira Feijó (1739). Am Rande sei angemerkt, dass der Marques de Pombal, der hier als großer Reformator der Bildung beschrieben wird, auch eine andere Seite hatte, er ging oft mit größter Brutalität zu Werk, um seine Ziele durchzusetzen.</p>
<p>e) Der Einfluss des Französischen</p>
<p>Ab ca. 1750 bis nach dem 2. Weltkrieg übte Frankreich großen kulturellen Einfluss auf Portugal aus. Dieser kam v.a. Über die Literatur. Werke des französischen Neoklassizismus und auch des Antiromantizismus waren von großer Bedeutung. Außerdem wurden in Portugal englischen, deutsche und russische Schriftsteller hauptsächlich in der französischen Übersetzung gelesen. Es gingen zahlreiche Gallizismen in den Portugiesischen Wortschatz ein, der Einfluss erstreckte sich aber auch auf Morphologie und Syntax.</p>
<p>f) 19. Jh</p>
<p>Die liberale Revolution von 1820 übte Einfluss auf den Wortschatz aus, obwohl schon nach 3 Jahren der Absolutismus wieder eingeführt wurde, da diese relativ kurze Zeitspanne den Abschluss einer längeren Entwicklung darstellte. Vor allem die Presse spielte eine große Rolle, Wörter, die dort häufig verwendet wurden sind z.B. liberdade, progresso, razão, opinião, lei.<br />
Auch die Literatur erlebte im 19. Jh eine Blüte. Wichtige Schriftsteller waren u.a. Garret und Queiros.</p>
<p>g) 20.Jh</p>
<p>Geschichtlich waren in Portugal vor allem folgende Faktoren maßgebend: die Einführung der Republik 1911, die Machtergreifung durch Salazar 1926 und das Errichten des Estado Novo (faschistischer Staatstyp), die Teilnahme am 1. und die Neutralität im 2. Weltkrieg, die Revolution von 1974, die die Wiedereinführung der Demokratie zur Folge hatte und schließlich die Dekolonisierung.<br />
Die Regierung von 1910 gab einer von ihr eingesetzten Kommission den Auftrag, eine orthographiereform auszuarbeiten; 1911 wurde sie fertig, 1916 trat sie in Kraft. Während des Estado Novo stagnierte in Portugal die schriftstellerische und sprachwissenschaftliche Tätigkeit. Nach 1974 zeigte die Regierung jedoch großes Interesse an der portugiesischen Sprache und betrieb „linguistische Politik“. Es wurden u.a. Lektoren an ausländische Universitäten geschickt und Kontakte mit Brasilien und den portugiesischsprachigen Ländern Afrikas gepflegt. 1983 fand ein Kongress zur aktuellen Situation des Portugiesischen auf der Welt statt und 1990 unterzeichneten Portugal, Brasilien und fünft Länder Afrikas die Einverständniserklärung zur Vereinheitlichung der orthographie.</p>
<p>h) Der Einfluss des Englischen</p>
<p>Nach dem 2. Weltkrieg beginnt der englisch-amerikanische Einfluss auf das Portugiesische, und es gehen zunehmend Anglizismen in den Wortschatz ein. Vorher waren englische Wörter v.a. Über das Französische ins Portugiesische gekommen, wie z.B. vagão von französisch wagon von englisch waggon. Es wird immer mehr englisch unterrichtet, die Verbreitung englischer Filme nimmt zu. Da Filme in Portugal nicht synchronisiert werden, sondern in Originalfassung mit Untertiteln laufen, trägt dies zur Verbreitung des Englischen bei.</p>
<p>3. Das Galizische</p>
<p>Während Portugal seit 1130 bzw. 1143 ein unabhängiger Staat ist, erreichte Galizien diesen Staus nie. Es gehörte zuerst zu León, dann zu Kastilien und schließlich zu Spanien. Somit war das Galizische auch nie National- und Staats- sondern immer nur Regionalsprache.</p>
<p>a)14.-16- Jh</p>
<p>Das erste galizische Dokument stammt von 1227 und ist eine Schenkungsurkunde. Galizisch wurde zuerst neben dem Lateinischen und später neben dem Kastilischen für Urkunden, in der Kirche, etc. gebraucht. Ab dem 14. Jh spielte das Kastilische eine immer bedeutendere Rolle in Galizien. Es gab Auseinandersetzungen um die Erbfolge in Kastilien. Die sich durchsetzende Partei verringerte die Macht des galizischen Adels, da dieser die Gegenpartei unterstützt hatte. Die Ländereien, die Galiziern abgenommen worden waren, wurden zum Großteil kastilischen Familien überlassen. Auch unter den „katholischen Königen“ wurden weiter fremde Adelige in Galizien angesiedelt. Das die neue Oberschicht weiterhin das Kastilische benutzte, sprach bald der gesamte Adel und auch der Klerus (es wurden auch Bischöfe von außerhalb angesiedelt) im öffentlichen Leben Kastilisch. Im 14. Jh kann man bereits von einer galizisch-kastilischen Zweisprachigkeit in den höheren Bevölkerungsschichten ausgehen, dann nahmen die Bedeutung und das Prestige des Kastilischen immer weiter zu. Ab Mitte des 16. Jh wurde das Galizische für Dokumente praktisch nicht mehr gebraucht.</p>
<p>b) 16.-Mitte 19. Jh</p>
<p>In diesem Zeitraum existierte das Galizische als geschriebene Sprache praktisch nicht. Dafür gab es verschiedene Gründe: da die oberen Gesellschaftsschichten in der Öffentlichkeit das Kastilische benutzten, stand das Galizische in ziemlich geringem Ansehen, als Sprache der Unterschicht sozusagen. Ab dem 17. Jh emigrierten viele Galizier wegen der großen Armut in der Region. Diese Emigranten gehörten ebenfalls niedrigen Schichten an, wodurch das Galizische, auch außerhalb Galiziens noch verstärkt mit Armut und Rückständigkeit assoziiert wurde. Es kam sogar soweit, dass einige Galizier ihre Identität leugneten. Während dieser Zeitspanne wollten die Schriftsteller natürlich nicht das Galizische für ihre Arbeiten verwenden. Eine Ausnahme war Frai Martin Sarmiento (1695-1772), ein Benediktinermönch, der sich sehr für das Galizische interessierte und es auch erforschte. Allerdings schrieb er seinen Arbeiten in Kastilisch, von denen aber damals keine einzige veröffentlicht wurde. Allerdings stammen heute alle Informationen über das Galizische des 18.Jh von Sarmiento. Ab dem 18. Jh waren Unterricht, Zeitungen, Bücher, etc, auf Kastilisch und der soziale Aufstieg nur über diese Sprache möglich.</p>
<p>c) 19. Jh</p>
<p>Beeinflusst durch die Romantik und ihr Interesse für das Volkstümliche, erwachte auch in Galizien wieder das Bewusstsein der eigenen Region, Sprache und Geschichte. Ab Mitte des 19. Jh versuchte man nach langer Zeit wiedr, Galizisch in der Literatur zu verwenden. Im Jahr 1861 fanden z.B. die Xogos Florais da Coruna statt, ein Dichterwettbewerb, um das Galizische zu fördern. Die Eröffnungsansprache wurde auf Galizisch gehalten, im Wettbewerb gab es allerdings auch Gedichte in Kastilischer Sprache. Das wichtigste Jahr in diesem Zeitraum ist jedoch 1863. In jenem Jahr veröffentlichte Rosalía de Castro die „Cantares Gallegas“, einen Gedichtband, das erste Werk in jener Zeit mit hohem literarischem Wert. 1880 veröffentlichte sie die „Follas Novas“ ebefalls Gedichte, und es wurde der erste galizische Roman, „Maxina ou a filla espúrea“ von Marcial Valladares publiziert. Am Anfang der schriftlichen Schaffensphase in galizischer Sprache stellte sich allerdings das Problem, dass sich die Schriftsteller nach keinem Vorbild richten konnten; die mittelalterlichen Liedersammlungen wurden erst 1875-1904 wiederentdeckt. So orientierte man sich an der gesprochenen Sprache. Es gab keine feste Norm und das blieb noch lange Zeit so. Man findet also verschiedene Schreibweisen eines Wortes nebeneinander. Auch fehlten dem Galizischen bestimmte Begriffe, die in der Dichtung benötigt wurden, es war ja vorher mehrere hundert Jahre lang nur auf umgangssprachlicher Basis benutzt worden. Man bediente sich deshalb oft kastilischer Ausrücke. Der Gebrauch blieb in dieser Zeit weitgehend auf die Lyrik beschränkt. Man begann auch wissenschaftliches Interesse am Galizischen zu zeigen, erste Grammatiken und Wörterbücher entstanden, z.B. „Compendio de gramática gallega-castellana“ von Francisco Mirás 1864 oder das „Diccionario gallego castellano“ von Francisco Javier Rodrígues 1865.<br />
Seit dem Wiedererstarken des Galizischen in der Literatur gab es bei vielen Schriftstellern die Tendenz, in reinem Galizisch zu schreiben und es von möglichst vielen Kastilismen zu befreien. Einen damit verbundene Erscheinung ist die Bildung von „Hypergalegismen“. Das sind Wörter, die einer falsch angenommenen Etymologiezu Folge, fälschlicherweise „von der kastilischen in die galizische Form zurückgebracht wurden“.</p>
<p>d) 20. Jh</p>
<p>Anfang des 20. Jh erlangte das Galizische eine immer größere Bedeutung. Es wurde nun nicht mehr nur vorwiegend für Gedichte sondern zunehmend für Prosastücke, Dramen, Essays und wissenschaftliche Aufsätze benutzt. 1906 wurde die Real Academia Gallega (RAG) mit dem Ziel gegründet, das Galizische wissenschaftlich zu untersuchen und die galizische Sprache und Kultur zu fördern. Es entstanden auch andere Vereinigungen zur Förderung des Galizischen. 1916 wurde in Coruña die „Hirmandá de Amigos da Cruña“ gegründet, die die Zeitschrift „A nossa terra“ herausgab, die das Sprachrohr der Irmandades war, die sich hier und in anderen Städten gebildet hatten. 1920 wurde die Zeitschrift „Nós“ gegründet, die von 1920-1935 bestand und deren Artikel, die unterschiedliche Themen behandelten. Fast nur in Galizisch verfasst waren. 1923 entstand das Seminario des Estudos Galegos an der Universität von Santiago. 1931 wurde die Partido Gelegista gegründet, die sich auf politischem Gebiet für Galizien und die Autonomie einsetzte. Das Autonomiestatut von 1936 trat wegen des Bürgerkriegs nicht mehr in Kraft. Mit der Regierung Francos und der Unterdrückung der Autonomiebewegungen in den einzelnen Regionen verschwanden auch für einige zeit die Publikationen in galizischer Sprache.<br />
Buenos Aires, wohin viele Galizier, darunter auch Schriftsteller, emigriert waren, war ein wichtiges Zentrum der galizischen Sprache und Kultur. Dort wurden auch Bücher und Zeitschriften in galizisch veröffentlicht.<br />
Ein wichtiges Ereignis ist die Gründung des Verlags „Galaxia“ 1950 in Galizien. Dieser Verlag setzte sich sehr für das Ansehen und den Gebrauch des Galizischen ein. 1971 wurde an der Universität von Santiago das „Instituto da Lingua Galega (ILG)“ gegründet, das das Galizische erforschte und das erste Galizisch- Lehrbuch (Galego I, 1971) veröffentlichte, zahlreiche Arbeiten ins Galizische übersetzte und sich für Galizisch in Unterricht und Bildung einsetzte. Galizisch wurde auch in der Politik mehr und mehr verwendet (1965 erstes Flugblatt auf Galizisch). 1982 wurde die Orthographie gesetzlich normiert. Es entstanden in Zusammenarbeit von RAG und ILG die „Normas ortográficas e marfolóxicas do idiomas galego“, die von der Xunta de Galicia für verbindlich erklärt wurden. 1983, in der „Lei de Normalización“, wurde erklärt, dass jeder Galizier das Recht hat, Galizisch zu gebrauchen. Früher hatte man das Galizische in Bildung und Unterricht auf die jüngeren Klassen beschränkt, seit diesem Gesetz hat allerdings jeder das Recht, Galizisch zu benutzen, also auch Studenten, Professoren etc., und zwar mündlich wie schriftlich. Trotzdem spielt das Galizische immer noch eine dem Kastilischen untergeordnete Rolle. Es bleibt wohl vornehmlich auf den privaten Bereich beschränkt, während man sich bei offiziellen, formellen Anlässen oft des Kastilischen bedient. Dadurch fehlen dem Galizischen viele Begriffe, z.B. aus den Bereichen Forschung und Technik; diese Lücken werden meist mit den Kastilischen Wörtern gefüllt.</p>
<p>4. Sprachvergleich</p>
<p>a) Spezielle phonetische Züge, die das Galizisch- Portugiesische zwischen dem 8. und 12. Jh entwickelte:</p>
<p>-aus lateinisch cl-, pl,- fl- im Anlaut wird ch-, z.B. pluvia &gt; chuva (kast. Lluvia). Im Galizischen entstand in der Aussprache das Affrikat ĉ, im Portugiesischen ʃ. Beide Laute gibt es in der jeweils anderen Sprache nicht.</p>
<p>-intervokalisches -n- und -l- entfällt: luna &gt; lua (kast. Luna), palu &gt; pau (kast. palo)</p>
<p>-die Gruppe -mn- wird zu -m- reduziert: hominem &gt; homem</p>
<p>-das lateinische Anfangs-f bleibt erhalten: facere &gt; gal. facer, port. fazer (kast. hacer)</p>
<p>b) Phoneme des Galizischen, die es im Portugiesischen nicht gibt:</p>
<p>- ĉ wie z.B. in chamar, chuva</p>
<p>-Ɵ, wie z.B. in cedo</p>
<p>Diese beiden Phoneme hat das Galizische mit dem Kastilischen gemein.</p>
<p>- ƞ, wie z.B. in unha; dieses Phonem existiert weder im Kastilischen noch im Portugiesischen.</p>
<p>c) Phoneme des Portugiesischen, die es im Galizischen nicht gibt:</p>
<p>-v, wie z.B. in vida; das Portugiesische behält also den Unterschied b-v bei, während das Galizische, wohl vom Kastilischen beeinflusst, ihn aufhob</p>
<p>-z, wie z.B. in dizer</p>
<p>-Ʒ, wie z.B. in hoje</p>
<p>Beide Sprachen kennen im Unterschied zum Kastilischen den Laut ʃ.</p>
<p>d) Morphosyntax</p>
<p>d)a)Merkmale, die das Galizische und das Portugiesische im Gegensatz zum Kastilischen besitzen:</p>
<p>-Possesivepronomen werden mit bestimmtem Artikel gebraucht: port. o meu irmão kast. mi hermano</p>
<p>-Die unbetonten Pronomina werden den Verben in bejahten Hauptsätzen nachgestellt: port. eu chamo-me kast. yo me llamo</p>
<p>-Synthetisch gebildete Zeiten werden den zusammengesetzten vorgezogen</p>
<p>-Es existieren ein synthetisches Plusquamperfekt und ein persönlicher Infinitiv, außerdem ein Konjunktiv Futur</p>
<p>-“Lenguaje-eco“: auf Fragen wird nicht einfach mit ja oder nein geantwortet, sondern das Verb wiederholt: tu es Bruno?- Sou (sim)/ Não sou</p>
<p>-Das Galizische und das Portugiesische weichen in eingigen Fällen bei substantiven im Genus vom Kastilischen ab: gal./port. a cor kast. el color; port. a árvore, gal. a arbre kast. el árbol</p>
<p>d)b) Bei den Personalpronomina besitzt das Galizische im Gegensatz zum Portugiesischen und Kastilischen eine eigene Form für den Dativ der zweiten Person Singular (che). Im Portugiesischen und Kastilischen haben Dativ und Akkusativ beide die Form te. Eine weitere srpachliche Eigenheit, die nur das Galizische besitzt, ist der sog. „ethische Dativ“, damit wird amotionales Interesse an der Handlung ausgedrückt.</p>
<p>e) Lexikon:</p>
<p>Das Galizische besitzt im Vergleich zum Portugiesischen eine sehr hohe Anzahl an Kastilismen. Der galizische Wortschatz ist außerdem archaischer als der portugiesische, so dass viele Wörter, die im Galizischen noch gebraucht werden, in Portugal als veraltet gelten, bzw. überhaupt nicht mehr gebraucht werden.</p>
<p>5. Literatur</p>
<p>-Armado, W.G.: Geschichte Portugals, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz, 1966</p>
<p>-Berschin, H.; Fernández-Sevilla, Felixberger, J.: Die spanische Sprache, München 1987</p>
<p>-Historia da Lingua Portuguesa, Bd 1-6, Séc. XII-XX, São Paolo</p>
<p>-Hotus, G.; Metzeltin, M. (Hsrg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL), Band/Volume VI, 2, Galegisch, Portugiesisch, Tübingen 1994</p>
<p>-Jover, J.-M-; Reglá, J.; Seco, C.; Ubieto, A.: Introducción a la Historia de España, Barcelona 1969</p>
<p>-Luyken, M.: Das Galizische, Wilhelmsfeld 1994</p>
<p>-Messner, D.: Müller, H.-J.: Ibero- Romanisch, Darmstadt 1983</p>
<p>Ruhl, K.-J.: Spanien PLOETZ, Freiburg, Würzburg 1986</p>
<p>1.Das Galizisch- Portugiesische:</p>
<p>a) Allgemeines</p>
<p>Das Galizisch-Portugiesische, Grundlage des Galizischen und des Portugiesischen, entstand im Gebiet der ehemaligen römischen Provinz Gallaecia, deren südliche Grenze der Duero war. Vor allem als Sprache der Lyrik erlangte es eine große Bedeutung (Blüte 13./14. JH). Sogar Alfons der Weise (Regierungszeit 1252-1284), der sich für die Verbreitung des Kastilischen als Verkehrs- und Handelssprache in ganz Spanien einsetzte, verfasste seine Gedichte in Glaizisch-Portugiesisch (z.B. die „cantigas de Santa Maria). Es gab Einfluss von Seiten der französischen Troubadourenlyrik (provenzalische Sänger kamen mit den Pilgern nach Santiago de Compostela). Die ältesten literarischen Texte sind Verse, die anfangs nur mündlich überliefert und später an den Höfen aufgezeichnet wurden. Von den bekannten Liedersammlungen ist die älteste der „Cancionero de Ajuda“ (vermutlich Ende 13./Anfang 14. Jh am portugiesischen Hof zusammengestellt). Auch Dokumente wurden in Galizisch-Portugiesisch abgefasst, die ältesten stammen aus dem frühen 13. Jh; man findet aber auch schon in früheren lateinischen Texten galizisch-portugiesische Elemente.<br />
Nachdem Portugal ab 1139 (bzw. 1143) unabhängig geworden war, begann sich das Galizisch-Portugiesische in zwei Varianten auseinanderzuentwickeln. Als Lyriksprache erlebte es im 14./15. Jh eine neue Blüte an den kastilischen Höfen, es handelt sich dabei aber um ein mit Kastilismen versetztes, etwas abgedriftetes Galizisch- Portugiesisch, da es ja praktisch nur für die Lyrik verwendet wurde.</p>
<p>b) Substrate:</p>
<p>Über die Völker oder Stämme, die vor der Romanisierung in Gallaecia lebten, ist nicht sehr vile bekannt. Man muss auf archäologische oder Zeugnisse griechisch-lateinischer Schriftsteller zurückgreifen, die allerdings spärlich sind. Bei den Völkern handelte es sich wohl sowohl um indoeuropäische als auch um vorindoeuropäische Stämme. Eine Gemeinsamkeit der Stämme war eine spezielle Siedlungsform: befestigte Bergsiedlungen, um ein Fort gruppiert.Vorindoeuropäischer Herkunft sind einige Vokabeln (z.B. mata, queiroga), indoeuropäisch die Suffixe -asco, -entia, -ace.</p>
<p>c) die Romanisierung</p>
<p>Die Romanisierung wurde in Gallaecia relativ spät abgeschlossen (zwischen 29 und 19 v. Chr.). Den Römern verdankte Gallaecia als Provinz ihre Grenzen und auch ihren Namen. Die Romanisierung und damit auch die Latinisierung gingen relativ schnell voran. Latein war immerhin die Verwaltungssprache der Römer und setzte sich, da es auf der ganzen Iberischen Halbinsel benutzt wurde, schnell als Mittel zur Verständigung, auch der verschiedensprachigen Stämme untereinander, durch. Latein war außerdem die Sprache des Christentums, das allmählich die Religion der Iberischen Halbinsel wurde.</p>
<p>d) Superstrate</p>
<p>-Die Sueben<br />
Im fünften Jahrhundert kamen germanische Stämme über die Pyrenäen auf der Suche nach Land auf die Iberische Halbinsel. Rom hatte 409 den Sueben, Vandalen und Alanen den Weg dorthin freigegeben. Der suebische Einfluss in sprachlicher Hinsicht war allerdings gering. Es handelt sich um Vokabeln und eventuell um die Resistenz gegenüber der Diphtongierung von offenem e und o, was im Gegensatz dazu im Kastilischen diphtongiert wird (z.B. gal. fora, port. fora, kast. Fuera).</p>
<p>-Die Westgoten<br />
Im Jahr 415 kamen die Westgoten als Verbündete Roms auf die Iberische Halbinsel. Sie waren gegen germanische Stämme, die zunehmend die Rechte der Römer beschnitten, um Hilfe gerufen worden. Allerdings lösten sich die Westgoten nach einiger Zeit von Rom und 475 wurde von den Römern die westgotische Oberhoheit in Spanien anerkannt. Im Jahr 585 besiegten die Westgoten auch die Sueben und absorbierten das suebische Reich. Auch die Westgoten, die schon weitgehend romanisiert waren, übten keinen großen direkten Einfluss auf die Sprache aus. Es handelt sich ebenfalls um einige wenige Vokabeln. Sie hatten insofern einen indirekten Einfluss, als sie den Kontakt mit Rom abbrachen. Dadurch beschleunigte sich die spezielle Eigenentwicklung des galizischen Latein und es behielt andererseits einen konservativen, archaischen Charakter, denn viele Neuerungen des Lateinischen machte das Galizische (wie auch das Kastilische) nicht mehr mit.</p>
<p>-Die Araber<br />
Im 8. Jh (711) fielen die Araber, die von einer der Gruppen, die im Westgotenreich um politische Macht kämpften, zu Hilfe gerufen worden waren, in Spanien ein. In kurzer Zeit war Spanien unter ihrer Herrschaft. Der Aufstand gegen die Moslems von christlicher Seite formierte sich in den Bergen von Asturias. Bereits um 750 vertrieben die Aufständischen die Araber aus Galizien. Einflüsse auf die Sprache finden sich wieder im Bereich der Vokabeln; die Wörter waren entweder durch nachbarschaftliche Kontakte oder später über das Kastilische ins Galizische gelangt.</p>
<p>2. Portugal</p>
<p>a) Unabhängigkeit Portugals bis 14. Jh</p>
<p>Alfons VI, König von León und Kastilien, die im Verlauf der Reconquista (Wiedereroberung Spaniens von der Mauren durch die christlichen Spanier) entstanden waren, überließ 1088 seinem Schwiegersohn Raimund von Burgund die Grafschaft Galizien. 1093 überleiß er seinm anderen Schwiegersohn, Bruder von Raimund, Heinrich von Burgund, die Grafschaft Portucale (Gebiet zwischen dem Minho und dem Mondego). Alfons I, Sohn von Heinrich, ließ sich 1139 nach einem Sieg über die Mauren bei Ourique zum König ausrufen. 1143 erkannte Alfons VIII von Kastilien und León die Unabhängigkeit Portugals an. Gleichzeitig dehnte sich der neue Staat mit der Reconquista nach Süden aus. 1250 schloss Alfons III die Eroberung der Algarve ab und Portugal hatte damit die Grenzen von heute. 1288 wurde eine Universität geründet, die erst in Lissabon, später in Coimbra war. König Dionysius (*1261 +1325) erklärte den Dialekt von Porto zur Nationalsprache Portugals. Doch erst ab dem 14. Jh begann das Portugiesische spezielle Züge zu entwickeln, die es vom Galizischen unterscheiden, beeinflusst von mozarabischen (Mozaraber: Christen, die unter arabischer Herrschaft leben) Dialekten, auf die es durch die Reconquista traf.</p>
<p>b) 15. Jh</p>
<p>Schon vor dem 15. Jh war das Zentrum des politischen, religiösen und kulturellen Lebens die Region um Lissabon. Folglich gingen auch von dort die sprachlichen Entwicklungen aus. Die Sprache der Bildung und Wissenschaft war allerdings nach wie vor Latein. Doch obwohl der sprachliche Unterricht theoretisch darin bestand, Latein zu lernen, und die Volkssprache außerhalb der Schulen auf mündlicher Basis angeeignet wurde, bekamen die Lernenden auch Bücher, die portugiesische Texte enthielten, in die Hände. Bei diesen Volkssprachlichen Texten handelte es sich zum großen Teil um Übersetzungen aus dem Lateinischen; wichtig für die portugiesische Sprache waren auch die historischen Werke, die sehr nah an der gesprochenen Sprache waren. Der erste portugiesische Chronist war Fernão Lopes, der die „Crônica de D. Pedro“, die „Crônica de D. Fernando“ und die ersten beiden Teile der „Crônica de D. João schrieb und praktisch der Begründer der portugiesischen Historiographie war. Es muss aber bemerkt werden, dass es noch keine Norm der Orthographie gab (erst ab 1911 bzw. 1916), also findet man bis dahin in den Texten verschiedene Schreibweisen, manchmal sogar innerhalb des selben Textes. Die Sprache der Texte war noch sehr am Latein orientiert, obwohl man anfing, den Wortschatz, die Syntax etc. an die einfachere Volkssprache und die Schreibweise der Wörter an die Aussprache anzupassen.</p>
<p>c) 16.-18. Jh</p>
<p>Im 16. Jh war das Gebiet Portugals mit Ausnahme von Olivenza (Teil von Extremadura), das bis 1657 und erneut von 1668-1801 portugiesisch war, das selbe wie heute. Durch die Ausdehnung Portugals nach Übersee und die Kontakte mit Afrika und dem Orient fanden Wörter von dort Eingang ins Portugiesische, was vor allem in der Sprache der Historiker zum Ausdruck kommt.</p>
<p>c)a)Die Relatinisierung, erste Grammatiken<br />
Unter dem Einfluss des Humanismus und damit der Wiederentdeckung der griechisch- lateinischen Kultur erfuhr das Portugiesische ab dem 16. Jh eine Relatinisierung, die sich bis ins 18. Jh hinzog.<br />
Portugal öffnete sich auch nach Europa hin und es fand reger kultureller Austausch statt. Die sogenannten „estrangeirados“ waren Portugiesen, die verschiedene Universitäten Europas besuchten und als Verbindungsglieder zwischen Europa und Portugal dienten. Die Verständigung erfolgte auf Latein, das überall an den Universitäten gesprochen und verstanden wurde. Der portugiesische Humanismus erreichte in der ersten Hälfte des 16. Jh seine größte Ausdehnung. 1547 wurde das „Colégio das Artes“ in Coimbra gegründet, an dem „estrangeirados“ und ausländische Humanisten unterrichteten. 1540 trafen die ersten Jesuiten auf Ruf des Königs in Portugal ein. Diese hielten bis zu ihrer Vertreibung durch den Marquis von Pombal 1759 zahlreiche Bildungsinstitutionen in ihren Händen und waren auf kulturellem Gebiet von großem Einfluss. So war der bedeutendste Schriftsteller des 17. Jh, António Viera, Jesuit. Auch bei den Jesuiten spielte Latein in der Bildung eine herausragende Rolle. Die Könige Portugals waren ebenfalls vom Humanismus und den klassischen Sprachen eingenommen. Dies alles wirkte sich natürlich auf die Sprache aus. Man tendierte dazu, das Portugiesische zu relatinisieren, orientierte z.B. die Schreibweise der Wörter eher an der Etymologie als an der Aussprache, so schrieb man z.B. crescer statt crecer oder signo statt sino, wobei auch hier wieder die Formen oft nebeneinander verwendet wurden. Als Folge passten sich entweder die Aussprache an die Orthographie an, wie z.B. im Fall von digno (statt dino), oder die beiden Formen nahmen verschiedene Bedeutungen an, wie z.B: bei signo (Zeichen) und sino (Glocke). Manchmal kam es auch vor, dass Wörter, die z.B: aus dem arabischen kamen, fälschlicherweise relatinisiert wurden.<br />
Im 16. Jh entstanden auch die ersten Grammatiken und Wörterbücher der portugiesischen Sprache, angeregt wieder durch die klassischen Sprachen. Man verspürte den Wunsch, auch das Portugiesische zu systematisieren, wobei es nicht nur gegenüber dem Lateinischen als ebenbürtig ausgewiesen werden sollte, sondern auch gegenüber dem Spanischen.</p>
<p>c)b)Portugiesisch-kastilische Zweisprachigkeit<br />
Ab 1450 waren die Beziehungen zwischen Spanien und Portugal sehr intensiv, v.a. Durch Heiraten zwischen den beiden Königshäusern. So entstand am portugiesischen Hof eine Zweisprachigkeit. Das Kastilische besaß außerdem, durch das hohe Niveau der spanischen Wissenschaften, ein großes Ansehen. Bald sprachen die höheren Bevölkerungsschichten neben Portugiesisch auch Spanisch. Da in den niedrigen Schichten praktisch kein Kastilisch gesprochen wurde, sah man es mehr und mehr als Prestigesprache an. Die meisten portugiesischen Schriftsteller schrieben gleichzeitig auch in Kastilisch, so z.B. Gil Vicente und Camões. Zwischen 1580 und 1640, als der König Spaniens gleichzeit König Portugals und somit die beiden Königreiche eng vereint waren, setzte sich dies Zweisprachigkeit verstärkt fprt. Ab 1640 (Beginn des Krieges zwischen Spanien und Portugal, bis 1668 Portugals Unabhängigkeit anerkannt wurde) hörte die Zweisprachigkeit allmählich auf, ein Prozess, der sich allerdings noch bis Ende des 17: Jh hinzog.</p>
<p>d) 18.Jh</p>
<p>Das 18. Jh ist gekennzeichnet durch eine Modernisierung des Denkens und auch der bildung und Kultur, v.a. Durch den Marquis von Pombal, der unter König Josef I (1750-1777) Minister und als „estrangeirado“ der Meinung war, Politik und Bildung müssten von Grund auf modernisiert werden. 1759 wurden die Jesuiten , die bis dahin den Unterricht und die Bildung in Händen hatten, aus Portugal vertrieben. Unter anderem wurde 1770 das Colégio dos Nobres gegründet, dessen Programm auch den Unterricht des Portugiesischen und anderer moderner Sprachen vorsah. Auch die Universität von Coimbra wurde umgestaltet, indem man dort, wie überall, mit der Art des unterrichts der Jesuiten brach. Bei den grammatikalischen Studien hatte nun die Orthographie Vorrang. Es entstanden u.a. die Orthographien von Luis Caetano de Lima (1736) und João Madureira Feijó (1739). Am Rande sei angemerkt, dass der Marques de Pombal, der hier als großer Reformator der Bildung beschrieben wird, auch eine andere Seite hatte, er ging oft mit größter Brutalität zu Werk, um seine Ziele durchzusetzen.</p>
<p>e) Der Einfluss des Französischen</p>
<p>Ab ca. 1750 bis nach dem 2. Weltkrieg übte Frankreich großen kulturellen Einfluss auf Portugal aus. Dieser kam v.a. Über die Literatur. Werke des französischen Neoklassizismus und auch des Antiromantizismus waren von großer Bedeutung. Außerdem wurden in Portugal englischen, deutsche und russische Schriftsteller hauptsächlich in der französischen Übersetzung gelesen. Es gingen zahlreiche Gallizismen in den Portugiesischen Wortschatz ein, der Einfluss erstreckte sich aber auch auf Morphologie und Syntax.</p>
<p>f) 19. Jh</p>
<p>Die liberale Revolution von 1820 übte Einfluss auf den Wortschatz aus, obwohl schon nach 3 Jahren der Absolutismus wieder eingeführt wurde, da diese relativ kurze Zeitspanne den Abschluss einer längeren Entwicklung darstellte. Vor allem die Presse spielte eine große Rolle, Wörter, die dort häufig verwendet wurden sind z.B. liberdade, progresso, razão, opinião, lei.<br />
Auch die Literatur erlebte im 19. Jh eine Blüte. Wichtige Schriftsteller waren u.a. Garret und Queiros.</p>
<p>g) 20.Jh</p>
<p>Geschichtlich waren in Portugal vor allem folgende Faktoren maßgebend: die Einführung der Republik 1911, die Machtergreifung durch Salazar 1926 und das Errichten des Estado Novo (faschistischer Staatstyp), die Teilnahme am 1. und die Neutralität im 2. Weltkrieg, die Revolution von 1974, die die Wiedereinführung der Demokratie zur Folge hatte und schließlich die Dekolonisierung.<br />
Die Regierung von 1910 gab einer von ihr eingesetzten Kommission den Auftrag, eine orthographiereform auszuarbeiten; 1911 wurde sie fertig, 1916 trat sie in Kraft. Während des Estado Novo stagnierte in Portugal die schriftstellerische und sprachwissenschaftliche Tätigkeit. Nach 1974 zeigte die Regierung jedoch großes Interesse an der portugiesischen Sprache und betrieb „linguistische Politik“. Es wurden u.a. Lektoren an ausländische Universitäten geschickt und Kontakte mit Brasilien und den portugiesischsprachigen Ländern Afrikas gepflegt. 1983 fand ein Kongress zur aktuellen Situation des Portugiesischen auf der Welt statt und 1990 unterzeichneten Portugal, Brasilien und fünft Länder Afrikas die Einverständniserklärung zur Vereinheitlichung der orthographie.</p>
<p>h) Der Einfluss des Englischen</p>
<p>Nach dem 2. Weltkrieg beginnt der englisch-amerikanische Einfluss auf das Portugiesische, und es gehen zunehmend Anglizismen in den Wortschatz ein. Vorher waren englische Wörter v.a. Über das Französische ins Portugiesische gekommen, wie z.B. vagão von französisch wagon von englisch waggon. Es wird immer mehr englisch unterrichtet, die Verbreitung englischer Filme nimmt zu. Da Filme in Portugal nicht synchronisiert werden, sondern in Originalfassung mit Untertiteln laufen, trägt dies zur Verbreitung des Englischen bei.</p>
<p>3. Das Galizische</p>
<p>Während Portugal seit 1130 bzw. 1143 ein unabhängiger Staat ist, erreichte Galizien diesen Staus nie. Es gehörte zuerst zu León, dann zu Kastilien und schließlich zu Spanien. Somit war das Galizische auch nie National- und Staats- sondern immer nur Regionalsprache.</p>
<p>a)14.-16- Jh</p>
<p>Das erste galizische Dokument stammt von 1227 und ist eine Schenkungsurkunde. Galizisch wurde zuerst neben dem Lateinischen und später neben dem Kastilischen für Urkunden, in der Kirche, etc. gebraucht. Ab dem 14. Jh spielte das Kastilische eine immer bedeutendere Rolle in Galizien. Es gab Auseinandersetzungen um die Erbfolge in Kastilien. Die sich durchsetzende Partei verringerte die Macht des galizischen Adels, da dieser die Gegenpartei unterstützt hatte. Die Ländereien, die Galiziern abgenommen worden waren, wurden zum Großteil kastilischen Familien überlassen. Auch unter den „katholischen Königen“ wurden weiter fremde Adelige in Galizien angesiedelt. Das die neue Oberschicht weiterhin das Kastilische benutzte, sprach bald der gesamte Adel und auch der Klerus (es wurden auch Bischöfe von außerhalb angesiedelt) im öffentlichen Leben Kastilisch. Im 14. Jh kann man bereits von einer galizisch-kastilischen Zweisprachigkeit in den höheren Bevölkerungsschichten ausgehen, dann nahmen die Bedeutung und das Prestige des Kastilischen immer weiter zu. Ab Mitte des 16. Jh wurde das Galizische für Dokumente praktisch nicht mehr gebraucht.</p>
<p>b) 16.-Mitte 19. Jh</p>
<p>In diesem Zeitraum existierte das Galizische als geschriebene Sprache praktisch nicht. Dafür gab es verschiedene Gründe: da die oberen Gesellschaftsschichten in der Öffentlichkeit das Kastilische benutzten, stand das Galizische in ziemlich geringem Ansehen, als Sprache der Unterschicht sozusagen. Ab dem 17. Jh emigrierten viele Galizier wegen der großen Armut in der Region. Diese Emigranten gehörten ebenfalls niedrigen Schichten an, wodurch das Galizische, auch außerhalb Galiziens noch verstärkt mit Armut und Rückständigkeit assoziiert wurde. Es kam sogar soweit, dass einige Galizier ihre Identität leugneten. Während dieser Zeitspanne wollten die Schriftsteller natürlich nicht das Galizische für ihre Arbeiten verwenden. Eine Ausnahme war Frai Martin Sarmiento (1695-1772), ein Benediktinermönch, der sich sehr für das Galizische interessierte und es auch erforschte. Allerdings schrieb er seinen Arbeiten in Kastilisch, von denen aber damals keine einzige veröffentlicht wurde. Allerdings stammen heute alle Informationen über das Galizische des 18.Jh von Sarmiento. Ab dem 18. Jh waren Unterricht, Zeitungen, Bücher, etc, auf Kastilisch und der soziale Aufstieg nur über diese Sprache möglich.</p>
<p>c) 19. Jh</p>
<p>Beeinflusst durch die Romantik und ihr Interesse für das Volkstümliche, erwachte auch in Galizien wieder das Bewusstsein der eigenen Region, Sprache und Geschichte. Ab Mitte des 19. Jh versuchte man nach langer Zeit wiedr, Galizisch in der Literatur zu verwenden. Im Jahr 1861 fanden z.B. die Xogos Florais da Coruna statt, ein Dichterwettbewerb, um das Galizische zu fördern. Die Eröffnungsansprache wurde auf Galizisch gehalten, im Wettbewerb gab es allerdings auch Gedichte in Kastilischer Sprache. Das wichtigste Jahr in diesem Zeitraum ist jedoch 1863. In jenem Jahr veröffentlichte Rosalía de Castro die „Cantares Gallegas“, einen Gedichtband, das erste Werk in jener Zeit mit hohem literarischem Wert. 1880 veröffentlichte sie die „Follas Novas“ ebefalls Gedichte, und es wurde der erste galizische Roman, „Maxina ou a filla espúrea“ von Marcial Valladares publiziert. Am Anfang der schriftlichen Schaffensphase in galizischer Sprache stellte sich allerdings das Problem, dass sich die Schriftsteller nach keinem Vorbild richten konnten; die mittelalterlichen Liedersammlungen wurden erst 1875-1904 wiederentdeckt. So orientierte man sich an der gesprochenen Sprache. Es gab keine feste Norm und das blieb noch lange Zeit so. Man findet also verschiedene Schreibweisen eines Wortes nebeneinander. Auch fehlten dem Galizischen bestimmte Begriffe, die in der Dichtung benötigt wurden, es war ja vorher mehrere hundert Jahre lang nur auf umgangssprachlicher Basis benutzt worden. Man bediente sich deshalb oft kastilischer Ausrücke. Der Gebrauch blieb in dieser Zeit weitgehend auf die Lyrik beschränkt. Man begann auch wissenschaftliches Interesse am Galizischen zu zeigen, erste Grammatiken und Wörterbücher entstanden, z.B. „Compendio de gramática gallega-castellana“ von Francisco Mirás 1864 oder das „Diccionario gallego castellano“ von Francisco Javier Rodrígues 1865.<br />
Seit dem Wiedererstarken des Galizischen in der Literatur gab es bei vielen Schriftstellern die Tendenz, in reinem Galizisch zu schreiben und es von möglichst vielen Kastilismen zu befreien. Einen damit verbundene Erscheinung ist die Bildung von „Hypergalegismen“. Das sind Wörter, die einer falsch angenommenen Etymologiezu Folge, fälschlicherweise „von der kastilischen in die galizische Form zurückgebracht wurden“.</p>
<p>d) 20. Jh</p>
<p>Anfang des 20. Jh erlangte das Galizische eine immer größere Bedeutung. Es wurde nun nicht mehr nur vorwiegend für Gedichte sondern zunehmend für Prosastücke, Dramen, Essays und wissenschaftliche Aufsätze benutzt. 1906 wurde die Real Academia Gallega (RAG) mit dem Ziel gegründet, das Galizische wissenschaftlich zu untersuchen und die galizische Sprache und Kultur zu fördern. Es entstanden auch andere Vereinigungen zur Förderung des Galizischen. 1916 wurde in Coruña die „Hirmandá de Amigos da Cruña“ gegründet, die die Zeitschrift „A nossa terra“ herausgab, die das Sprachrohr der Irmandades war, die sich hier und in anderen Städten gebildet hatten. 1920 wurde die Zeitschrift „Nós“ gegründet, die von 1920-1935 bestand und deren Artikel, die unterschiedliche Themen behandelten. Fast nur in Galizisch verfasst waren. 1923 entstand das Seminario des Estudos Galegos an der Universität von Santiago. 1931 wurde die Partido Gelegista gegründet, die sich auf politischem Gebiet für Galizien und die Autonomie einsetzte. Das Autonomiestatut von 1936 trat wegen des Bürgerkriegs nicht mehr in Kraft. Mit der Regierung Francos und der Unterdrückung der Autonomiebewegungen in den einzelnen Regionen verschwanden auch für einige zeit die Publikationen in galizischer Sprache.<br />
Buenos Aires, wohin viele Galizier, darunter auch Schriftsteller, emigriert waren, war ein wichtiges Zentrum der galizischen Sprache und Kultur. Dort wurden auch Bücher und Zeitschriften in galizisch veröffentlicht.<br />
Ein wichtiges Ereignis ist die Gründung des Verlags „Galaxia“ 1950 in Galizien. Dieser Verlag setzte sich sehr für das Ansehen und den Gebrauch des Galizischen ein. 1971 wurde an der Universität von Santiago das „Instituto da Lingua Galega (ILG)“ gegründet, das das Galizische erforschte und das erste Galizisch- Lehrbuch (Galego I, 1971) veröffentlichte, zahlreiche Arbeiten ins Galizische übersetzte und sich für Galizisch in Unterricht und Bildung einsetzte. Galizisch wurde auch in der Politik mehr und mehr verwendet (1965 erstes Flugblatt auf Galizisch). 1982 wurde die Orthographie gesetzlich normiert. Es entstanden in Zusammenarbeit von RAG und ILG die „Normas ortográficas e marfolóxicas do idiomas galego“, die von der Xunta de Galicia für verbindlich erklärt wurden. 1983, in der „Lei de Normalización“, wurde erklärt, dass jeder Galizier das Recht hat, Galizisch zu gebrauchen. Früher hatte man das Galizische in Bildung und Unterricht auf die jüngeren Klassen beschränkt, seit diesem Gesetz hat allerdings jeder das Recht, Galizisch zu benutzen, also auch Studenten, Professoren etc., und zwar mündlich wie schriftlich. Trotzdem spielt das Galizische immer noch eine dem Kastilischen untergeordnete Rolle. Es bleibt wohl vornehmlich auf den privaten Bereich beschränkt, während man sich bei offiziellen, formellen Anlässen oft des Kastilischen bedient. Dadurch fehlen dem Galizischen viele Begriffe, z.B. aus den Bereichen Forschung und Technik; diese Lücken werden meist mit den Kastilischen Wörtern gefüllt.</p>
<p>4. Sprachvergleich</p>
<p>a) Spezielle phonetische Züge, die das Galizisch- Portugiesische zwischen dem 8. und 12. Jh entwickelte:</p>
<p>-aus lateinisch cl-, pl,- fl- im Anlaut wird ch-, z.B. pluvia &gt; chuva (kast. Lluvia). Im Galizischen entstand in der Aussprache das Affrikat ĉ, im Portugiesischen ʃ.</p>
<p>-intervokalisches -n- und -l- entfällt: luna &gt; lua (kast. Luna), palu &gt; pau (kast. palo)</p>
<p>-die Gruppe -mn- wird zu -m- reduziert: hominem &gt; homem</p>
<p>-das lateinische Anfangs-f bleibt erhalten: facere &gt; gal. facer, port. fazer (kast. hacer)</p>
<p>b) Phoneme des Galizischen, die es im Portugiesischen nicht gibt:</p>
<p>- ĉ wie z.B. in chamar, chuva</p>
<p>-Ɵ, wie z.B. in cedo</p>
<p>Diese beiden Phoneme hat das Galizische mit dem Kastilischen gemein.</p>
<p>- ƞ, wie z.B. in unha; dieses Phonem existiert weder im Kastilischen noch im Portugiesischen.</p>
<p>c) Phoneme des Portugiesischen, die es im Galizischen nicht gibt:</p>
<p>-v, wie z.B. in vida; das Portugiesische behält also den Unterschied b-v bei, während das Galizische, wohl vom Kastilischen beeinflusst, ihn aufhob</p>
<p>-z, wie z.B. in dizer</p>
<p>-Ʒ, wie z.B. in hoje</p>
<p>Beide Sprachen kennen im Unterschied zum Kastilischen den Laut ʃ.</p>
<p>d) Morphosyntax</p>
<p>d)a)Merkmale, die das Galizische und das Portugiesische im Gegensatz zum Kastilischen besitzen:</p>
<p>-Possesivepronomen werden mit bestimmtem Artikel gebraucht: port. o meu irmão kast. mi hermano</p>
<p>-Die unbetonten Pronomina werden den Verben in bejahten Hauptsätzen nachgestellt: port. eu chamo-me kast. yo me llamo</p>
<p>-Synthetisch gebildete Zeiten werden den zusammengesetzten vorgezogen</p>
<p>-Es existieren ein synthetisches Plusquamperfekt und ein persönlicher Infinitiv, außerdem ein Konjunktiv Futur</p>
<p>-“Lenguaje-eco“: auf Fragen wird nicht einfach mit ja oder nein geantwortet, sondern das Verb wiederholt: tu es Bruno?- Sou (sim)/ Não sou</p>
<p>-Das Galizische und das Portugiesische weichen in eingigen Fällen bei substantiven im Genus vom Kastilischen ab: gal./port. a cor kast. el color; port. a árvore, gal. a arbre kast. el árbol</p>
<p>d)b) Bei den Personalpronomina besitzt das Galizische im Gegensatz zum Portugiesischen und Kastilischen eine eigene Form für den Dativ der zweiten Person Singular (che). Im Portugiesischen und Kastilischen haben Dativ und Akkusativ beide die Form te. Eine weitere srpachliche Eigenheit, die nur das Galizische besitzt, ist der sog. „ethische Dativ“, damit wird amotionales Interesse an der Handlung ausgedrückt.</p>
<p>e) Lexikon:</p>
<p>Das Galizische besitzt im Vergleich zum Portugiesischen eine sehr hohe Anzahl an Kastilismen. Der galizische Wortschatz ist außerdem archaischer als der portugiesische, so dass viele Wörter, die im Galizischen noch gebraucht werden, in Portugal als veraltet gelten, bzw. überhaupt nicht mehr gebraucht werden.</p>
<p>5. Literatur</p>
<p>-Armado, W.G.: Geschichte Portugals, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz, 1966</p>
<p>-Berschin, H.; Fernández-Sevilla, Felixberger, J.: Die spanische Sprache, München 1987</p>
<p>-Historia da Lingua Portuguesa, Bd 1-6, Séc. XII-XX, São Paolo</p>
<p>-Hotus, G.; Metzeltin, M. (Hsrg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL), Band/Volume VI, 2, Galegisch, Portugiesisch, Tübingen 1994</p>
<p>-Jover, J.-M-; Reglá, J.; Seco, C.; Ubieto, A.: Introducción a la Historia de España, Barcelona 1969</p>
<p>-Luyken, M.: Das Galizische, Wilhelmsfeld 1994</p>
<p>-Messner, D.: Müller, H.-J.: Ibero- Romanisch, Darmstadt 1983</p>
<p>Ruhl, K.-J.: Spanien PLOETZ, Freiburg, Würzburg 1986</p>
<p>1.Das Galizisch- Portugiesische:</p>
<p>a) Allgemeines</p>
<p>Das Galizisch-Portugiesische, Grundlage des Galizischen und des Portugiesischen, entstand im Gebiet der ehemaligen römischen Provinz Gallaecia, deren südliche Grenze der Duero war. Vor allem als Sprache der Lyrik erlangte es eine große Bedeutung (Blüte 13./14. JH). Sogar Alfons der Weise (Regierungszeit 1252-1284), der sich für die Verbreitung des Kastilischen als Verkehrs- und Handelssprache in ganz Spanien einsetzte, verfasste seine Gedichte in Glaizisch-Portugiesisch (z.B. die „cantigas de Santa Maria). Es gab Einfluss von Seiten der französischen Troubadourenlyrik (provenzalische Sänger kamen mit den Pilgern nach Santiago de Compostela). Die ältesten literarischen Texte sind Verse, die anfangs nur mündlich überliefert und später an den Höfen aufgezeichnet wurden. Von den bekannten Liedersammlungen ist die älteste der „Cancionero de Ajuda“ (vermutlich Ende 13./Anfang 14. Jh am portugiesischen Hof zusammengestellt). Auch Dokumente wurden in Galizisch-Portugiesisch abgefasst, die ältesten stammen aus dem frühen 13. Jh; man findet aber auch schon in früheren lateinischen Texten galizisch-portugiesische Elemente.<br />
Nachdem Portugal ab 1139 (bzw. 1143) unabhängig geworden war, begann sich das Galizisch-Portugiesische in zwei Varianten auseinanderzuentwickeln. Als Lyriksprache erlebte es im 14./15. Jh eine neue Blüte an den kastilischen Höfen, es handelt sich dabei aber um ein mit Kastilismen versetztes, etwas abgedriftetes Galizisch- Portugiesisch, da es ja praktisch nur für die Lyrik verwendet wurde.</p>
<p>b) Substrate:</p>
<p>Über die Völker oder Stämme, die vor der Romanisierung in Gallaecia lebten, ist nicht sehr vile bekannt. Man muss auf archäologische oder Zeugnisse griechisch-lateinischer Schriftsteller zurückgreifen, die allerdings spärlich sind. Bei den Völkern handelte es sich wohl sowohl um indoeuropäische als auch um vorindoeuropäische Stämme. Eine Gemeinsamkeit der Stämme war eine spezielle Siedlungsform: befestigte Bergsiedlungen, um ein Fort gruppiert.Vorindoeuropäischer Herkunft sind einige Vokabeln (z.B. mata, queiroga), indoeuropäisch die Suffixe -asco, -entia, -ace.</p>
<p>c) die Romanisierung</p>
<p>Die Romanisierung wurde in Gallaecia relativ spät abgeschlossen (zwischen 29 und 19 v. Chr.). Den Römern verdankte Gallaecia als Provinz ihre Grenzen und auch ihren Namen. Die Romanisierung und damit auch die Latinisierung gingen relativ schnell voran. Latein war immerhin die Verwaltungssprache der Römer und setzte sich, da es auf der ganzen Iberischen Halbinsel benutzt wurde, schnell als Mittel zur Verständigung, auch der verschiedensprachigen Stämme untereinander, durch. Latein war außerdem die Sprache des Christentums, das allmählich die Religion der Iberischen Halbinsel wurde.</p>
<p>d) Superstrate</p>
<p>-Die Sueben<br />
Im fünften Jahrhundert kamen germanische Stämme über die Pyrenäen auf der Suche nach Land auf die Iberische Halbinsel. Rom hatte 409 den Sueben, Vandalen und Alanen den Weg dorthin freigegeben. Der suebische Einfluss in sprachlicher Hinsicht war allerdings gering. Es handelt sich um Vokabeln und eventuell um die Resistenz gegenüber der Diphtongierung von offenem e und o, was im Gegensatz dazu im Kastilischen diphtongiert wird (z.B. gal. fora, port. fora, kast. Fuera).</p>
<p>-Die Westgoten<br />
Im Jahr 415 kamen die Westgoten als Verbündete Roms auf die Iberische Halbinsel. Sie waren gegen germanische Stämme, die zunehmend die Rechte der Römer beschnitten, um Hilfe gerufen worden. Allerdings lösten sich die Westgoten nach einiger Zeit von Rom und 475 wurde von den Römern die westgotische Oberhoheit in Spanien anerkannt. Im Jahr 585 besiegten die Westgoten auch die Sueben und absorbierten das suebische Reich. Auch die Westgoten, die schon weitgehend romanisiert waren, übten keinen großen direkten Einfluss auf die Sprache aus. Es handelt sich ebenfalls um einige wenige Vokabeln. Sie hatten insofern einen indirekten Einfluss, als sie den Kontakt mit Rom abbrachen. Dadurch beschleunigte sich die spezielle Eigenentwicklung des galizischen Latein und es behielt andererseits einen konservativen, archaischen Charakter, denn viele Neuerungen des Lateinischen machte das Galizische (wie auch das Kastilische) nicht mehr mit.</p>
<p>-Die Araber<br />
Im 8. Jh (711) fielen die Araber, die von einer der Gruppen, die im Westgotenreich um politische Macht kämpften, zu Hilfe gerufen worden waren, in Spanien ein. In kurzer Zeit war Spanien unter ihrer Herrschaft. Der Aufstand gegen die Moslems von christlicher Seite formierte sich in den Bergen von Asturias. Bereits um 750 vertrieben die Aufständischen die Araber aus Galizien. Einflüsse auf die Sprache finden sich wieder im Bereich der Vokabeln; die Wörter waren entweder durch nachbarschaftliche Kontakte oder später über das Kastilische ins Galizische gelangt.</p>
<p>2. Portugal</p>
<p>a) Unabhängigkeit Portugals bis 14. Jh</p>
<p>Alfons VI, König von León und Kastilien, die im Verlauf der Reconquista (Wiedereroberung Spaniens von der Mauren durch die christlichen Spanier) entstanden waren, überließ 1088 seinem Schwiegersohn Raimund von Burgund die Grafschaft Galizien. 1093 überleiß er seinm anderen Schwiegersohn, Bruder von Raimund, Heinrich von Burgund, die Grafschaft Portucale (Gebiet zwischen dem Minho und dem Mondego). Alfons I, Sohn von Heinrich, ließ sich 1139 nach einem Sieg über die Mauren bei Ourique zum König ausrufen. 1143 erkannte Alfons VIII von Kastilien und León die Unabhängigkeit Portugals an. Gleichzeitig dehnte sich der neue Staat mit der Reconquista nach Süden aus. 1250 schloss Alfons III die Eroberung der Algarve ab und Portugal hatte damit die Grenzen von heute. 1288 wurde eine Universität geründet, die erst in Lissabon, später in Coimbra war. König Dionysius (*1261 +1325) erklärte den Dialekt von Porto zur Nationalsprache Portugals. Doch erst ab dem 14. Jh begann das Portugiesische spezielle Züge zu entwickeln, die es vom Galizischen unterscheiden, beeinflusst von mozarabischen (Mozaraber: Christen, die unter arabischer Herrschaft leben) Dialekten, auf die es durch die Reconquista traf.</p>
<p>b) 15. Jh</p>
<p>Schon vor dem 15. Jh war das Zentrum des politischen, religiösen und kulturellen Lebens die Region um Lissabon. Folglich gingen auch von dort die sprachlichen Entwicklungen aus. Die Sprache der Bildung und Wissenschaft war allerdings nach wie vor Latein. Doch obwohl der sprachliche Unterricht theoretisch darin bestand, Latein zu lernen, und die Volkssprache außerhalb der Schulen auf mündlicher Basis angeeignet wurde, bekamen die Lernenden auch Bücher, die portugiesische Texte enthielten, in die Hände. Bei diesen Volkssprachlichen Texten handelte es sich zum großen Teil um Übersetzungen aus dem Lateinischen; wichtig für die portugiesische Sprache waren auch die historischen Werke, die sehr nah an der gesprochenen Sprache waren. Der erste portugiesische Chronist war Fernão Lopes, der die „Crônica de D. Pedro“, die „Crônica de D. Fernando“ und die ersten beiden Teile der „Crônica de D. João schrieb und praktisch der Begründer der portugiesischen Historiographie war. Es muss aber bemerkt werden, dass es noch keine Norm der Orthographie gab (erst ab 1911 bzw. 1916), also findet man bis dahin in den Texten verschiedene Schreibweisen, manchmal sogar innerhalb des selben Textes. Die Sprache der Texte war noch sehr am Latein orientiert, obwohl man anfing, den Wortschatz, die Syntax etc. an die einfachere Volkssprache und die Schreibweise der Wörter an die Aussprache anzupassen.</p>
<p>c) 16.-18. Jh</p>
<p>Im 16. Jh war das Gebiet Portugals mit Ausnahme von Olivenza (Teil von Extremadura), das bis 1657 und erneut von 1668-1801 portugiesisch war, das selbe wie heute. Durch die Ausdehnung Portugals nach Übersee und die Kontakte mit Afrika und dem Orient fanden Wörter von dort Eingang ins Portugiesische, was vor allem in der Sprache der Historiker zum Ausdruck kommt.</p>
<p>c)a)Die Relatinisierung, erste Grammatiken<br />
Unter dem Einfluss des Humanismus und damit der Wiederentdeckung der griechisch- lateinischen Kultur erfuhr das Portugiesische ab dem 16. Jh eine Relatinisierung, die sich bis ins 18. Jh hinzog.<br />
Portugal öffnete sich auch nach Europa hin und es fand reger kultureller Austausch statt. Die sogenannten „estrangeirados“ waren Portugiesen, die verschiedene Universitäten Europas besuchten und als Verbindungsglieder zwischen Europa und Portugal dienten. Die Verständigung erfolgte auf Latein, das überall an den Universitäten gesprochen und verstanden wurde. Der portugiesische Humanismus erreichte in der ersten Hälfte des 16. Jh seine größte Ausdehnung. 1547 wurde das „Colégio das Artes“ in Coimbra gegründet, an dem „estrangeirados“ und ausländische Humanisten unterrichteten. 1540 trafen die ersten Jesuiten auf Ruf des Königs in Portugal ein. Diese hielten bis zu ihrer Vertreibung durch den Marquis von Pombal 1759 zahlreiche Bildungsinstitutionen in ihren Händen und waren auf kulturellem Gebiet von großem Einfluss. So war der bedeutendste Schriftsteller des 17. Jh, António Viera, Jesuit. Auch bei den Jesuiten spielte Latein in der Bildung eine herausragende Rolle. Die Könige Portugals waren ebenfalls vom Humanismus und den klassischen Sprachen eingenommen. Dies alles wirkte sich natürlich auf die Sprache aus. Man tendierte dazu, das Portugiesische zu relatinisieren, orientierte z.B. die Schreibweise der Wörter eher an der Etymologie als an der Aussprache, so schrieb man z.B. crescer statt crecer oder signo statt sino, wobei auch hier wieder die Formen oft nebeneinander verwendet wurden. Als Folge passten sich entweder die Aussprache an die Orthographie an, wie z.B. im Fall von digno (statt dino), oder die beiden Formen nahmen verschiedene Bedeutungen an, wie z.B: bei signo (Zeichen) und sino (Glocke). Manchmal kam es auch vor, dass Wörter, die z.B: aus dem arabischen kamen, fälschlicherweise relatinisiert wurden.<br />
Im 16. Jh entstanden auch die ersten Grammatiken und Wörterbücher der portugiesischen Sprache, angeregt wieder durch die klassischen Sprachen. Man verspürte den Wunsch, auch das Portugiesische zu systematisieren, wobei es nicht nur gegenüber dem Lateinischen als ebenbürtig ausgewiesen werden sollte, sondern auch gegenüber dem Spanischen.</p>
<p>c)b)Portugiesisch-kastilische Zweisprachigkeit<br />
Ab 1450 waren die Beziehungen zwischen Spanien und Portugal sehr intensiv, v.a. durch Heiraten zwischen den beiden Königshäusern. So entstand am portugiesischen Hof eine Zweisprachigkeit. Das Kastilische besaß außerdem, durch das hohe Niveau der spanischen Wissenschaften, ein großes Ansehen. Bald sprachen die höheren Bevölkerungsschichten neben Portugiesisch auch Spanisch. Da in den niedrigen Schichten praktisch kein Kastilisch gesprochen wurde, sah man es mehr und mehr als Prestigesprache an. Die meisten portugiesischen Schriftsteller schrieben gleichzeitig auch in Kastilisch, so z.B. Gil Vicente und Camões. Zwischen 1580 und 1640, als der König Spaniens gleichzeit König Portugals und somit die beiden Königreiche eng vereint waren, setzte sich dies Zweisprachigkeit verstärkt fprt. Ab 1640 (Beginn des Krieges zwischen Spanien und Portugal, bis 1668 Portugals Unabhängigkeit anerkannt wurde) hörte die Zweisprachigkeit allmählich auf, ein Prozess, der sich allerdings noch bis Ende des 17: Jh hinzog.</p>
<p>d) 18.Jh</p>
<p>Das 18. Jh ist gekennzeichnet durch eine Modernisierung des Denkens und auch der bildung und Kultur, v.a. Durch den Marquis von Pombal, der unter König Josef I (1750-1777) Minister und als „estrangeirado“ der Meinung war, Politik und Bildung müssten von Grund auf modernisiert werden. 1759 wurden die Jesuiten , die bis dahin den Unterricht und die Bildung in Händen hatten, aus Portugal vertrieben. Unter anderem wurde 1770 das Colégio dos Nobres gegründet, dessen Programm auch den Unterricht des Portugiesischen und anderer moderner Sprachen vorsah. Auch die Universität von Coimbra wurde umgestaltet, indem man dort, wie überall, mit der Art des unterrichts der Jesuiten brach. Bei den grammatikalischen Studien hatte nun die Orthographie Vorrang. Es entstanden u.a. die Orthographien von Luis Caetano de Lima (1736) und João Madureira Feijó (1739). Am Rande sei angemerkt, dass der Marques de Pombal, der hier als großer Reformator der Bildung beschrieben wird, auch eine andere Seite hatte, er ging oft mit größter Brutalität zu Werk, um seine Ziele durchzusetzen.</p>
<p>e) Der Einfluss des Französischen</p>
<p>Ab ca. 1750 bis nach dem 2. Weltkrieg übte Frankreich großen kulturellen Einfluss auf Portugal aus. Dieser kam v.a. Über die Literatur. Werke des französischen Neoklassizismus und auch des Antiromantizismus waren von großer Bedeutung. Außerdem wurden in Portugal englischen, deutsche und russische Schriftsteller hauptsächlich in der französischen Übersetzung gelesen. Es gingen zahlreiche Gallizismen in den Portugiesischen Wortschatz ein, der Einfluss erstreckte sich aber auch auf Morphologie und Syntax.</p>
<p>f) 19. Jh</p>
<p>Die liberale Revolution von 1820 übte Einfluss auf den Wortschatz aus, obwohl schon nach 3 Jahren der Absolutismus wieder eingeführt wurde, da diese relativ kurze Zeitspanne den Abschluss einer längeren Entwicklung darstellte. Vor allem die Presse spielte eine große Rolle, Wörter, die dort häufig verwendet wurden sind z.B. liberdade, progresso, razão, opinião, lei.<br />
Auch die Literatur erlebte im 19. Jh eine Blüte. Wichtige Schriftsteller waren u.a. Garret und Queiros.</p>
<p>g) 20.Jh</p>
<p>Geschichtlich waren in Portugal vor allem folgende Faktoren maßgebend: die Einführung der Republik 1911, die Machtergreifung durch Salazar 1926 und das Errichten des Estado Novo (faschistischer Staatstyp), die Teilnahme am 1. und die Neutralität im 2. Weltkrieg, die Revolution von 1974, die die Wiedereinführung der Demokratie zur Folge hatte und schließlich die Dekolonisierung.<br />
Die Regierung von 1910 gab einer von ihr eingesetzten Kommission den Auftrag, eine orthographiereform auszuarbeiten; 1911 wurde sie fertig, 1916 trat sie in Kraft. Während des Estado Novo stagnierte in Portugal die schriftstellerische und sprachwissenschaftliche Tätigkeit. Nach 1974 zeigte die Regierung jedoch großes Interesse an der portugiesischen Sprache und betrieb „linguistische Politik“. Es wurden u.a. Lektoren an ausländische Universitäten geschickt und Kontakte mit Brasilien und den portugiesischsprachigen Ländern Afrikas gepflegt. 1983 fand ein Kongress zur aktuellen Situation des Portugiesischen auf der Welt statt und 1990 unterzeichneten Portugal, Brasilien und fünft Länder Afrikas die Einverständniserklärung zur Vereinheitlichung der orthographie.</p>
<p>h) Der Einfluss des Englischen</p>
<p>Nach dem 2. Weltkrieg beginnt der englisch-amerikanische Einfluss auf das Portugiesische, und es gehen zunehmend Anglizismen in den Wortschatz ein. Vorher waren englische Wörter v.a. Über das Französische ins Portugiesische gekommen, wie z.B. vagão von französisch wagon von englisch waggon. Es wird immer mehr englisch unterrichtet, die Verbreitung englischer Filme nimmt zu. Da Filme in Portugal nicht synchronisiert werden, sondern in Originalfassung mit Untertiteln laufen, trägt dies zur Verbreitung des Englischen bei.</p>
<p>3. Das Galizische</p>
<p>Während Portugal seit 1130 bzw. 1143 ein unabhängiger Staat ist, erreichte Galizien diesen Staus nie. Es gehörte zuerst zu León, dann zu Kastilien und schließlich zu Spanien. Somit war das Galizische auch nie National- und Staats- sondern immer nur Regionalsprache.</p>
<p>a)14.-16- Jh</p>
<p>Das erste galizische Dokument stammt von 1227 und ist eine Schenkungsurkunde. Galizisch wurde zuerst neben dem Lateinischen und später neben dem Kastilischen für Urkunden, in der Kirche, etc. gebraucht. Ab dem 14. Jh spielte das Kastilische eine immer bedeutendere Rolle in Galizien. Es gab Auseinandersetzungen um die Erbfolge in Kastilien. Die sich durchsetzende Partei verringerte die Macht des galizischen Adels, da dieser die Gegenpartei unterstützt hatte. Die Ländereien, die Galiziern abgenommen worden waren, wurden zum Großteil kastilischen Familien überlassen. Auch unter den „katholischen Königen“ wurden weiter fremde Adelige in Galizien angesiedelt. Das die neue Oberschicht weiterhin das Kastilische benutzte, sprach bald der gesamte Adel und auch der Klerus (es wurden auch Bischöfe von außerhalb angesiedelt) im öffentlichen Leben Kastilisch. Im 14. Jh kann man bereits von einer galizisch-kastilischen Zweisprachigkeit in den höheren Bevölkerungsschichten ausgehen, dann nahmen die Bedeutung und das Prestige des Kastilischen immer weiter zu. Ab Mitte des 16. Jh wurde das Galizische für Dokumente praktisch nicht mehr gebraucht.</p>
<p>b) 16.-Mitte 19. Jh</p>
<p>In diesem Zeitraum existierte das Galizische als geschriebene Sprache praktisch nicht. Dafür gab es verschiedene Gründe: da die oberen Gesellschaftsschichten in der Öffentlichkeit das Kastilische benutzten, stand das Galizische in ziemlich geringem Ansehen, als Sprache der Unterschicht sozusagen. Ab dem 17. Jh emigrierten viele Galizier wegen der großen Armut in der Region. Diese Emigranten gehörten ebenfalls niedrigen Schichten an, wodurch das Galizische, auch außerhalb Galiziens noch verstärkt mit Armut und Rückständigkeit assoziiert wurde. Es kam sogar soweit, dass einige Galizier ihre Identität leugneten. Während dieser Zeitspanne wollten die Schriftsteller natürlich nicht das Galizische für ihre Arbeiten verwenden. Eine Ausnahme war Frai Martin Sarmiento (1695-1772), ein Benediktinermönch, der sich sehr für das Galizische interessierte und es auch erforschte. Allerdings schrieb er seinen Arbeiten in Kastilisch, von denen aber damals keine einzige veröffentlicht wurde. Allerdings stammen heute alle Informationen über das Galizische des 18.Jh von Sarmiento. Ab dem 18. Jh waren Unterricht, Zeitungen, Bücher, etc, auf Kastilisch und der soziale Aufstieg nur über diese Sprache möglich.</p>
<p>c) 19. Jh</p>
<p>Beeinflusst durch die Romantik und ihr Interesse für das Volkstümliche, erwachte auch in Galizien wieder das Bewusstsein der eigenen Region, Sprache und Geschichte. Ab Mitte des 19. Jh versuchte man nach langer Zeit wiedr, Galizisch in der Literatur zu verwenden. Im Jahr 1861 fanden z.B. die Xogos Florais da Coruna statt, ein Dichterwettbewerb, um das Galizische zu fördern. Die Eröffnungsansprache wurde auf Galizisch gehalten, im Wettbewerb gab es allerdings auch Gedichte in Kastilischer Sprache. Das wichtigste Jahr in diesem Zeitraum ist jedoch 1863. In jenem Jahr veröffentlichte Rosalía de Castro die „Cantares Gallegas“, einen Gedichtband, das erste Werk in jener Zeit mit hohem literarischem Wert. 1880 veröffentlichte sie die „Follas Novas“ ebefalls Gedichte, und es wurde der erste galizische Roman, „Maxina ou a filla espúrea“ von Marcial Valladares publiziert. Am Anfang der schriftlichen Schaffensphase in galizischer Sprache stellte sich allerdings das Problem, dass sich die Schriftsteller nach keinem Vorbild richten konnten; die mittelalterlichen Liedersammlungen wurden erst 1875-1904 wiederentdeckt. So orientierte man sich an der gesprochenen Sprache. Es gab keine feste Norm und das blieb noch lange Zeit so. Man findet also verschiedene Schreibweisen eines Wortes nebeneinander. Auch fehlten dem Galizischen bestimmte Begriffe, die in der Dichtung benötigt wurden, es war ja vorher mehrere hundert Jahre lang nur auf umgangssprachlicher Basis benutzt worden. Man bediente sich deshalb oft kastilischer Ausrücke. Der Gebrauch blieb in dieser Zeit weitgehend auf die Lyrik beschränkt. Man begann auch wissenschaftliches Interesse am Galizischen zu zeigen, erste Grammatiken und Wörterbücher entstanden, z.B. „Compendio de gramática gallega-castellana“ von Francisco Mirás 1864 oder das „Diccionario gallego castellano“ von Francisco Javier Rodrígues 1865.<br />
Seit dem Wiedererstarken des Galizischen in der Literatur gab es bei vielen Schriftstellern die Tendenz, in reinem Galizisch zu schreiben und es von möglichst vielen Kastilismen zu befreien. Einen damit verbundene Erscheinung ist die Bildung von „Hypergalegismen“. Das sind Wörter, die einer falsch angenommenen Etymologiezu Folge, fälschlicherweise „von der kastilischen in die galizische Form zurückgebracht wurden“.</p>
<p>d) 20. Jh</p>
<p>Anfang des 20. Jh erlangte das Galizische eine immer größere Bedeutung. Es wurde nun nicht mehr nur vorwiegend für Gedichte sondern zunehmend für Prosastücke, Dramen, Essays und wissenschaftliche Aufsätze benutzt. 1906 wurde die Real Academia Gallega (RAG) mit dem Ziel gegründet, das Galizische wissenschaftlich zu untersuchen und die galizische Sprache und Kultur zu fördern. Es entstanden auch andere Vereinigungen zur Förderung des Galizischen. 1916 wurde in Coruña die „Hirmandá de Amigos da Cruña“ gegründet, die die Zeitschrift „A nossa terra“ herausgab, die das Sprachrohr der Irmandades war, die sich hier und in anderen Städten gebildet hatten. 1920 wurde die Zeitschrift „Nós“ gegründet, die von 1920-1935 bestand und deren Artikel, die unterschiedliche Themen behandelten. Fast nur in Galizisch verfasst waren. 1923 entstand das Seminario des Estudos Galegos an der Universität von Santiago. 1931 wurde die Partido Gelegista gegründet, die sich auf politischem Gebiet für Galizien und die Autonomie einsetzte. Das Autonomiestatut von 1936 trat wegen des Bürgerkriegs nicht mehr in Kraft. Mit der Regierung Francos und der Unterdrückung der Autonomiebewegungen in den einzelnen Regionen verschwanden auch für einige zeit die Publikationen in galizischer Sprache.<br />
Buenos Aires, wohin viele Galizier, darunter auch Schriftsteller, emigriert waren, war ein wichtiges Zentrum der galizischen Sprache und Kultur. Dort wurden auch Bücher und Zeitschriften in galizisch veröffentlicht.<br />
Ein wichtiges Ereignis ist die Gründung des Verlags „Galaxia“ 1950 in Galizien. Dieser Verlag setzte sich sehr für das Ansehen und den Gebrauch des Galizischen ein. 1971 wurde an der Universität von Santiago das „Instituto da Lingua Galega (ILG)“ gegründet, das das Galizische erforschte und das erste Galizisch- Lehrbuch (Galego I, 1971) veröffentlichte, zahlreiche Arbeiten ins Galizische übersetzte und sich für Galizisch in Unterricht und Bildung einsetzte. Galizisch wurde auch in der Politik mehr und mehr verwendet (1965 erstes Flugblatt auf Galizisch). 1982 wurde die Orthographie gesetzlich normiert. Es entstanden in Zusammenarbeit von RAG und ILG die „Normas ortográficas e marfolóxicas do idiomas galego“, die von der Xunta de Galicia für verbindlich erklärt wurden. 1983, in der „Lei de Normalización“, wurde erklärt, dass jeder Galizier das Recht hat, Galizisch zu gebrauchen. Früher hatte man das Galizische in Bildung und Unterricht auf die jüngeren Klassen beschränkt, seit diesem Gesetz hat allerdings jeder das Recht, Galizisch zu benutzen, also auch Studenten, Professoren etc., und zwar mündlich wie schriftlich. Trotzdem spielt das Galizische immer noch eine dem Kastilischen untergeordnete Rolle. Es bleibt wohl vornehmlich auf den privaten Bereich beschränkt, während man sich bei offiziellen, formellen Anlässen oft des Kastilischen bedient. Dadurch fehlen dem Galizischen viele Begriffe, z.B. aus den Bereichen Forschung und Technik; diese Lücken werden meist mit den Kastilischen Wörtern gefüllt.</p>
<p>4. Sprachvergleich</p>
<p>a) Spezielle phonetische Züge, die das Galizisch- Portugiesische zwischen dem 8. und 12. Jh entwickelte:</p>
<p>-aus lateinisch cl-, pl,- fl- im Anlaut wird ch-, z.B. pluvia &gt; chuva (kast. Lluvia). Im Galizischen entstand in der Aussprache das Affrikat ĉ, im Portugiesischen ʃ. Beide Laute gibt es in der jeweils anderen Sprache nicht.</p>
<p>-intervokalisches -n- und -l- entfällt: luna &gt; lua (kast. Luna), palu &gt; pau (kast. palo)</p>
<p>-die Gruppe -mn- wird zu -m- reduziert: hominem &gt; homem</p>
<p>-das lateinische Anfangs-f bleibt erhalten: facere &gt; gal. facer, port. fazer (kast. hacer)</p>
<p>b) Phoneme des Galizischen, die es im Portugiesischen nicht gibt:</p>
<p>- ĉ wie z.B. in chamar, chuva</p>
<p>-Ɵ, wie z.B. in cedo</p>
<p>Diese beiden Phoneme hat das Galizische mit dem Kastilischen gemein.</p>
<p>- ƞ, wie z.B. in unha; dieses Phonem existiert weder im Kastilischen noch im Portugiesischen.</p>
<p>c) Phoneme des Portugiesischen, die es im Galizischen nicht gibt:</p>
<p>-v, wie z.B. in vida; das Portugiesische behält also den Unterschied b-v bei, während das Galizische, wohl vom Kastilischen beeinflusst, ihn aufhob</p>
<p>-z, wie z.B. in dizer</p>
<p>-Ʒ, wie z.B. in hoje</p>
<p>Beide Sprachen kennen im Unterschied zum Kastilischen den Laut ʃ.</p>
<p>d) Morphosyntax</p>
<p>d)a)Merkmale, die das Galizische und das Portugiesische im Gegensatz zum Kastilischen besitzen:</p>
<p>-Possesivepronomen werden mit bestimmtem Artikel gebraucht: port. o meu irmão kast. mi hermano</p>
<p>-Die unbetonten Pronomina werden den Verben in bejahten Hauptsätzen nachgestellt: port. eu chamo-me kast. yo me llamo</p>
<p>-Synthetisch gebildete Zeiten werden den zusammengesetzten vorgezogen</p>
<p>-Es existieren ein synthetisches Plusquamperfekt und ein persönlicher Infinitiv, außerdem ein Konjunktiv Futur</p>
<p>-“Lenguaje-eco“: auf Fragen wird nicht einfach mit ja oder nein geantwortet, sondern das Verb wiederholt: tu es Bruno?- Sou (sim)/ Não sou</p>
<p>-Das Galizische und das Portugiesische weichen in eingigen Fällen bei substantiven im Genus vom Kastilischen ab: gal./port. a cor kast. el color; port. a árvore, gal. a arbre kast. el árbol</p>
<p>d)b) Bei den Personalpronomina besitzt das Galizische im Gegensatz zum Portugiesischen und Kastilischen eine eigene Form für den Dativ der zweiten Person Singular (che). Im Portugiesischen und Kastilischen haben Dativ und Akkusativ beide die Form te. Eine weitere srpachliche Eigenheit, die nur das Galizische besitzt, ist der sog. „ethische Dativ“, damit wird amotionales Interesse an der Handlung ausgedrückt.</p>
<p>e) Lexikon:</p>
<p>Das Galizische besitzt im Vergleich zum Portugiesischen eine sehr hohe Anzahl an Kastilismen. Der galizische Wortschatz ist außerdem archaischer als der portugiesische, so dass viele Wörter, die im Galizischen noch gebraucht werden, in Portugal als veraltet gelten, bzw. überhaupt nicht mehr gebraucht werden.</p>
<p>5. Literatur</p>
<p>-Armado, W.G.: Geschichte Portugals, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz, 1966</p>
<p>-Berschin, H.; Fernández-Sevilla, Felixberger, J.: Die spanische Sprache, München 1987</p>
<p>-Historia da Lingua Portuguesa, Bd 1-6, Séc. XII-XX, São Paolo</p>
<p>-Hotus, G.; Metzeltin, M. (Hsrg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL), Band/Volume VI, 2, Galegisch, Portugiesisch, Tübingen 1994</p>
<p>-Jover, J.-M-; Reglá, J.; Seco, C.; Ubieto, A.: Introducción a la Historia de España, Barcelona 1969</p>
<p>-Luyken, M.: Das Galizische, Wilhelmsfeld 1994</p>
<p>-Messner, D.: Müller, H.-J.: Ibero- Romanisch, Darmstadt 1983</p>
<p>Ruhl, K.-J.: Spanien PLOETZ, Freiburg, Würzburg 1986</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/rel123.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/rel123.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/rel123.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/rel123.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/rel123.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/rel123.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/rel123.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/rel123.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/rel123.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/rel123.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/rel123.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/rel123.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/rel123.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/rel123.wordpress.com/60/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=60&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Alte und neue Sicht der Welt: Paradigmenwechsel im Zeichen der Ganzheit (Holismus) und Einheit der Welt</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 10:12:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrea0</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Holismus]]></category>
		<category><![CDATA[New Age]]></category>
		<category><![CDATA[Rupert Sheldrake]]></category>

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		<description><![CDATA[Die New Age Bewegung, die viele Bereiche (z.B. Wissenschaft und Forschung, Politik, Esoterik, etc.) umfasst, fordert Veränderung und Umdenken. Sie bietet Wege aus der derzeitigen globalen Krise an, die sich in Überbevölkerung, Kriegen, Hungersnöten, Naturkatastrophen usw. bemerkbar macht. Nach Ansicht der new age Anhänger ist einen neue Weltsicht nötig; das derzeitige mechanistische Newton- Cartesianische Weltbild [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=55&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die New Age Bewegung, die viele Bereiche (z.B. Wissenschaft und Forschung, Politik, Esoterik, etc.) umfasst, fordert Veränderung und Umdenken. Sie bietet Wege aus der derzeitigen globalen Krise an, die sich in Überbevölkerung, Kriegen, Hungersnöten, Naturkatastrophen usw. bemerkbar macht. Nach Ansicht der new age Anhänger ist einen neue Weltsicht nötig; das derzeitige mechanistische Newton- Cartesianische Weltbild reicht nicht länger aus, um die Welt zu beschreiben.</p>
<p>1.Paradigma<br />
Das Wort Paradigma kommt vom griechischen Wort &#8222;paradeigma&#8220;, was &#8222;Muster&#8220; bedeutet. Der Begriff wurde zuerst von Thomas Kuhn in seinem Buch &#8222;Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen&#8220; verwendet, in dem er es nur auf die Wissenschaft bezieht. Ein Paradigma ist ein Gedankenrahmen, innerhalb dessen geforscht und die Ergebnisse interpretiert werden. Ein Beispiel für ein Paradigma -hier aus der Astronomie- ist die Theorie, dass die Planeten um die Sonne kreisen. Entsprechend gibt es Paradigmenin Physik, Biologie, Medizin, etc. In der New Age Bewegung bezieht man den Begriff nicht nur auf die Wissenschaft, man spricht auch von von erzieherischen, religiösen, politischen Paradigmen, verwendet den Begriff also allgemein. Hat sich ein Paradigma einmal gefestigt, wird es meist eine lange Zeit nicht mehr hinterfragt, sondern als gegebene Grundwahrheit angenommen. Alles, was dem Paradigma widerspricht, wird entweder als ausnahme betrachtet oder so zurechtgebogen, dass es wieder in das gängige Bild passt.</p>
<p>2. Paradigmenwechsel<br />
Treten innerhalb eines Paradigmas jedoch zu viele Anomalien auf, die sich nicht mehr alle integrieren lassen, kommt es zu einem Paradigmenwechsel. Während das noch gültige Paradigma sich in einer Krise befindet, kommt normalerweise ein einzelner Denker auf eine neue Idee, woraus sich ein neues Paradigma entwickelt. Dies vollzieht sich intuitiv und plötzlich, nicht Schritt für Schritt. Es liegen auch nicht alle Daten vor, um das neue Paradigma zu beweisen, diese werden im Nachhinein erforscht und das Paradigma so erhärtet. Ein Beispiel für einen Paradigmenwechsel ist: Die Erde kreis um die Sonne (neues Paradigma)- die Erde ist der Mittelpunkt des Universums (altes Paradigma). Es ist jedoch so, dass das neue Paradigma das alte und das Wissen und die Forschung daraus noch in sich enthält. Es kommt sozusagen neues Wissen zum alten hinzu und es wird eine Synthesezwischen den beiden Ansichten gebildet, woraus dann das neue Paradigma entsteht. Es ist allerdings so, dass der Wechsel vom alten zum neuen Paradigma nicht gleich von allen Wissenschaftlern mit vollzogen wird. Die meisten stehen dem neuen Paradigma sehr skeptisch gegenüber und halten am alten fest, gerade auf Grund der Tatasache, dass sich der Wechsel plötzlich und intuitiv vollzieht. Im  Lauf der Zeit werden aber immer mehr Leute das neue Paradigma anerkennen und dann spricht man von einem &#8222;kollektiven Paradigmenwechsel&#8220;.<br />
Nach einiger Zeit weist das neue Paradigma ebenfalls Anomalien auf, so dass dies seinerseits durch ein neues abgelöst wird. Die Wissenschaft erweitert sich also ständig, indem immer neues Wissen hinzukommt.<br />
Jeder einzelne erlebt auch während seines Lebens persönliche Paradigmenwechsel, da auch er sein Wissen und seine Erfahrung ständig erweitert.<br />
Von der New Age Bewegung wird nun ein kollektiver Paradigmenwechsel vom Newton- Cartesianischen hin zum holistischen (ganzheitlichen) Weltbild propagiert.</p>
<p>3. Die Holographie<br />
Die Holographie, die Ende der vierziger Jahre von Dennis Gabor entwickelt wurde, wird zur Erklärung der Sicht des Holismus allgemein und auch in verschiedenen Ansätzen von Holismus immer wieder herangezogen. Die wichtige Eigenschaft eines Hologramms ist, dass -falls es zerbricht- in jedem Einzelteil noch das gesamte Bild enthalten ist. In jedem noch so kleinen Einzelteil stect also die gesamte Information.</p>
<p>4. Holismus allgemein<br />
Der Begriff wird manchmal auch mit &#8222;Ganzheit&#8220; bzw. &#8222;ganzheitliche Weltsicht&#8220; wiedergegeben. Anstöße für die Entstehung der neuen Weltsicht gibt es viele, so z.B. neue Erkenntnisse in der Naturwissenschaft, östliche Religionen, Esoterik. Die Welt wird als Ganzheit und Einheit betrachtet und alles und jeder ist in diese Einheit eingebunden. Es ist unmöglich, einzelne Faktoren losgelöst vom Ganzen zu verstehen, so wie es auch unmöglich ist, aus einem Hologramm ein Stück des Bildes herauszubrechen, da ja jedes Stück das ganze Bild wiedergibt. Das Universum ist wie ein Netz: Wird ein Teil irgendwie verändert, hat dies auch Auswirkungen auf alle andern Teile, es ist weiterhin dynamisch, bildet sich um, formt sich stets neu und alles ist in diesen Prozess eingebunden. Man kann die Dinge nur verstehen, wenn man sich selbst als an ihnen teilnehmend betrachte, anstatt sich ihnen -wie im alten Paradigma üblich- als Unbeteiligter gegenüberzustellen. Ein weiterer Unterschied zum alten Paradigma ist, dass das Ganze in jedem Einzelteil steckt, so wie bei einem Hologramm auf jedem Stück der photographischen Platte die ganze Information enthalten ist. Ein anderes Beispiel zur Veranschaulichung sind die menschlichen Körperzellen, wo auch in jedem Zellkern die gesamte Erbinformation in der DNS gespeichert ist, der ganze Organismus also in jedem Einzelteil enthalten ist.<br />
Im gegenwärtigen Weltbild ist es vorherrschend die Praxis, Probleme durch Zerlegen in Ihre Einzelteile und Analyse der Teile lösen zu wollen (analytischer Ansatz). Da im Holismus das Ganze als mehr als die Summer der Einzelteile betrachtet wird, lassen sich Probleme nach der Methode des alten Paradigmas nicht lösen.<br />
Im Neuen Paradigma werden zudem gegensätzliche Dinge zu komplementären. Alle sind verschiedene Aspekte der selben Wirklichkeit und schließen sich nicht aus sondern ergänzen sich. Im Holismus werden auch Elemente wie Intuition, meditatives Erkennen, etc. einbezogen und genauso berücksichtigt wie naturwissenschafltiche Daten, die im Newton-Cartesianischen Weltbild den Vorrang haben.</p>
<p>5. verschiedene Ansätze von Holismus<br />
Es gitb viele verschiedene holistische Ansätze und Theorien, man kann jedoch drei Kategorien von Holismus ausmachen:<br />
- das Ganze ist die Summe der Teile und die Interaktion zwischen den Teilen, die das  Ganze über die bloße Summe der Einzelteile hinaushebt.<br />
-Das Ganze organisiert die Teile<br />
-Der Urgrund der Welt liegt jenseits von Raum und Zeit und organisiert seine räumlichen und zeitlichen Materialisationen (das Universum)<br />
Jeder der drei Ansaätze enthält jeweils den/die vorherigen.</p>
<p>6. &#8222;Wholeness&#8220; und &#8222;Holiness&#8220;<br />
Der Holismus kann auch religiöse Aspekte aufweisen. Vor allem der dritte Ansatz erinnert an die hinduistische Sichtweise Atman=Brahman, wonach jeder Mensch einen göttlcihen Kern hat, in seinem Inneren selbst göttlich ist. Jeder der sein Atman erkennt, erkennt gleichzeitg Brahman (da beides ja identisch ist) und somit den Urgrund der Welt. Wie im Hinduismus spielt auch in der New Age Bewegung beim Erkennen der persönlichen Göttlichkeit Meditation eine große Rolle. Zudem verbindet diese Eigenschaft die Menschen sowohl untereinander als auch mit der Natur. So gibt es auch zwischen den beiden Wörter &#8222;wholeness&#8220;(Ganzheit) und &#8222;Holiness&#8220;(Heiligkeit) eine etymologische Verwandtschaft. Es ist jedoch anzumerken, dass die Verbundenheit der Menschen untereinander und mit dem Kosmos nicht allgemein in der New age Bewegung einen göttlichen oder mystischen Aspekt hat, es gibt auch atheistische holistische Ansaätze.</p>
<p>7. Beispiel für eine holistische Theorie: Rupert Sheldrake: Morphische Resonanz</p>
<p>Folgendes ist ein Beispiel aus der Biologie: Sheldrake geht zunächst von der Tatsache aus, dass die DNS, die für die Ausbildung eines Organismus verantwortlich ist, in allen Zellen gleich ist.  Allerdings werden verschiedene Organe und Gliedmaßen gebildet, weshalb klar wird, dass noch etwas Anderes bei der Bildung eines Organismus um Spiel sein muss. Bei Sheldrake ist dies das sogenannte &#8222;morphogenetische Feld&#8220; (1922 von A. Gurwitsch als Begriff eingeführt; wird in der Wissenschaft von fast niemandem akzeptiert.) Das morphogenetische Feld einer Spezies ist ein Energiefeld, das die Entwicklung steuert. Durch die Beschaffenheit der DNS stellt sich der Organismus z.B. auf &#8222;Katze&#8220; ein, dann beginnt das motphogenetische Feld zu wirken und sorgt für die Ausbildung der einzelnen Organe und Gliedmaßen. Nach Sheldrake entstehen nun diese morphogenetischen Felder durch eine Anhäufung und Bildung eines Durchschnitts der Beschaffenheit und Eigenschaften aller früheren Individuen einer Spezies. Eine  Katze z.B. wäre also von allen früheren Katzen beeinflusst, das Aussehen und der Charakter dieser Katze wirken wieder auf das morphogenetische Feld ein, so stehen alle Individuen einer Spezies miteinander in Kontakt. Das nennet Sheldrake &#8222;morphische Resonanz&#8220;. Als Beleg führt er einen Versuch an, bei dem Ratten in einem bestimmten Gebiet Kunststücke beigebracht wurden: Nach kurzer Zeit hatten auch Ratten in einem völlig anderen Gebiet plötzlich die selben Fähigkeiten. Ein Beweis für Sheldrake, dass die Fähigkeit in das morphogenetische Feld eingegngen und so auf die nächste Generation der Ratten in dem anderen Gebiet übertragen worden sei. Nach dieser Theorie hat jedes Individuum einer Spezies Anteil an der Entwicklung der Spezies. Eine Lücke, die Sheldrake in seiner Tehorie erkennt, ist, dass sie nicht erklärt, woher die Uridee, das Modell für eine Spezies kommt.</p>
<p>Ein Vorteil des Holismus ist sicherlich die Möglichkeit, verschiedene Religionen und Kulturen miteinander in Einklang zu bringen. Es wären, Im Sinne der Komplementarität, verschiedene Ausdrücke und Formen der einen Wirklichkeit, die sich ergänzen, nicht ausschließen. Allerdings ist ein Nachteil dieser Ansicht, dass auch unseriösen Wissenschaftlern, geistigen Führern, Scharlatanen etc. Tür und Tor geöffnet würden, da ja auch die Grenzen zwischen &#8222;richtig&#8220; und &#8222;falsch&#8220; verschwimmen, wenn wirklich alles als Ausdruck der einen Wirklichkeit angesehen wird.</p>
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		<title>Die Entwicklung der Religionen in Wilhelm Wundts Völkerpsychologie</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 11:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrea0</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Völkerpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Wundt]]></category>

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		<description><![CDATA[Wilhelm Wundt (1832-1920) teilt in seinem Werk &#8222;Elemente der Völkerpsychologie&#8220; die Entwicklung der Menschheit in vier psychologische Perioden ein. Allerdings sind die ersten drei heute noch nicht überall vorüber, sondern es gibt immer noch Völker, die nach Wundts Meinung auf der ersten Stufe der Entwicklung stehen. Auch beinhaltet jeder der Schritte die vorangegangenen, keiner kann [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=51&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wilhelm Wundt (1832-1920) teilt in seinem Werk &#8222;Elemente der Völkerpsychologie&#8220; die Entwicklung der Menschheit in vier psychologische Perioden ein. Allerdings sind die ersten drei heute noch nicht überall vorüber, sondern es gibt immer noch Völker, die nach Wundts Meinung auf der ersten Stufe der Entwicklung stehen. Auch beinhaltet jeder der Schritte die vorangegangenen, keiner kann für sich allein stehen.. Mit der Gesellschaft verändern sich auch Kultus und Religion, die immer Produkte der Gemeinschaft, nicht eines Individuums sind.</p>
<p>Die Entwicklung der Religion:</p>
<p>1. Der &#8222;primitive Mensch&#8220;:<br />
Wundt nennt die Ausdrucksform der &#8222;primitiven Menschen&#8220; Zauber- und Dämonenglauben. Nach seiner Ansicht sind die Auslöser für die Entstehung dieses Glaubens Krankheit und Tod. Für ihn ist nicht der Intellekt wichtig für den Ursprung dieses Glaubens, sondern der Affekt. Nicht das Bedürfnis, alltägliche Dinge mythologosch zu erklären, ruft gewisse Vorstellungen hervor, sondern das Erleben des Anormalen, so z.B. der Schmerz oder das Unwohlsein bei Krankheit, das verbunden wird mit der Vorstellung des Feindlichen, auch wenn der Schmerz nicht von der Waffe eines Feindes verursacht wird. Beim Tod eines Stammesmitglieds wird ebenfalls Furcht ausgelöst. Es entsteht die Vorstellung von etwas, das das Leben ausmacht, mit dem Körper verbunden und dennoch vom Körper verschieden ist. Das Leben wird so zu einem Wesen, das teils verborgen im Leichnam, teils in dessen Umgebung fortlebt. So wird der Tote zum Dämon, der unsichtbar den Menschen schaden kann. Durch diesen Dämonenglauben kommt es zur Ausbildung von Gegen- und Schutzzauberriten und damit auch zum Grundstein und den Anfängen von Priesterständen.</p>
<p>2.Das &#8222;totemistische Zeitalter&#8220;<br />
Als wesentliche Veränderung gegenüber dem Zeitalter des &#8222;primitiven Menschen&#8220; sieht Wundt die im &#8222;totemistischen Zeitalter&#8220; vorhandene Stammesorganisation, also große und organisierte Gruppen im Vergleich zu Horden und Großfamilien. Diese Entwicklung führt weitere Veränderungen mit sich, so z.B. Kriege ganzer Stämme, ausgedehnter Handel, Grundbesitz der Stämme und Bearbeitung des Bodens. Nun verändert der Krieg auch die Seelenvorstellung der Menschen: in den Kriegen sieht man viele Menschen gewaltsam sterben, ohne sofort fliehen zu können. Es wird der Eindruck hervorgerufen, die Seele entweiche dem Körper mit dem Blut. Es wird nach Wundt eine Unterscheidung in Körper- und Schattenseele vollzogen. Währen im vorangegangenen Zeitalter nur die Vorstellung der Körperseele bestand -als Träger des Lebens, der Gefühle, etc.-, die mit dem Tod teils im Leichnam verbleibt, teils in dessen Umgebung als Dämon sich aufhält, gibt es nun weiterhin die Vostellung dieser, die mit dem Blut den Körper verlässt, gleichzeitig aber die der Hauchseele, die mit dem letzten Atemzug als Tier aus dem Körper austritt. Dies wird so als Vorfahr einer bestimmten Sippe innerhalb eines Stammes betrachtet und genießt bestimmte Kulte. Sein Fleisch wird z.B. nicht oder oder nur bei Kulthandlungen gegessen. Außerdem ent- und bestehen eine Menge Regeln für den Umgang der Angehörgen der verschiedenen Totemtiere miteinander. Eine wichtige Erscheinung, die nach Wundt in diesem Zeitalter zum ersten Mal auftritt, ist die Exogamie, also das Heiratsverbot für Angehörge des gleichen Totems. Aus dem Stammes- bzw. Sippentotem entwickelt sich später in einigen Gegenden das Totem des Einzelnen.<br />
Die durch die große Anzahl an Stammesmitgleidern nötig gewordene Haltung von Zuchttieren führt einen Wandel des Stellenwerts der Tiere und gleichzeitig das Ende des Totemismus herbei, da das Tier vom heiligen Tier übergeht zum Nutztier.</p>
<p>3. Das &#8222;Zeitalter der Helden und Götter&#8220;<br />
Da mit der Entstehung immer größerer Staaten einzelne Personen durch bestimmte Leistungen aus einer großen Masse herausragen und von vielen bewundert werden, werden diese Personen vom Volk idealisiert und losgelöst von ihrem eigentlichen Charakter und so zum Helden erhoben. Das Bild des Helden wirkt nun ein auf die Religion. Es entsteht der Gedanke an Götter, indem der Held ins Übermenschliche erhoben wird. Bei diesem Prozess spielt nun wieder der Affekt eine Rolle. Der Mensch, der bei Donner und Blitz erschrickt, ergänzt den Gott, der den Blitz schleudert. Die Götter haben nun drei Merkmale, die sie von den Dämonen und den Helden abgrenzen. Erstens ist der Wohnort der Götter ein anderer als der der Menschen, zweitens hat der Gott -im Gegensatz zu den Menschen- ein leidfreies Leben, drittens besitzt der Gott -im Gegensatz zu den Dämonen- eine Persönlichkeit. Die Götter sind noch nicht allmächtig, wogegen nach Wundt schon ihre große Anzahl steht. Vielmehr leben sie in einem dem irdischen ähnlichen Staat und in einer bestimmten Rangordnung. So überträgt der Mensch die weltlichen Verhältnisse in die Götterwelt. Die Götter sind nach Wundt eine Synthese der beiden Vorstellungen von Helden und Dämonen, wobei anfangs das Dämonische überwiegt, später das Heldenhafte immer mehr in den Vordergrund rückt und dann den Göttern dämonsiche Wesen als Diener zugesprochen werden.</p>
<p>4. Die &#8222;Entwicklung zur Humanität&#8220;<br />
Nachdem die speziellen nationalen Interessen zurücktreten und die Menschheit eine Weltkultur anstrebt, treten nun nach Wundt die Götter, die spezielle nationale Eigenheiten vertreten zurück gegenüber Göttern, die für allgemeine menschliche Bedürfnisse stehen. Wieser sind bei Wundt Krankheit und Tod wichtig. Diese beiden Erfahrungen wirken sich in dieser Periode nun so aus, dass das religiöse Streben sich danach richtet, in einem Leben nach dem (irdischen) Tod Erfüllung zu finden, dann befreit von Krankheit und Tod. Da die bisherigen (nationalen) Ideale nicht mehr existieren, befindet sich der Mensch in einer Krise mit der irdischen Welt und richtet seinen Blick auf das Jenseits. Mit dem Streben nach einer Weltkultur enstehen auch die Weltreligionen, die alle Menschen einbeziehen, also für die ganze Menschheit gültig sein sollen. Nach Wundt gibt es nur zwei Weltreligionen, nämlich Buddhismus und Christentum, die nach ihm jeweils entwickelste Form der Religiosität der Kulturen des Ostens und Westens<br />
sind. Für Wundt ist außerdem wichtig, dass die Begründer beider Religionen Menschen waren, die in der Welt gelebt und gewirkt haben, da die Menschen das Bedürfnis haben zu sehen, dass die göttliche Macht ihnen nahe und nicht etwas Unbestimmtes ist. Es werden hier nach Wundt wieder zwei Menschen zu Göttern erhoben, wie schon im Zeitalter der Helden und Götter, hier allerdings kein verallgemeinerter Charakter, sondern jewiels eine konkrete Person, hinter der allerdings eine unpersönliche Macht steht. Weiterhin sind die Weltreligionen durch die gesellschaftliche Entwicklung beeinflusst, beinhalten mehrere Elemante aus Vergangenheit und Gegenwart der sie umgebenden Kulturen und werden sich auch in Zukunft weiter wandeln und weitere Elemente aufnehmen.</p>
<p>Wundts Arbeit und Forschung ist sicherlich in einigen Gebieten von großer Wichtigkeit und Bedeutung geblieben und es ist sicherlich auch heute noch interessant, seine Theorie zur entwicklung der Religionen zu lesen. Allerdings ist diese wohl evolutionistische Sichtweise heute überholt. Außerdem wehrt sich die Religionswissenschaft heute gegen eine völlige Psychologisierung der Religion. Zudem ist es nicht gerechtfertigt, nur Buddhismus und Christentum als Weltreligionen anzusehen.</p>
<p>Literatur:<br />
Lanczkowski,G.: Einführung in die Religionswissenschaft, Darmstadt 1991<br />
Schneider, Ch.-M.: W. Wundts Völkerpsychologie, Bonn 1990<br />
Störig, H.-J.: Kleine Weltgeschichte der Philosophie, Frankfurt am Main 1987<br />
Wundt, W.: Elemente der Völkerpsychologie<br />
Wundt, W.: Probleme der Völkerpsychologie, Leipzig 1911</p>
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		<item>
		<title>Die religiöse Literatur im alten Indien</title>
		<link>http://rel123.wordpress.com/2010/06/15/die-religiose-literatur-im-alten-indien/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 13:21:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrea0</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Die älteste Literatur wurde ab ca. 1200 v.Chr im Nordwesten Indiens zusammengestellt. Es handelt sich dabei um magisch-rituelles Wissen von den übermenschlichen Mächten und den Methoden, diese zu beeinflussen bzw. zu beherrschen. Der ältesten Phase entstammt der Samhita, der vier Sammlungen von Mantras (heilige Worte, heilige Formeln) enthält. Diese sind: Der Rigveda, die älteste Sammlung, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=49&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die älteste Literatur wurde ab ca. 1200 v.Chr im Nordwesten Indiens zusammengestellt. Es handelt sich dabei um magisch-rituelles Wissen von den übermenschlichen Mächten und den Methoden, diese zu beeinflussen bzw. zu beherrschen. Der ältesten Phase entstammt der Samhita, der vier Sammlungen von Mantras (heilige Worte, heilige Formeln) enthält. Diese sind:</p>
<p>Der Rigveda, die älteste Sammlung, die aus 1028 Hymnen besteht, deren Inhalt das Lob eines oder mehrerer Götter, Gebete, etc. ist. Dem Rigveda fehlen noch einige Momente, die für das spätere Indien typisch sind, wie z.B. Kastenwesen, Tempel- und Bilderkult; er enthält eine ziemlich einfache, diesseitig ausgerichtete Weltanschauung.</p>
<p>Der Samaveda, der Lieder für den sakralen Gesang enthält, die zum Großteil dem Rigveda entstammen.</p>
<p>Der Yayurveda, der Opferformeln enthält.</p>
<p>Der Atharvaveda, der Zaubersprüche und Beschwörungsgesänge enthält. Der Atharvaveda spielte ursprünglich keine Rolle beim großen Ritus, wurde erst nach und nach und auch dann nicht allgemein als Veda anerkannt.</p>
<p>Diese Schriften des Samhita interpretierend schließen sich die insgesamt jüngeren Brahmanas an. Die Brahmanen versuchen darin, die Kulthandlungen zu erklären und zu begründen, sie enthalten außerdem Spekulationen über Brahman, welche eine Grundlage für die spätere Atman-Brahman Lehre sind. Sie wurden vom 10.-7. Jh v.Chr. zusammengestellt.</p>
<p>Die Aranyakas (&#8222;zum Walde gehörig&#8220;) schließen sich an die Brahmanas an und sind der Übergang zu den Upanishaden. Sie enthalten Riten, die mystische Kräfte, Reinheit etc. bewirken sollten und -v.a. für den Unkundigen- als gefährlich galten; deshalb durften sie nur außerhalb der Dörfer studiert werden.</p>
<p>Alle diese Werke gelten als Shruti (&#8222;Gehörtes&#8220;), als einst von Weisen empfangene Offenbarung, sie sind ewige, immer gültige Wahrheit.</p>
<p>Ebenfalls zu vedischen Literatur gerechnet werden die Upanishaden. Dort gewinnt die Ansicht, dass das eigene innere Selbst (Atman) gleich Brahman, das die ganze Welt durchdringt und trägt, ist, mehr und mehr an Bedeutung.</p>
<p>An die vedische Literatur schließen sich mehrere Sutras und andere Lehrbücher an, die Fragen und Regeln im Bezug auf Shruti behandeln. Sie werden der Smriti (&#8222;Überlieferung&#8220;), die aus der Tradition entstand, zugerechnet, besitzen also nicht die gleiche Autorität wie die Werke der Shruti.</p>
<p>Alle Textsammlungen enthalten Material unterschiedlichen Alters. Die Brahmanas sind zwar z.B. im Ganzen jünger als der Samhita, enthalten aber zum Teil ältere Elemente.</p>
<p>Literatur:</p>
<p>-Glasenapp, Helmut von: Die Literaturen Indiens, Stuttgart 1961<br />
-Gonda, Jan: Die Religionen Indiens I, Veda und älterer Hinduismus, Stuttgart u.a. 1978<br />
-Conio, Caterina: Der Hinduismus, Aschaffenburg 1984</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/rel123.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/rel123.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/rel123.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/rel123.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/rel123.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/rel123.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/rel123.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/rel123.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/rel123.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/rel123.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/rel123.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/rel123.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/rel123.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/rel123.wordpress.com/49/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=49&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Hinduismus-Shakti</title>
		<link>http://rel123.wordpress.com/2009/09/01/hinduismus-shakti/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 20:31:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrea0</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Hinduismus]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Shakti]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Kraft]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Hinduismus: Unter dem Begriff Hinduismus wird eine Vielzahl religiöser und philosophischer Anschauungen und Praktiken zusammengefasst, die aber natürlich auch Gemeinsamkeiten aufweisen. Das System der eingewanderten Arier, das stark auf den Ritus ausgerichtet war und in dem die Überzeugung herrschte, dass die richtige Ausführung der Riten den Fortgang der Welt garantiert, vermischte sich mit den [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=41&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum Hinduismus:</strong><br />
Unter dem Begriff Hinduismus wird eine Vielzahl religiöser und philosophischer Anschauungen und Praktiken zusammengefasst, die aber natürlich auch Gemeinsamkeiten aufweisen. Das System der eingewanderten Arier, das stark auf den Ritus ausgerichtet war und in dem die Überzeugung herrschte, dass die richtige Ausführung der Riten den Fortgang der Welt garantiert, vermischte sich mit den vorarischen Religionen. Dadurch wurden einige arische Götter, wie z.B. Indra, in ihrer Vormachtstellung abgelöst durch Brahma, Vishnu und Shiva. Es gibt die Anschauung, dass diese ein Dreigespann bilden, bei dem Brahma der Welterschaffer, Vishnu der Welterhalter und Shiva der Weltzerstörer ist. Dabei hat allerdings auch Shiva eine konstruktive Funktion, da nach indischer Anschauung die Welt periodisch zerstört und wieder erschaffen werden muss. Es handelt sich um keine lineare, sondern um eine periodische Weltanschauung, alles entsteht und vergeht immer neu. Daneben gibt es verschiedene Gruppen, die jeweils einen der 3 als den höchsten Gott ansehen, alle anderen Götter sind ihm untergeordnet. Man findet allerdings auch die Verehrung anderer Götter als höchsten Gott bzw. die Anschauung, dass die Welt nur dem Dharma (Weltgesetz) unterworfen ist, dem sich auch die Götter beugen müssen. Hier haben die Riten natürlich eine  sehr große Macht. Auf die Ursache (Ritus) muss als Wirkung die entsprechende Reaktion des jeweiligen Gottes folgen und kein Gott kann sich dem entziehen.  Weiterhin entwickelte sich der Gedanke, dass das Brahman, der Urkern allen Seins, der alles druchdringt, gleich Atman, dem inneren Sein jedes Menschen ist. Wer also sein Inneres erkennt, erkennt gleichzeitig Brahman und die Tatsache, dass beides ein und dasselbe ist.  Das Ziel, die Erlösung, wird erreicht durch den Ausbruch aus dem Sansara (&#8222;Rad der Wiedergeburten&#8220;). Dadurch, dass der Mensch durch seine Taten Karma anhäuft, das seine nächste Wiedergeburt bestimmt, bleibt er in dem Rad gefangen. Durch Erkenntnis (mit Hilfe von Meditation und Askese), <a title="Gottesliebe" href="http://rel123.wordpress.com/2009/07/25/der-heilsweg-der-liebe-bhakti-in-der-bhagavatgita" target="_blank">Gottesliebe</a> oder uneigennütziges Handeln kann er aus diesem Rad ausbrechen. Dabei schließen sich die 3 Wege nicht gegenseitig aus, sondern können sich ergänzen oder ineinander übergehen. Die Erlösung wird ebenfalls verschieden beschrieben: als Fortleben in der Gemeinschaft mit Gott (z.B. Vishnu oder Shiva), als lösgelöster Ruhezustand oder als Eingehen in das Göttliche.<br />
Da der Ritus immer eine große Rolle gespielt hatte, konnte sich das Kastensystem festigen, in dem die Brahmanen (Priesterkaste), die das Wissen um die Riten besitzen, die Vormachtstellung haben. Es wurde von den Ariern eingeführt, um ihre Machtposition über die eroberten Völker zu halten. Jeder muss gemäß seiner Kaste handeln, da dies im Dharma so festgeschrieben ist. Allerdings steht der Asket, bzw. derjenige, der schon zu Lebzeiten die Erlösung erlangt hat, außerhalb jeder Kaste. Das Leben des einzelnen ist stark bestimmt von Riten und Zeremonien, die jeweils neue Lebensabschnitte einleiten, z.B. bei der Geburt, Eintritt ins Erwachsenenalter, Hochzeiten etc. Alles muss gemäß dem Dharma eingehalten werden. Dabei ist der Hinduismus sehr tolerant, was die verschiedenen Ausprägungen angeht. Welcher Gott und wie er verehrt wird, bleibt jedem selbst überlassen. Nach Shankara z.B., dessen Gedanken einen großen Einfluß erlangt haben, hat jede Religion ihre Berechtigung, alle erfassen aber nur Teilaspekte der letzten Wahrheit. Die Erleuchtung kann nur von jedem Einzelnen in der Meditation erfasst werden.</p>
<p><strong>Shakti</strong>:</p>
<p>Eine interessante Idee, die sich im Hinduismus entwickelte, ist die der Shakti, was &#8222;Kraft&#8220; bedeutet. Shakti ist die weibliche Dimension, die der männlichen Gottheit erst ihre Macht und besondere Stärke gibt. Ohne Shakti hätte der Gott nicht die Fähigkeit,  seine Aufgabe zu erfüllen. Oft wird Shakti als Gattin eines Gottes gesehen, so ist z.B. Parvati, die Ehefrau Sivas, seine personifizierte Shakti, ebenso wie Laksmi, die Gattin Visnus, seine Shakti ist, die ihm seine besonderen Eigenschaften und Kräfte verleiht. Es ist bemerkenswert, dass ohne das weibliche Element weder schöpferische noch welterhalterische Taten des männlichen Gottes möglich sind. Häufig findet man auch die Idee, dass Shakti das alles durchdringende weibliche Urprinzip ist, das die Welt durchdringt und gleichzeitig über sie hinausgeht.Die weibliche Shakti ist also eine sehr dynamische Kraft, die den Gegenpol zur meditativen Ruhe der männlichen Gottheit darstellt und diese an Wichtigkeit sozusagen übertrifft, auch wenn sie sich im Hintergrund hält.</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>-Kinsley, David: Die indischen Göttinnen, Frankfurt 1990</p>
<p>-Heiler, Friedrich: Die Religionen der Menschheit, Stuttgart 1999</p>
<p>-von Glasenapp, Helmut: Die fünf Weltreligionen, München 1993</p>
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		<title>Ist der Konfuzianismus eine Religion?</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 15:27:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrea0</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Konfuzianismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konfuzius]]></category>

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		<description><![CDATA[Konfuzius und seine Lehre: Konfuzius lebte 551-479 v. Chr. Er hält die momentane Gesellschaft für verdorben und meint, man müsse die Zustände des für die Konfuzianer &#8222;Goldenen Zeitalters&#8220; der Chou- Dynastie (ca. 1050-770 v. Chr.) wieder herstellen. Ein wichtiger Begriff dabei ist &#8222;li&#8220;, was für die Konfuzianer ein &#8222;dem gesellschaftlichen Rang angemessenes Verhalten&#8220; meint. Ursprünglich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=31&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Konfuzius und seine Lehre:</strong><br />
Konfuzius lebte 551-479 v. Chr. Er hält die momentane Gesellschaft für verdorben und meint, man müsse die Zustände des für die Konfuzianer &#8222;Goldenen Zeitalters&#8220; der Chou- Dynastie (ca. 1050-770 v. Chr.)  wieder herstellen. Ein wichtiger Begriff dabei ist &#8222;li&#8220;, was für die Konfuzianer ein &#8222;dem gesellschaftlichen Rang angemessenes Verhalten&#8220; meint. Ursprünglich hatte dieses Wort eine ausschließlich sakrale Bedeutung und bezog sich auf richtiges Verhalten bei Opfern.<br />
So soll nun bei Konfuzius jeder nach seiner Stellung das tun, was er tun muss, die Herrschenden sollen regieren, allerdings li- gemäß, d.h. ihre Macht nicht missbrauchen und die Untergebenen nicht unterdrücken oder ausbeuten. Im Volk muss jeder die Aufgabe erfüllen, die seine Stellung von ihm verlangt, allerdings ohne dabei an den eigenen Nutzen zu denken. Das Ziel ist, dass die Gesellschaft als Ganzes funktioniert. Dabei steht der Rang nicht automatisch von Geburt an fest, je moralischer ein Mensch ist, d.h. je besser er sich in Hierarchien einordnen und seiner Stellung entsprechend handeln kann, desto höher soll sein Rang sein. Dies kann man sich durch Wissen und praktische Übung erarbeiten. Daran, dass dies vor allem Bildung bedeutet, sieht man schon, dass die Chancen auf höhere Ränge die herrschenden Klassen betraf, das Volk mit niedrigem Bildungsstand hatte so kaum eine Möglichkeit. Allerdings gibt es, außer dem erarbeiteten Wissen, auch den Gedanken vom angeborenen Wissen, jemand der solches Wissen besitzt, wird &#8222;shen ren&#8220; genannt, was man im weitesten Sinn mit &#8222;Heiliger&#8220; übersetzen kann.<br />
Die Pflicherfüllung erstreckt sich bis ins Privatleben, alles soll dem li entsprechen. So gibt es im Konfuzianismus viele Beziehungen der Menschen untereinader, die festen Regeln unterliegen, z.B. Herrscher-Volk, Vater-Sohn, Mann-Frau. Anders als bei <a title="Mo Ti" href="http://rel123.wordpress.com/2009/07/25/mo-ti/" target="_blank">Mo Ti</a> spielt bei Konfuzius die innere Einstellung eine große Rolle.<br />
Da Konfuzius den alten Zustand des Goldenen Zeitalters wiederherstellen möchte, nimmt auch die Tradition und Überlieferung einen hohen Stellenwert ein. So wird z.B von Konfuzius das I Ging (Buch der Wandlungen), ein altes Orakelbuch neu herausgegeben.<br />
Die Riten und Ahnenverehrung spielen im Konfuzianismus ebenfalls eine Rolle, da sie die Pflichterfüllung gegenüber Göttern und Ahnen beinhalten.<br />
Die Neuordnung der Welt ist für Konfuzius konform mit dem Willen des Himmels, was so etwas wie &#8222;göttliche Weltordnung&#8220; bedeutet. So wird, wenn die richtige Ordnung wieder hergestellt ist, nach dem Tao (Gesetz, durch welches der Himmel die Natur in ihrer Ordnung hält) gelebt.<br />
Die Lehren des Konfuzius wurden erst nach seinem Tod richtig erfolgreich, Jahrhunderte nach seinem Tod wurden  Konfuzius das erste Mal Opfer dargebracht, ab dem 5.Jh n.Chr. wurden ihm Tempel gebaut.</p>
<p><strong>Religion oder nicht?</strong><br />
Oft wird diskutiert, ob es sich beim Konfuzianismus überhaupt um eine Religion handelt oder doch mehr um eine Philosophie. Auf den ersten Blick fehlen natürlich große mysthische Erfahrungen, wie man sie von anderen Religionen kennt. Zum anderen spricht Konfuzius nicht über ein Leben nach dem Tod und macht keine tiefergehenden Angaben über das Wesen des Himmels. Man bekommt den Eindruck, es gehe ihm v.a. um die Errichtung einer gut funktionierenden Gesellschft.</p>
<p>Allerdings weist er natürlich religiöse Züge auf: Ahnen und Götterverehrung haben ihren festen Platz im System- Konfuzius hatte auch großes Interesse am I-Ging, das stark mysthisch geprägt ist-  und der (göttliche ) Himmel wird herangezogen zur Erklärung, warum eine Wiederherstellung und dann  Einhaltung der alten Ordnung nötig ist. Außerdem gibt es die Idee des &#8222;shen ren&#8220;, der seine Weisheit sozusagen vom Himmel als Geschenk bekommen hat. Zwar erst lange nach Konfuzius&#8217; Tod praktiziert aber trotzdem zum Konfuzianismus gehörend ist die Verehrung des Konfuzius in Tempeln.  Alle diese Komponenten lassen schon eher an eine Religion denken als an eine bloße Philosophie. Man kann einwenden, dass Konfuzius vorhandene religiöse Ideen benutzt hat, um sein Gedankengebäude zu stützen, allerdings ist ausschlaggebend, dass  es im Konfuzianismus religiöse Praktiken gibt und der Gedanke herrscht, dass sich die Ordnung auf ein göttliches Weltgesetz, den Himmel, stützt.</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>-Bauer, Wolfgang: China und die Hoffnung auf Glück, München 1989</p>
<p>-Lanczkowski, Günter: Geschichte der nichtchristlichen Religionen, Frankfurt am Main 1989</p>
<p>-Moritz, Ralf: Die Philosophie im alten China, Berlin 1990</p>
<p>v. Glasenapp, Helmuth: Die fünf Weltreligionen, München 1993</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/rel123.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/rel123.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/rel123.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/rel123.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/rel123.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/rel123.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/rel123.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/rel123.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/rel123.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/rel123.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/rel123.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/rel123.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/rel123.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/rel123.wordpress.com/31/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=31&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Der Manichäismus</title>
		<link>http://rel123.wordpress.com/2009/07/30/der-manichaismus/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 21:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrea0</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[gnostisch]]></category>
		<category><![CDATA[Manichäismus]]></category>
		<category><![CDATA[untergegangene Religionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mani: Mani lebte von 216-273/277 n.Chr. Geboren wurde er in Babylon. Sein Vater gehörte den Mandäern an, einer Täufergemeinde, die u.a. gnostische Lehren vertrat. Mani unternahm, dem Vorbild des Apostel Paulus folgend, Reisen zur Verbreitung seiner Lehre, wobei er mit Indien begann. Er betrachtete sich als den letzen der Propheten, der die endgültige, unverfälschte Lehre [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=27&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mani:</strong><br />
Mani lebte von 216-273/277 n.Chr. Geboren wurde er in Babylon. Sein  Vater gehörte den Mandäern an, einer Täufergemeinde, die u.a. gnostische Lehren vertrat. Mani unternahm, dem Vorbild des Apostel Paulus folgend, Reisen zur Verbreitung seiner Lehre, wobei er mit Indien begann. Er betrachtete sich als den letzen der Propheten, der die endgültige, unverfälschte Lehre weitergibt.</p>
<p><strong>Die Lehre:</strong><br />
Beim Manichäismus handelt es sich um eine Buchreligion. Mani meint, dass dadurch, dass im Christentum, Zoroastrismus und Buddhismus die Quellen zu spät niedergeschrieben wurden, diese Religionen verdorben wurden. Er schreibt deshalb seine Bücher selbst und sein erstes Gebot ist: &#8222;Achtet auf meine Bücher&#8220;. Die einzig wahre Religion wurde nach ihm von Buddha in Indien, von Zarathustra in Persien und von Christus im Westen verkündet. Babylon ist von diesen Gebieten umgeben, weshalb nun im Manichäismus endlich die wahre Lehre wieder verkündet wird, die, wie schon vorher bemerkt, in den drei anderen Religionen mittlerweile verloren gegangen war.<br />
Es gibt zwei Prinzipien: Gott (gut) und die Materie (böse). Der Weltprozess ist die von der Materie eingeleitete Vermischung der beiden Prinzipien. Das Ziel, auf das hingearbeitet werden muss, ist der Urzustand, in dem keine Vermischung mehr be- und entsteht und die Materie machtlos ist. Die Rolle des Menschen in diesem Prozess sieht nun folgendermaßen aus: Der Mensch ist ein Mikrokosmos; durch Einsicht kann er die Weltordnung durchschauen und ist ebenso durch moralisches Handeln am kosmischen Kampf beteiligt. Er kann die in ihm vorhandenen Lichtteile  befreien, erlöst wird dabei Gott selbst. Die Ethik kennt nun drei Siegel: Mund-kein Fleisch essen, nicht fluchen, kein Alkohol; Hände: keine Handlungen  gegen die Welt des Lichts; Busen: geschlechtliche Enthaltsamkeit.<br />
Die Kirche unterteilt sich in Auserwählte und Hörer. Nach dem Tod wird die Seele von Sonne und Mond gereinigt, die der Auserwählten verbindet sich mit der Welt des Lichts, die der Hörer wird wiedergeboren im Körper eines Auserwählten. Wer völlig schlecht war, auf den wartet ewige Verdammnis.<br />
Es gibt auch die Vorstellung einer Endzeit, in der die Materie vernichtet wird: diese wird durch die Parusie (Wiederkunft) Christie angekündigt, es kommt zu einem endzeitlichen Gericht, die Erde stürzt in sich zusammen und brennt noch bis zur endgültigen Vernichtung.<br />
<strong>Verbreitung:</strong><br />
Der Manichäismus war in Mesopotamien, Syrien, Ägypten, Rom, Südgallien, Spanien und im Osten bis nach China verbreitet. Seit 382 stand im Westen die Todesstrafe auf das Bekenntnis zum Manichäismus, in China gab es im 14. Jh ein  Verdikt gegen den Manichäismus, danach hört man nichts mehr.</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>-Lanczkowski, G.: Geschichte der nichtchristlichen Religionen, Frankfurt 1989</p>
<p>-Störig, H.J.: Weltgeschichte der Philosophie</p>
<p>-v. Glasenapp, Helmut: Die nichtchristlichen Religionen, Frankfurt 1957</p>
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		<title>Buddhismus- Gewaltausübung in der Gesellschaft und der gewaltlose Weg zur Befreiung</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 09:29:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrea0</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Buddha]]></category>
		<category><![CDATA[Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt und Gewaltlosigkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Buddhismus wird allgemein als friedliche Religion angesehen, wenn nicht sogar als friedlichste überhaupt. Dies liegt wohl mitunter daran, dass man im Westen immer die Theorie, das Ideal eines Buddhisten vor Augen hat und über die Praxis, in der oft von diesem abgewichen wird, wenig weiß oder wissen will. Auch innerhalb des Buddhismus gibt es [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rel123.wordpress.com&amp;blog=8724104&amp;post=11&amp;subd=rel123&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Buddhismus wird allgemein als friedliche Religion angesehen, wenn nicht sogar als friedlichste überhaupt. Dies liegt wohl mitunter daran, dass man im Westen immer die Theorie, das Ideal eines Buddhisten vor Augen hat und über die Praxis, in der oft von diesem abgewichen wird, wenig weiß oder wissen will. Auch innerhalb des Buddhismus gibt es viele verschiedene, oft voneinander abweichende Meinungen. Schon 1882 sagte Max Müller: &#8222;Ich gestehe, daß ich immer ein gelindes nervöses Zittern empfinde, wenn ich den Satz lese, der mit den Worten anfängt &#8216;Alle Buddhisten&#8230;&#8217;. Was dann folgt, ist regelmäßig falsch.&#8220;</p>
<p><strong>Die Beschaffenheit der Welt:</strong><br />
Um den Heilsweg aufzuzeigen, ist es zunächst einmal wichtig darzustellen, wie der Buddha die Welt sieht. Der Mensch ist keine Einheit, sondern er besteht aus vielen einzelnen Faktoren, die sich in fünf Gruppen unterteilen lassen: Faktoren des Leibs, der Gefühle, der Wahrnehmung, des Willens und des Bewusstseins. Diese Einzelbestandteile sind nicht ewig, sondern entstehen und vergehen, wobei sie dem Dharma, das heißt dem Weltgesetz, der kosmischen und moralischen Ordnung, unterworfen sind; man nennt sie ebenfalls Dharmas. Diese lösen sich in Entstehen und Vergehen so schnell ab, dass fälschlicherweise die Vorstellung eines &#8222;Ich&#8220; entsteht. Es gibt keine unsterbliche Seele, sondern eine Summe von geistigen Faktoren in einem Körper, eine Art Fließgleichgewicht sozusagen. Da der Dharmastrom auch nach dem Tod nicht aufhört, wird durch Willensregungen, von denen die schlimmste der Lebenshunger (Trishna) ist, die Wiedergeburt hervorgerufen. In welcher Form man wiedergeboren wird, ob als Tier, Mensch, etc. richtet sich nach dem Karma, den in früheren Leben vollbrachten Taten und Absichten.</p>
<p><strong>Der Weg zur Erlösung</strong>:<br />
Die erste der vier edlen Wahrheiten ist &#8222;alles Leben ist Leiden&#8220;, die Ursache des Leidens, so die zweite edle Wahrheit, ist der Lebenshunger (Trishna). Das Loslösen vom Leiden erfolgt also durch das Sich- Befreien von Trishna (dritte edle Wahrheit). Der Weg dazu ist der edle achtfache Pfad (vierte edle Wahrheit), der rechtes Wissen, was Einsicht in die Richtigkeit der Lehre des Buddha und in die Vergänglichkeit alles Weltlichen bedeutet; rechtes Tun, was ethisch korrektes Verhalten meint, und rechte Versenkung (Meditation) beinhaltet. Heilsziel ist Sich- Lösen von den Wiedergeburten und Eingehen ins Nirvana. Der Weg zum Heil umfaßt also nicht nur weltabgewandte Meditation, sondern auch sittlich korrektes Handeln in der Welt. Es gibt fünf Regeln, die alle Buddhisten befolgen: Nicht töten, nicht stehlen, keine sexuellen Ausschweifungen, nicht lügen, keine Rauschmittel. Daneben gibt es noch besondere Regeln für Nonnen und Mönche.<br />
Am wichtigsten ist die Regel des Nicht- Tötens, was auch mit einschließt, keinem Lebewesen Gewalt anzutun (Ahimsa= Gewaltlosigkeit). Neben diesem Verbot der Gewaltanwendung gibt es auch das Gebot der Liebe (Metta) und des Mitleids (Karuna). Es herrscht Solidarität unter den Lebewesen, da Erlösung nur nach vielen Wiedergeburten möglich ist, der Mönch z.B steht auf einer Stufe, die irgendwann auch von Räubern oder Tieren erreicht wird, bzw. stand selbst einmal auf deren Stufe. Alle Unterschiede sind somit relativ. Mitleid und Liebe meint also auch Mit- Fühlen mit den anderen.<br />
Nirvana erreicht derjenige, der sich von weltlichen Dingen löst, der erkannt hat, dass Anhaften an der Welt nur neue leidvolle Wiedergeburten zur Folge hat. Der Zustand des Nirvana kann schon zu Lebzeiten während der Meditation erreicht werden, endgültig nach dem Tod (Paranirvana). Nirvana bedeutet einen Zustand des absoluten Friedens, der Abwesenheit von Unruhe, Begierde, Hass etc. Auch der Friede in der Welt orientiert sich an diesem Frieden.<br />
Wer sittlich korrekt lebt, lebt gegen die Natur, da in der Natur der Selbsterhaltungstrieb an erster Stelle steht, löst sich also von der Natur (Welt). Man ist nur im Zustand &#8222;Mensch&#8220; erlösungsfähig, da man nur dann Einsicht gewinnen kann. Deshalb wiegt es am schwersten, einen Menschen zu töten. Selbst Götter sehen das Leiden nicht, da sie ein zu glücklliches Dasein führen.</p>
<p><strong>Die Rolle des Ordens (Sangha):</strong><br />
Der Buddhismus in seinem Ursprung war eine Erlösungslehre für den Einzelnen, der sich aus der Welt zurückzog und dem Sangha beitrat. Die ersten Mönche waren Bettelmönche, die mit dem Buddha umherzogen. Später erhielten die Orden von frommen Laien oder Herrschern Grundbesitz geschenkt und es wurden Klöster gebaut. Nonnen und Mönche übernehmen oft auch soziale Aufgaben. Innerhalb der Ordensgemeinschaften existieren keine weltlichen sozialen Unterschiede- wie z.B. verschiedene Kasten- mehr. Es ist hier zu bemerken, dass der Buddha nie das Kastensystem gänzlich abschaffen wollte, nur innerhalb der Orden sind sozial alle gleichgestellt. Interessant ist außerdem, dass es anfangs keine Nonnengemeinschaften gab, Frauen also nicht die Möglichkeit hatten, durch Eintritt in den Orden zur Erlösung zu kommen (das ging am Anfang nur indirekt über eine Wiedergeburt als Mann). Erst später ließ sich der Buddha dazu überreden, es auch Frauen zu erlauben, sich in Ordensgemeinschaften zu organisieren. Für Mönche und Nonnen gelten nun zusätzlich zu den fünf Regeln noch weitere, z.B. bestimmte Essenszeiten, kein Geschlechtsverkehr, etc. Es gibt allerdings keine totale Abgrenzung zwischen Mönchen/Nonnen und Laien, da es jederzeit möglich ist, aus dem Orden aus- oder einzutreten.</p>
<p><strong>Theravada- Buddhismus:</strong></p>
<p>Theravada bedeutet &#8222;Lehre der Ordensälteren&#8220;. Mönchsregeln und Lehrreden sind festgehalten im Tripitaka (Dreikorb), auf dessen genaue Überlieferung man achtete. Der Theravada- Buddhismus erkennt seit 456 n. chr. keine Nonnen mehr an. Es gibt nur Laienanhängerinnen, die die Mönchsregeln befolgen und sich wie Mönche kleiden.</p>
<p><strong>Ashoka (Regierungszeit 268-233 v. Chr.)</strong><br />
Ashoka gelangte durch mehrfachen Brudermord auf den Thron und beherrschte nach einem grausamen Feldzug fast ganz Indien. Dann bereute er dies und bekehrte sich zum Buddhismus. Er will nun nicht mehr durch Gewalt, sondern durch den Dharma die Welt verändern. Der Herrscher soll dafür sorgen, dass es allen Untertanen so gut geht, dass sie sich nicht um weltliche Dinge sorgen müssen, sondern sich ganz auf Überweltliches konzentrieren können.Ashoka ist der erste, der es als Aufgabe der Politik ansieht, die Welt im Sinne des Buddhismus zu verändern. Bei einer Verbindung von Staat und Buddhismus ist es natürlich so gut wie unmöglich, das Ideal der Gewaltlosigkeit konsequent zu verwirklichen. Doch der Buddha soll einem Soldaten, der ihn gefragt hatte, ob er sein Haus mit Waffengewalt verteidigen dürfe, geantwortet haben, dass dies im äußersten Notfall und nach Ausschöpfung aller anderen Mittel gerechtfertigt sei. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass der Soldat wohl Laie gewesen ist und noch in der Welt gelebt hat, also auch weltliche Pflichten erfüllen musste.<br />
Ferner war Ashoka wohl der Begründer der buddhistischen Mission, da er als erster buddhistische Missionare in Nachbarländer sandte. Inwiefern Ashokas Ideale mit denen Buddhas übereinstimmen, wäre zu diskutieren, da der frühe Buddhismus ja vor allem eine Erlösungsreligion für den Einzelnen war und kaum darauf bedacht, die Welt zu ändern und der Buddha außerdem seinen Mönchen aufgetragen hatte, nur denen zu predigen, die ausdrücklich darum bitten. Von der weltlichen Einrichtung Staat sollte man sich wohl auch eher lösen, als sie mit dem Buddhismus zu verschmelzen.</p>
<p><strong>Gewalt im Theravada- Buddhismus:</strong></p>
<p>Durch die Verbindung von Staat und Buddhismus wird es nötig, dass sich der Herrscher mit dem Sangha arrangiert: der Herrscher schützt und fördert den Orden, dafür überzeugt dieser das Volk, dass der Herrscher seine Macht im Sinne der Lehre ausübt- einschließlich der Möglichkeit, dass Kriege oder Gewalt zur Förderung der Religion nötig sein können.</p>
<p>Ein Theravada- Mönch verfasste im 14. Jh. im Zusammenhang mit dem singhalesich- tamilischen Konflikt ein Werk zur Belehrung der Laien. Darin findet sich u.a. die Episode, wie der König Dutthagamani, der Mitte des 2.Jh. v. Chr. den Tamilenkönig Elara angreift und danach Gewissenbisse bekommt, von acht buddhistischen Heiligen in dem Sinne getröstet wird, dass von  den vielen Tamilen, die er getötet hat, nur zwei einen gewissen Wert hatten, da der eine die fünf Vorschriften einhielt und der andere sich durch die drei Zufluchten (zum Dharma, zum Buddha, zum Sangha) als Buddhist bekannt hatte. Die anderen waren moralisch wertlos. Diese Deutung widerspricht nun ganz gewiss der Lehre des Buddha, der Toleranz und Wohlwollen gegenüber allen Lebewesen gepredigt hatte. Es gibt auf der anderen Seite auch viele Buddhisten, die das Amt des Herrschers als Behinderung auf dem Weg zur Erlösung ansehen, da durch die Gewaltanwedung ihrer Ansicht nach doch viel neagtives Karma angesammelt wird.</p>
<p>Es gibt allerdings auch Beispiele, in denen Kämpfe als &#8222;heiliger Krieg&#8220; im Sinne der Verteidigung der Lehre deklariet wurden, so z.B. beim Aufstand gegen die britischen Kolonialmächte 1930-32 in Burma. Auch spielte der Sangha eine wesentliche Rolle bei den Kämpfen gegen die Alliierten 1943.</p>
<p><strong>Mahayana Buddhismus</strong></p>
<p><strong>Wichtigste Unterschiede zum Hinayana:</strong></p>
<p>Die Abspaltung des Mahayana vom Hinayana, von welchem der Theravada die größte Variante ist, fand 253 v.Chr. auf dem Konzil von Pataliputra statt. Hinayana bedeutet &#8222;kleines Fahrzeug&#8220;, Mahayana &#8222;großes Fahrzeug&#8220;. Das Fahrzeug steht als Symbol für den Weg von der Unkenntnis zur Erlösung. Mahayana- Buddhisten warfen nun den Hinayana Buddhisten vor, ihre Richtung ermögliche nur einer kleinen Elite die Erlösung, der Mahayana Buddhismus hingegen will möglichst vielen zum Heil verhelfen.</p>
<p>Mahayana Buddhisten glauben, der Buddha habe den Menschen seiner Zeit einige wichtige Wahrheiten vorenthalten, da er glaubte, die Leute seien dafür noch nicht reif genug gewesen.</p>
<p>Die wichtigsten Unterschiede zum Hinayana sind:</p>
<p>- das Leiden ist Schein (weil auch die Existenz Schein ist)</p>
<p>-der historische Buddha ist die Projektion des Absoluten, sein Körper nur ein Scheinleib</p>
<p>-die Übertragung karmischer Verdienste auf andere ist möglich</p>
<p>-das Ziel ist nicht das eigene Eingehen ins Nirvana, sondern die Bodhisattwaschaft, also als Bodhisattwa (Erleuchtungwesen) in der Welt zu verweilen, um anderen Erlösungsbeistand zu leisten. Wichtigste Eigenschaft ist das große Mitleid (Mahakaruna)</p>
<p>Der Ritus wird nun wichtiger durch Bittgebete zu den überirdischen Bodhisattwas, außerdem entsteht teilweise ein &#8222;Glaubensbuddhismus&#8220;: Der Buddha Amithaba zum Beispiel verspricht allen, die an ihn glauben, Hilfe zur Erlangung des Heils und die Wiedergeburt im &#8222;reinen Land&#8220; (eine Art &#8222;Paradies&#8220;, in dem er sich befindet), wo man sich um nichts sorgen muss und ganz auf den Erlösungsweg konzentrieren kann. Der Buddha hatte den Ritus zwar nicht verboten, ihn aber als etwas Weltliches und für den Heilsweg Irrelevantes angesehen.</p>
<p><strong>Gewalt im Mahayana- Buddhismus:</strong></p>
<p>Im Mahayana Buddhismus gibt es verschiedene Argumente, Gewaltanwendung und Töten zu rechtfertigen, zur Verteidigung der Lehre oder um Angreifer davon abzuhalten, schlechtes Karma zu sammeln. Das Argument zur Verteidigung der Lehre scheint nicht zu greifen, da der Buddha selbst davon überzeugt war, seine Lehre würde bald vergessen und erst nach einiger Zeit wieder von einem anderen gepredigt werden. Doch kann man es mit dem Mitleid im Mahayana in Verbindung bringen und mit dem Ziel, möglichst vielen zur Erlösung zu verhelfen, also kann man es nicht zulassen, dass die Lehre auch nur für eine Zeit vergessen wird und somit Leid über die Menschen kommt. Das große Mitleid geht außerdem soweit, lieber eigenes schlechtes Karma zu sammeln, als zuzulassen, dass andere dies tun. Es kann also ein Akt der Liebe sein, einen schlechten Mitmenschen zu töten, da dieser dann nicht mehr die Gelegenheit hat, noch mehr schlechtes Karma auf sich zu laden.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Man sieht also, dass es auch innerhalb des Buddhismus Gewaltanwendung gibt und man- genauso wie bei anderen Religionen- sehr findig ist, wenn es darum geht, diese zu rechtfertigen. In dem Moment, in dem der Buddhismus eine Verbindung mit dem Staat eingeht, ist es fast unmöglich, das Ideal der Gewaltlosigkeit konsequent zu verwirklichen. Der Erlösungsweg des Buddha in seinem Ursprung war ja vor allem für Leute gedacht, die sich aus der Welt zurückzogen, nicht dafür, die Welt zu ändern. Die weitere Entwicklung machte es nötig, <a title="Gewalt" href="http://www.wdr.de/themen/kultur/religion/buddhismus/konflikte/interview_kurz.jhtml" target="_blank">Gewalt</a> mehr und mehr zu rechtfertigen, da z.B. buddhistische Staaten ohne Verbrecher zu bestrafen und eventuell Verteidigungskriege zu führen, schwer überleben können.</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>-Meier, Eberhard: Was ist Frieden? die Antwort des Buddhismus, in Friede, was ist das? Die Antwort der Weltreligionen, hrsg von Adel Th Khoury, Peter Hinzmann, Freiburg im Breisgau, 1984</p>
<p>-Gensicher, Hans Werner: Weltreligionen und Weltfrieden, Göttingen 1985</p>
<p>-Antes, Peter u.a. Ethik in nichtchristlihchen Kulturen, Stuttgart 1984</p>
<p>-v. Glasenapp, Helmut: Die fünf Weltreligionen, München 1993</p>
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